Biathlon: Deutsche Mixed-Staffel enttäuscht beim WM-Auftakt

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Biathletin Gössner: Vier Nachlader, eine Strafrunde

Die deutsche Mixed-Staffel hat beim Auftakt der Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto eine Podestplatzierung deutlich verpasst. Gerade am Schießstand zeigte das DSV-Team Schwächen, ausgerechnet Hoffnungsträgerin Miriam Gössner musste in die Strafrunde. Den Sieg holte sich Norwegen.

Hamburg - Enttäuschung zum Auftakt: Die deutsche Mixed-Mannschaft ist beim ersten Rennen der Biathlon-WM nur auf den 13. Platz gelaufen. Das Team um Andrea Henkel, Miriam Gössner, Simon Schempp und Andreas Birnbacher benötigte für die insgesamt 27 Kilometer 1:14:45.9 Stunden. Den ersten Platz belegte Norwegen in 1:12:04.9 Stunden, Zweiter wurde Frankreich (+20 Sekunden). Auf Rang drei landete Gastgeber Tschechien (+32.3 Sekunden).

Henkel, die als Startläuferin in die Loipe gegangen war, musste beim ersten Liegendschießen einmal nachladen. Auch im Stand benötigte sie eine Reservepatrone. Insgesamt hatte das deutsche Team beim ersten Wechsel bereits 42 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Gössner hatte als zweite DSV-Läuferin noch mehr Probleme am Schießstand: Erst vergab sie gleich den ersten Versuch, dann klemmten die Patronen. Im Stand blieb dann sogar eine Scheibe stehen - trotz dreier Nachlader. Gössner musste in die Strafrunde und fiel so weiter zurück. "Es hat einfach überhaupt nicht so funktioniert heute, wie ich mir das vorgestellt habe", sagte sie nach dem Rennen.

Besser machte es Schempp, der im Liegendschießen zwar noch einen Nachlader benötigte, stehend dann aber fehlerfrei blieb. Als Letzter ging Birnbacher in die Loipe - und wäre ebenfalls fast in der Strafrunde gelandet, konnte aber im Stand mit seiner letzten Patrone die fehlende Scheibe treffen.

Bei der Heim-WM in Ruhpolding im vergangenen Jahr hatte die Auswahl des Deutschen Skiverbandes (DSV) in der Besetzung Henkel, Magdalena Neuner, Arnd Peiffer und Birnbacher noch die Bronzemedaille gewonnen.

Die Biathlon-WM geht am Samstag mit dem Sprint der Männer (13 Uhr) sowie dem Sprint der Frauen (16.15 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE) weiter.

bka

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insgesamt 24 Beiträge
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1. nö
try_it 07.02.2013
So werden wir auch nicht so unsympathisch in der Welt wahr genommen. Insbesondere finde ich toll, dass man in Deutschen schlechte Schützen sieht. Wild in der Gegend rumgeballert und nicht so viel getroffen - so ist´s recht und fast gewaltfrei. Sehr gut hat mir der Kommentar des Kommentators auf ARD gefallen, als er Birnbachers "unwiderstehlichen" Schlußspurt ankündigte - den Birnbacher gegen den Schweizer Athleten leider verlor. Hat sich eventuell jemand im Wald unbemerkt von den Kameras verlaufen? Nein? Na, dann können wir uns auf den zwangsbezahlten Fernsehsendern auch wieder um andere Sportarten kümmern. Außer Fußball und Wintersport soll es auch noch anderes geben.
2.
Heitgitsche 07.02.2013
Zitat von try_itSo werden wir auch nicht so unsympathisch in der Welt wahr genommen. Insbesondere finde ich toll, dass man in Deutschen schlechte Schützen sieht. Wild in der Gegend rumgeballert und nicht so viel getroffen - so ist´s recht und fast gewaltfrei. Sehr gut hat mir der Kommentar des Kommentators auf ARD gefallen, als er Birnbachers "unwiderstehlichen" Schlußspurt ankündigte - den Birnbacher gegen den Schweizer Athleten leider verlor. Hat sich eventuell jemand im Wald unbemerkt von den Kameras verlaufen? Nein? Na, dann können wir uns auf den zwangsbezahlten Fernsehsendern auch wieder um andere Sportarten kümmern. Außer Fußball und Wintersport soll es auch noch anderes geben.
Für deutsche Zuschauer - Neustadt.
3.
driverseat 07.02.2013
@try_it - haben Sie überhaupt eine Ahnung, wer dieser Schweizer war? Gibt es in ihrem offenbar beschränkten Horizont auch nur einen Funken Biathlon-Sachverstand? Ich denke nicht! Und zum Thema andere Sportarten: Die Handball-WM ist scheinbar spurlos an Ihnen vorbeigegangen. Und wie ist das so mit den Leichtathletik-Veranstaltungen? Ich wette, Sie schalten ab und ägern sich, dass nichts anderes läuft.
4. Ursache unklar
h-master64 07.02.2013
Das war ja nun nix! Analysiert wurde danach einiges. Nur keiner hat hinterfragt, ob vlt. das Material nicht optimal war. Ob die Skiwachser daneben lagen mit ihrer Wahl. Wenn alle hinter ihren diesjährigen Laufleistungen blieben, liegt das nahe. Dann entsteht am Schießstand die Unsicherheit, die wir bei Miriam erlebt haben. Da die Techniker auch zum Erfolg gehören, sollten sie genauso bei Misserfolg öffentlich Stellung beziehen. Und dann noch eine kurze Bemerkung zu Wilfried Hark. Wie lange müssen wir diesen linkisch wirkenden, fachunkundigen Kommentator noch aushalten??? Lasst ihn die Interviews zwischendurch u danach machen oder schickt ihn in die Wüste! Wilfried du wirst auch von mir bezahlt....
5. Abwarten
kagemusha 07.02.2013
Wenn sich das Desaster gleich zu Beginn ereignet, kann es nur besser werden.
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Biathlon-Grafik: Daten und Fakten zum Schießen Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Biathlon-Grafik: Daten und Fakten zum Schießen

Fotostrecke
Gössner, Birnbacher und Co.: Das deutsche Team für die Biathlon-WM

Zeitplan Biathlon-WM
  • DPA
    Donnerstag, 7. Februar
    17.30 Uhr: Mixed-Staffel

    Samstag, 9. Februar
    13.00 Uhr: Sprint Männer
    16.15 Uhr: Sprint Frauen

    Sonntag, 10. Februar
    13.00 Uhr: Verfolgung Männer
    16.15 Uhr: Verfolgung Frauen

    Mittwoch, 13. Februar
    17.15 Uhr: Einzel Frauen

    Donnerstag, 14. Februar
    17.15 Uhr: Einzel Männer

    Freitag, 15. Februar
    17.15 Uhr: Staffel Frauen

    Samstag, 16. Februar
    15.15 Uhr: Staffel Männer

    Sonntag, 17. Februar
    12.00 Uhr: Massenstart Frauen
    15.15 Uhr: Massenstart Männer
Biathlon-Disziplinen
Einzel
Der älteste Biathlon-Wettkampf ist mit 15 Kilometern bei den Frauen sowie 20 Kilometern bei den Männern der längste. Viermal wird geschossen, zweimal liegend, zweimal stehend - im Wechsel. Pro Fehlschuss gibt es eine Strafminute, der Zeitschnellste gewinnt.
Sprint
Mit 7,5 Kilometern bei den Frauen und 10 Kilometern bei den Männern der kürzeste Wettkampf. Erst wird liegend geschossen, dann stehend. Pro Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Der Zeitschnellste gewinnt.
Verfolgung
Auch Jagdrennen genannt. Der Sieger des Sprints geht als Erster in die Loipe. 10 (Frauen) beziehungsweise 12,5 (Männer) Kilometer sind zu absolvieren. In den Zeitabständen aus dem Sprintrennen jagt das restliche Feld den Führenden. Viermal wird geschossen, erst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Pro Fehler gibt es eine Strafrunde. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.
Massenstart
Die 30 Starter ergeben sich anhand der Weltcupwertung. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen sind zudem alle Medaillengewinner der vorherigen Wettbewerbe automatisch qualifiziert. Vier Schießeinlagen (liegend, liegend, stehend, stehend) stehen auf dem Programm, die Laufstrecke beträgt 12,5 (Frauen) beziehungsweise 15 (Männer) Kilometer. Geht ein Schuss daneben, wartet die Strafrunde (150 Meter). Sieger ist, wer zuerst die Ziellinie überquert.
Staffel
Gestartet wird im Quartett - die Frauen müssen 4x6 Kilometer laufen, die Männer 4x7,5 Kilometer. Jeder Läufer hat bei seinen zwei Schießeinlagen (liegend und stehend) jeweils drei Nachlader (Zusatzschüsse). Reichen diese nicht aus, muss pro nicht getroffener Scheibe eine Strafrunde absolviert werden. Beim Wechsel muss es zwischen den Teamgefährten in der 30 Meter langen Wechselzone einen eindeutigen Körperkontakt geben, sonst droht die Disqualifikation. Die schnellste Staffel gewinnt.
Mixed-Staffel
Das Quartett besteht aus zwei Frauen und zwei Männern. Erst laufen die Frauen jeweils 6, dann die Herren jeweils 7,5 Kilometer. Jeder Starter muss zweimal schießen (liegend und stehend). Es gibt drei Nachlader pro Starter, sonst droht die Strafrunde. Sieger ist das Quartett, welches als erstes im Ziel ist. Das Mixed-Rennen ist 2014 erstmals olympisch.

Quellen: dpa und sid

Fotostrecke
Neuner, Disl und Co.: Die besten deutschen Biathletinnen der Geschichte
Erfolgreichste Biathletinnen bei Weltmeisterschaften
Name (Land) Gold Silber Bronze
M. Neuner (Deutschland) 12 4 1
J. Golowina (UdSSR) 10 1 1
P. Behle (Deutschland) 9 2 2
U. Disl (Deutschland) 8 8 3
A. Henkel (Deutschland) 8 6 3
L.G. Poirée (Norwegen) 8 3 2
S. Dawidowa (UdSSR) 7 3 1
K. Parwe (UdSSR) 7 2 -
W. Tschernyschowa (UdSSR) 7 1 2
T. Berger (Norwegen) 6 4 5

Fotostrecke
Luck, Groß und Co.: Die besten deutschen Biathleten der Geschichte
Erfolgreichste Biathleten bei Weltmeisterschaften
Name (Land) Gold Silber Bronze
O. Bjørndalen (Norwegen) 18 11 9
F. Luck (Deutschland) 11 5 4
A. Tichonow (UdSSR) 11 4 2
E. Svendsen (Norwegen) 11 4 1
R. Groß (Deutschland) 9 5 6
F. Ullrich (Deutschland) 9 4 1
R. Poirée (Frankreich) 8 3 7
S. Fischer (Deutschland) 7 6 7
M. Kirchner (Deutschland) 7 1 2
W. Melanin (UdSSR) 6 1 -