Hamburg - Die deutsche Mixed-Staffel hat zum Start der Biathlon-WM in Ruhpolding die Bronzemedaille gewonnen. Das Quartett aus Andrea Henkel, Magdalena Neuner, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer musste sich am Donnerstag nach 2x6 und 2x7,5 Kilometern Titelverteidiger Norwegen und dem Überraschungs-Zweiten Slowenien geschlagen geben.
Die Norweger kamen zwar nur als Zweite ins Ziel, bekamen aber eine Zeitgutschrift von 30 Sekunden, weil ein Treffer von Ole Einar Björndalen nicht gewertet worden war. Vor dem letzten Schießen lagen die Deutschen klar auf Goldkurs, doch Peiffer patzte und musste sogar in die Strafrunde.
"Ich ärgere mich natürlich. Diese Strafrunde war einfach blöd. Klar ist eine Medaille schön, aber wenn man so nah an Gold dran ist, tut es ein bisschen weh. Heute war mehr drin. Die anderen haben mir so einen großen Vorsprung mitgegeben", sagte Peiffer. "Es ist keiner hier, dem das noch nicht passiert ist", sagte Neuner: "Wir haben versucht, Arnd zu trösten und gesagt: Super, wir haben Bronze gewonnen."
Zu Beginn sah es nicht gut aus für das gemischte deutsche Doppel. Startläuferin Andrea Henkel musste insgesamt dreimal nachladen, hatte einen riesigen Rückstand auf Tora Berger. "So richtig zufrieden bin ich nicht. Heute war ich tatsächlich ein bisschen aufgeregt, das kenne ich gar nicht von mir", sagte sie.
Mit einem Rückstand von 46,3 Sekunden auf die zu diesem Zeitpunkt führenden Norweger begann dann für Neuner ihre letzte WM. Die Rekord-Weltmeisterin lief taktisch klug, arbeitete am Schießstand trotz ihrer drei Nachlader hochkonzentriert.
Mit einem Rückstand von lediglich 7,2 Sekunden auf die zwischenzeitlich führenden Franzosen übergab die 25-Jährige als Zweite an Andreas Birnbacher. "Es war schon aufregend, das erste Rennen in Ruhpolding. Ein bisschen Zittern war da schon dabei. Aber ich glaube, ich habe es ganz gut gelöst", sagte Neuner.
Und Birnbacher präsentierte sich auf der 7,5-Kilometer-Runde in der Loipe einmal mehr sehr stark. Auch am Schießstand behielt er die Nerven. Birnbacher blieb fehlerfrei, übernahm erstmals in diesem Rennen die Führung. "Der Andi macht einen grandiosen Job. Wir haben eine gute Chance ganz oben zu stehen", sagte Neuner während des Rennens und wagte den Tipp: "Es gibt Gold." Aber so kam es nicht. Mit einem Vorsprung von fast einer Minute ging Peiffer auf die letzte Runde.
Doch der zeigte am Schießstand Nerven und musste im Ziel von den Kollegen getröstet werden. "Wir haben die erste Medaille gewonnen, das war ein guter Start. Jetzt fangen wir an zu sammeln", so Neuners sportliche Ansage für die kommenden Tage.
mig/sid/dpa
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