Biathlon-WM: Deutsche Männer-Staffel gewinnt Bronze
Spannendes Staffelrennen in Ruhpolding: Die norwegischen Männer haben bei der Biathlon-Weltmeisterschaft Gold gewonnen, Zweiter wurde das Team Frankreichs. Schlussläufer Arnd Peiffer sicherte der deutschen Mannschaft die Bronzemedaille.
Hamburg - Die deutschen Männer haben bei der Heim-WM in Ruhpolding ihre erste Medaille gewonnen. Die Staffel mit Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Michael Greis und Arnd Peiffer holte über 4x7,5 Kilometer die Bronzemedaille mit einem Rückstand von 53 Sekunden.
Gold ging in 1:17:26,8 Stunden an Titelverteidiger Norwegen mit Ole Einar Björndalen, Rune Brattsveen, Tarjei Bö und Emil Hegle Svendsen vor den Franzosen (29,7 Sekunden zurück), bei denen ausgerechnet Doppel-Weltmeister Martin Fourcade als Schlussläufer patzte.
Für das deutsche Team war es die insgesamt vierte Medaille in Ruhpolding. Zuvor hatte Magdalena Neuner Gold im Sprint und Silber in der Verfolgung gewonnen, dazu gab es Bronze in der Mixed-Staffel. Die deutschen Männer leisteten sich am Freitag insgesamt zehn Fehlschüsse, blieben aber ohne Strafrunde.
Der deutsche Startläufer Schempp zeigte nach seinem 90. Platz im Einzelrennen eine gute Leistung. Er musste nach einer fehlerfreien Liegendeinlage auch im Stehendschießen nur einmal nachladen und wechselte als Sechster mit einem Rückstand von 11,7 Sekunden auf die zu diesem Zeitpunkt führenden Russen. "Ich bin sehr zufrieden, weil ich nach dem Einzel noch etwas gutzumachen hatte. Ich war nervös vor dem Rennen, und auf der letzten Runde hat mir etwas die Kraft gefehlt", sagte Schempp.
"Ich muss zugeben, dass ich ganz schön Druck gespürt habe"
Birnbacher lief einmal mehr sehr gut, war aber am Schießstand nicht in Topform. Nach einem Nachlader im Liegendschießen kam der 30-Jährige in Führung liegend zum Stehendanschlag, wo er bei drei Nachladern nur mit Mühe die Strafrunde vermeiden konnte und auf Platz drei hinter die beim Wechsel fast zeitgleichen Franzosen und Russen zurückfiel. "Ich muss zugeben, dass ich ganz schön Druck gespürt habe, vor allem bei den Nachladern. Läuferisch habe ich mich aber gut gefühlt, auf der letzten Runde war es dann ein tolles Gefühl", sagte Birnbacher.
Greis, der sich intern im Kampf um einen Staffelplatz gegen Florian Graf durchgesetzt hatte, fiel allerdings deutlich hinter der Spitze zurück und musste nach zwei Nachladern im ersten Schießen auch den letztjährigen Gesamtweltcup-Gewinner Tarjei Bö aus Norwegen passieren lassen.
Mit einem sehr schnellen und fehlerfreien Stehendschießen meldete sich der 35-Jährige aber eindrucksvoll zurück und kam mit 26,8 Sekunden Rückstand auf Frankreich als Dritter zum letzten Wechsel. "Fünf Treffer waren mein Ziel, ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell ich war", sagte Greis: "Ich hatte heute einen Super-Ski."
Schlussläufer Peiffer musste zwar insgesamt dreimal nachladen und hatte keine Chance mehr, in den Kampf um Gold einzugreifen. Doch nach hinten ließ der ehemalige Sprintweltmeister nichts mehr anbrennen und lief zu Bronze.
luk/dpa/sid
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- Freitag, 09.03.2012 – 16:38 Uhr
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15.30 Uhr: Mixed-Staffel
- Freitag, 2. März
Ruhetag - Samstag, 3. März
12.30 Uhr: Sprint Männer
15.30 Uhr: Sprint Frauen - Sonntag, 4. März
13.15 Uhr: Verfolgung Männer
16.00 Uhr: Verfolgung Frauen - Montag, 5. März
Ruhetag - Dienstag, 6. März
15.15 Uhr: Einzel Männer - Mittwoch, 7. März
15.15 Uhr: Einzel Frauen - Donnerstag, 8. März
Ruhetag - Freitag, 9. März
15.15 Uhr: Staffel Männer - Samstag, 10. März
15.15 Uhr, Staffel Frauen
13.30 Uhr: Massenstart Männer
16.00 Uhr: Massenstart Frauen
- SPRINT: Mit 7,5 Kilometern bei den Frauen und 10 Kilometern bei den Männern der kürzeste Wettkampf. Erst wird liegend geschossen, dann stehend. Pro Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Der Zeitschnellste gewinnt.
- VERFOLGUNG: Auch Jagdrennen genannt. Der Sieger des Sprints geht als Erster in die Loipe. 10 beziehungsweise 12,5 Kilometer sind zu absolvieren. In den Zeitabständen aus dem Sprintrennen jagt das restliche Feld den Führenden. Viermal wird geschossen, erst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Pro Fehler gibt es eine Strafrunde. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.
- MASSENSTART: Die 30 Bestplatzierten der Weltcup-Wertung treten an. Vier Schießeinlagen stehen auf dem Programm, die Laufstrecke beträgt 12,5 beziehungsweise 15 Kilometer. Geht ein Schuss daneben, wartet die Strafrunde. Sieger ist, wer zuerst die Ziellinie überquert.
- STAFFEL: Gestartet wird im Quartett - die Frauen müssen 4 x 6 Kilometer laufen, die Männer 4 x 7,5 Kilometer. Jeder Läufer hat bei seinen zwei Schießeinlagen jeweils drei Nachlader (Zusatzschuss). Reichen diese nicht aus, muss pro nicht getroffener Scheibe eine Strafrunde absolviert werden. Beim Wechsel muss es zwischen den Teamgefährten in der 30 Meter langen Wechselzone einen eindeutigen Körperkontakt geben, sonst droht die Disqualifikation. Der Schnellste gewinnt.
Quelle: dpa
- Fotostrecke: Medaille für Peiffer und Co.
- Liveticker: Das Rennen im Minutenprotokoll
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