Biathlon-WM: Dieses Team soll Medaillen für Deutschland holen

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Biathlet Birnbacher: "Er wird auf jeden Fall um die Medaillen mitkämpfen" Zur Großansicht
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Biathlet Birnbacher: "Er wird auf jeden Fall um die Medaillen mitkämpfen"

Miriam Gössner, Andrea Henkel und Andreas Birnbacher: Auf diesen Athleten ruhen die Hoffnungen des DSV für die Biathlon-WM. Doch was ist drin in Nove Mesto? Die früheren Weltklasse-Athleten Kati Wilhelm und Michael Greis bewerten die Chancen des deutsches Teams.

Hamburg - Zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze: Das war die Ausbeute des deutschen Biathlon-Teams bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Ruhpolding. Nun steht die WM im tschechischen Nove Mesto (7. bis 17. Februar 2013) an. Ohne Magdalena Neuner, die ihre Karriere vor rund einem Jahr beendet hatte. Doch auch ohne den einstigen Superstar ist die Vorgabe des Deutschen Skiverbandes (DSV): fünf bis sechs Medaillen, bitte schön!

"Diese Ziele sind völlig in Ordnung", sagt Bundestrainer Uwe Müßiggang, der für die Wettkämpfe in Nove Mesto zehn Atlethen nominierte: Jeweils fünf Frauen und Männer sollen dafür sorgen, dass es auch die geforderte Anzahl an Podestplätzen wird. Miriam Gössner gilt als größte deutsche Medaillenhoffnung - wenn sie am Schießstand ihre Nerven in den Griff bekommt. Auch mit Andrea Henkel ist im Kampf um die vorderen Plätze immer zu rechnen. Und bei den Männern soll vor allem Andreas Birnbacher für Erfolge sorgen.

"Drei Medaillen durch die Staffeln, dazu zwei Einzelmedaillen, macht fünf", rechnet Ex-Biathletin Kati Wilhelm vor. Die 36-Jährige, dreifache Olympiasiegerin und fünfmalige Weltmeisterin, räumt dann aber doch ein: "Fünf Medaillen, das wird schwierig, ist aber nicht unmöglich."

Was ist drin für Gössner und Co. in Tschechien? SPIEGEL ONLINE hat zwei Experten und frühere Biathlon-Stars um ihre Meinung gebeten. Wilhelm prognostiziert die Chancen der Frauen. Und Michael Greis, dekoriert mit jeweils dreimal Gold bei Olympia und Weltmeisterschaften, analysiert die Möglichkeiten der Männer.

MIRIAM GÖSSNER

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AP

Geburtstag: 21. Juni 1990
Größe: 167 cm
Gewicht: 55 kg
Größter Erfolg: Gold WM 2011 und 2012 (jeweils Staffel)
Wilhelms Prognose: "Miri wird mindestens eine Einzelmedaille holen. Die besten Chancen hat sie im Sprint und in der Verfolgung."


ANDREA HENKEL

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AFP

Geburtstag: 10. Dezember 1977
Größe: 158 cm
Gewicht: 49 kg
Größter Erfolg: Gold Olympische Winterspiele 2002 (Einzel und Staffel)
Wilhelms Prognose: "Sie ist in jedem Rennen in der Lage, eine Medaille zu gewinnen. Dafür muss sich Andrea aber am Schießstand stabilisieren."
NADINE HORCHLER

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Geburtstag: 21. Juni 1986
Größe: 167 cm
Gewicht: 63 kg
Größter Erfolg: Bronze EM 2011 (Verfolgung und Staffel) und 2012 (Staffel)
Wilhelms Prognose: "Wenn die Bedingungen stimmen und alles gut läuft, kann Nadine mit einem guten Ergebnis überraschen. Das wäre eine Platzierung in den Top Acht."
FRANZISKA HILDEBRAND

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Geburtstag: 24. März 1987
Größe: 162 cm
Gewicht: 53 kg
Größter Erfolg: Gold Junioren-WM 2007 und 2008 (jeweils Staffel)
Wilhelms Prognose: "Franziska hat ihre Stärken im Schießen. Im Laufen gehört sie nicht zu den Besten. Ihre größten Chancen sehe ich im Einzel, da kann sie in die Top Ten kommen."


LAURA DAHLMEIER

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picture alliance/ Michael Grube/ EXPA

Geburtstag: 22. August 1993
Größe: 162 cm
Gewicht: 52 kg
Größter Erfolg: Gold Junioren-WM 2013 (Sprint, Einzel und Staffel)
Wilhelms Prognose: "Für Laura ist es schon ein riesengroßer Erfolg, dass sie dabei ist. Man muss abwarten, ob sie überhaupt zum Einsatz kommt."


ANDREAS BIRNBACHER

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AFP

Geburtstag: 11. September 1981
Größe: 179 cm
Gewicht: 73 kg
Größter Erfolg: Gold WM 2008 (Staffel)
Greis' Prognose: "Im Schießen gehört Andi zu den Stärksten. Er wird auf jeden Fall um die Medaillen mitkämpfen."
FLORIAN GRAF

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Getty Images

Geburtstag: 24. Juli 1988
Größe: 169 cm
Gewicht: 71 kg
Größter Erfolg: Gold Junioren-WM 2009 (Staffel)
Greis' Prognose: "Er wird darum kämpfen müssen, einen Platz in der Staffel zu bekommen. In den Einzeldisziplinen wäre für Florian eine Platzierung in den Top Acht ein gutes Resultat."
ERIK LESSER

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DPA

Geburtstag: 17. Mai 1988
Größe: 170 cm
Gewicht: 70 kg
Größter Erfolg: Gold Junioren-WM 2009 (Staffel)
Greis' Prognose: "Erik wird zum ersten Mal einen Wettkampf bei einer WM bestreiten. Von daher darf man von ihm nicht zu viel erwarten."
ARND PEIFFER

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Geburtstag: 18. März 1987
Größe: 185 cm
Gewicht: 83 kg
Größter Erfolg: Gold WM 2010 (Mixed-Staffel) und 2011 (Sprint)
Greis' Prognose: "Er hatte zuletzt einige Probleme mit seiner Leistung. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich Arnd rechtzeitig zur WM wieder stabilisiert. Wenn alles gut läuft, könnte er Geheimfavorit sein."


SIMON SCHEMPP

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Getty Images

Geburtstag: 14. November 1988
Größe: 179 cm
Gewicht: 72 kg
Größter Erfolg: Gold WM 2010 (Mixed-Staffel)
Greis' Prognose: "Er ist läuferisch und am Schießstand gut, muss aber beides in einem Rennen zusammenbringen. Mit seinen Möglichkeiten kann er eine Überraschung werden und ums Podest mitkämpfen."

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insgesamt 1 Beitrag
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1. Nicht jede Prognose geht in die Hose...
BettyB. 06.02.2013
Dieses vorzeitige Medaillengeschwätz ist eigentlich nur unangenehm, aber durch die Vorstellung der AthletInnen machtes schließlich doch einen Sinn. Noch peinlicher wird hinterher die Frage, weshalb emand nichtso lief, wie man es sich gedacht hatte. Aber Sportjournalsten ist ja wohl nichts wirklich peinlich und Sportler weigern sich anscheinend einfach zu sagen, dass andere besser waren und zu fragen, ob Reporter das nicht bemerkt hätten.
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Biathlon-Grafik: Daten und Fakten zum Schießen Zur Großansicht
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Biathlon-Grafik: Daten und Fakten zum Schießen


Zeitplan Biathlon-WM
  • DPA
    Donnerstag, 7. Februar
    17.30 Uhr: Mixed-Staffel

    Samstag, 9. Februar
    13.00 Uhr: Sprint Männer
    16.15 Uhr: Sprint Frauen

    Sonntag, 10. Februar
    13.00 Uhr: Verfolgung Männer
    16.15 Uhr: Verfolgung Frauen

    Mittwoch, 13. Februar
    17.15 Uhr: Einzel Frauen

    Donnerstag, 14. Februar
    17.15 Uhr: Einzel Männer

    Freitag, 15. Februar
    17.15 Uhr: Staffel Frauen

    Samstag, 16. Februar
    15.15 Uhr: Staffel Männer

    Sonntag, 17. Februar
    12.00 Uhr: Massenstart Frauen
    15.15 Uhr: Massenstart Männer
Biathlon-Disziplinen
Einzel
Der älteste Biathlon-Wettkampf ist mit 15 Kilometern bei den Frauen sowie 20 Kilometern bei den Männern der längste. Viermal wird geschossen, zweimal liegend, zweimal stehend - im Wechsel. Pro Fehlschuss gibt es eine Strafminute, der Zeitschnellste gewinnt.
Sprint
Mit 7,5 Kilometern bei den Frauen und 10 Kilometern bei den Männern der kürzeste Wettkampf. Erst wird liegend geschossen, dann stehend. Pro Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Der Zeitschnellste gewinnt.
Verfolgung
Auch Jagdrennen genannt. Der Sieger des Sprints geht als Erster in die Loipe. 10 (Frauen) beziehungsweise 12,5 (Männer) Kilometer sind zu absolvieren. In den Zeitabständen aus dem Sprintrennen jagt das restliche Feld den Führenden. Viermal wird geschossen, erst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Pro Fehler gibt es eine Strafrunde. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.
Massenstart
Die 30 Starter ergeben sich anhand der Weltcupwertung. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen sind zudem alle Medaillengewinner der vorherigen Wettbewerbe automatisch qualifiziert. Vier Schießeinlagen (liegend, liegend, stehend, stehend) stehen auf dem Programm, die Laufstrecke beträgt 12,5 (Frauen) beziehungsweise 15 (Männer) Kilometer. Geht ein Schuss daneben, wartet die Strafrunde (150 Meter). Sieger ist, wer zuerst die Ziellinie überquert.
Staffel
Gestartet wird im Quartett - die Frauen müssen 4x6 Kilometer laufen, die Männer 4x7,5 Kilometer. Jeder Läufer hat bei seinen zwei Schießeinlagen (liegend und stehend) jeweils drei Nachlader (Zusatzschüsse). Reichen diese nicht aus, muss pro nicht getroffener Scheibe eine Strafrunde absolviert werden. Beim Wechsel muss es zwischen den Teamgefährten in der 30 Meter langen Wechselzone einen eindeutigen Körperkontakt geben, sonst droht die Disqualifikation. Die schnellste Staffel gewinnt.
Mixed-Staffel
Das Quartett besteht aus zwei Frauen und zwei Männern. Erst laufen die Frauen jeweils 6, dann die Herren jeweils 7,5 Kilometer. Jeder Starter muss zweimal schießen (liegend und stehend). Es gibt drei Nachlader pro Starter, sonst droht die Strafrunde. Sieger ist das Quartett, welches als erstes im Ziel ist. Das Mixed-Rennen ist 2014 erstmals olympisch.

Quellen: dpa und sid

Fotostrecke
Neuner, Disl und Co.: Die besten deutschen Biathletinnen der Geschichte
Erfolgreichste Biathletinnen bei Weltmeisterschaften
Name (Land) Gold Silber Bronze
M. Neuner (Deutschland) 12 4 1
J. Golowina (UdSSR) 10 1 1
P. Behle (Deutschland) 9 2 2
U. Disl (Deutschland) 8 8 3
A. Henkel (Deutschland) 8 6 3
L.G. Poirée (Norwegen) 8 3 2
S. Dawidowa (UdSSR) 7 3 1
K. Parwe (UdSSR) 7 2 -
W. Tschernyschowa (UdSSR) 7 1 2
T. Berger (Norwegen) 6 4 5

Fotostrecke
Luck, Groß und Co.: Die besten deutschen Biathleten der Geschichte
Erfolgreichste Biathleten bei Weltmeisterschaften
Name (Land) Gold Silber Bronze
O. Bjørndalen (Norwegen) 18 11 9
F. Luck (Deutschland) 11 5 4
A. Tichonow (UdSSR) 11 4 2
E. Svendsen (Norwegen) 11 4 1
R. Groß (Deutschland) 9 5 6
F. Ullrich (Deutschland) 9 4 1
R. Poirée (Frankreich) 8 3 7
S. Fischer (Deutschland) 7 6 7
M. Kirchner (Deutschland) 7 1 2
W. Melanin (UdSSR) 6 1 -