Bobsport Politik befasst sich mit schwacher Olympiabilanz

Keine Medaille, öffentlicher Zoff und die Kufen-Affäre: Der deutsche Bobsport steckt in einer Krise. Nun will sich der Sportausschuss des Bundestages mit der Olympiabilanz befassen. Im Fokus steht besonders das Kompetenzgerangel mit einem staatlich geförderten Institut.

Deutscher Bob in Sotschi: Erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille
AFP

Deutscher Bob in Sotschi: Erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille


Hamburg - Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages will sich mit dem Debakel der deutschen Bobfahrer bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi befassen. Das Gremium hat Vertreter des Bob- und Schlittenverbandes (BSD) und des staatlich geförderten Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) zu einer Sitzung eingeladen. Diese soll voraussichtlich im April stattfinden.

Bei den Winterspielen waren die deutschen Bobs zum ersten Mal seit 50 Jahren ohne Medaille geblieben. Noch in Sotschi war ein offener Streit um das Material zwischen Trainern und Piloten auf der einen Seite und den FES-Ingenieuren auf der anderen Seite ausgebrochen. Die Sportler hatten vor allem die mangelnde Konkurrenzfähigkeit des Zweierbobs kritisiert. Das FES hatte zwar "strategische Fehler" beim Bau zugegeben, die Alleinschuld am schwachen Abschneiden aber zurückgewiesen.

Auch Bundestrainer Christoph Langen stand stark in der Kritik. Der zweimalige Olympiasieger schloss einen Rücktritt jedoch aus. Zuletzt kam die Kufen-Affäre um Manuel Machata hinzu. Der Viererbob-Weltmeister von 2011 hatte sich nicht für die Winterspiele qualifiziert und seine Kufen an den späteren Olympiasieger Alexander Subkow aus Russland weitergegeben. Der BSD sperrte Machata daraufhin für ein Jahr, dagegen legte der 29-Jährige Einspruch ein. Für das Urteil ist der Verband ebenfalls scharf kritisiert worden.

max/sid

insgesamt 5 Beiträge
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mundi 13.03.2014
1. Plansoll nicht erfüllt
Man könnte beschließen, wegen Nichterfüllung des Plansolls, die Vwrantwortlichen nach Berlin zu verbannen. Sie sollten die Bauruine des neuen Flughafens bewachen. Eine Nationaltragödie!
Kanzleramt 13.03.2014
2.
Ich dachte, es geht immer "nur um den Sport" (also weder um Politik oder Geld)... und bei dem kann man auch verlieren. ;-)
quidquidagis 13.03.2014
3. Politik und Sport
Vielleicht laden die Gauck und weitere wichtige Würdenträger ein und verleihen ihnen Goldmedaillen für politischen Boykott von Olympischen Spielen! Es war ihnen sicher ein großer Genuß nicht dorthin zu fahren und die Veranstalter zu beleidigen. Letztendlich war es ein Affront gegenüber den Athleten die sich jahrelang auf diesen Event vorbereitet und sich darauf gefreut haben. Sport für politische Zwecke zu missbrauchen ist einfach nur schäbig!
Robert_Rostock 13.03.2014
4.
Zitat von quidquidagisVielleicht laden die Gauck und weitere wichtige Würdenträger ein und verleihen ihnen Goldmedaillen für politischen Boykott von Olympischen Spielen! Es war ihnen sicher ein großer Genuß nicht dorthin zu fahren und die Veranstalter zu beleidigen. Letztendlich war es ein Affront gegenüber den Athleten die sich jahrelang auf diesen Event vorbereitet und sich darauf gefreut haben. Sport für politische Zwecke zu missbrauchen ist einfach nur schäbig!
Jawoll! Wo doch bei allen bisherigen Winterspielen Bundespräsident, Kanzler_in und gesamtes Kabinett vom ersten bis zum letzten Tag dabei waren. Jetzt erstmals, bei den größten, besten, tollsten Winterspielen aller bisherigen und zuküftigen Zeiten wagt es der Gauck, diesen Spielen und ihrem genialen Schöpfer nicht zu huldigen!
lestat1804 14.03.2014
5. Meine Kohle!!!
Der Bobsport ist doch das Teuerste an Wintersport überhaupt. Ist doch echt schlimm, dass unsere Steuerkohle da sowas von verbrannt wird! Die Sportler sind bei der BW angestellt und FES wird durch den Bund gefördert! Hallo, alles richtig bei Euch?
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