Bob-WM: US-Pilot Holcomb siegt auch im Vierer
Steven Holcomb ist der überragende Bobpilot dieses Winters: Nach dem Zweier-Titel sicherte sich der US-Amerikaner mit seinem Gespann jetzt auch die Weltmeisterschaft im Viererbob. Die sieggewohnten deutschen Teams landeten ebenfalls auf dem Podest.
Hamburg - Olympiasieger Steven Holcomb hat den Angriff der deutschen Bobpiloten erfolgreich abgewehrt und sich zum ersten Doppel-Weltmeister seit André Lange gekürt. Eine Woche nach seinem Triumph im kleinen Schlitten gewann der US-Amerikaner auf seiner Heimbahn in Lake Placid auch die Vierer-Disziplin vor Europameister Maximilian Arndt (+0,50) und Titelverteidiger Manuel Machata (+0,80), die sich mit Silber und Bronze trösten konnten.
Vor allem Arndt, der bereits im Zweier WM-Bronze gewonnen hatte, machte dem hohen Favoriten Holcomb lange Zeit das Leben schwer. Nach dem ersten von insgesamt vier Läufen hatte der 24-Jährige mit seiner Crew um Top-Anschieber Kevin Kuske sogar mit 0,15 Sekunden in Führung gelegen. "Ich bin überglücklich mit Silber", sagte Arndt.
Aber auch Machata hatte Grund zum Jubeln. Zwar konnte der 27-Jährige seinen Titelgewinn aus dem Vorjahr nicht wiederholen, doch nach dem enttäuschenden siebten Platz im kleinen Schlitten freute sich Machata über den versöhnlichen Saisonabschluss: "Das passt. Im kommenden Winter wird neu angegriffen." Im dritten Lauf hatte Machata Pech, als er quasi blind ins Ziel steuerte. Aufgrund der eiskalten Temperaturen war ihm das Visier eingefroren.
Vor Holcomb war es zuletzt 2008 dem inzwischen zurückgetretenen viermaligen Olympiasieger Lange gelungen, in beiden Disziplinen WM-Gold einzufahren. Der Deutsche Francesco Friedrich, der im Zweier mit Platz vier überrascht hatte, beendete sein erstes WM-Viererrennen auf Rang neun (+2,48).
Dennoch blieb der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) in allen sechs Entscheidungen der Bob- und Skeleton-WM ohne Titel. Im Vorjahr hatte das deutsche Team in Königssee noch viermal Gold gesammelt. "Sieglos, aber erfolgreich", so lautete dennoch das Fazit von BSD-Sportdirektor Thomas Schwab: "Die WM war ein Gradmesser für Olympia in Sotschi. Und mit den insgesamt sechs Medaillen bin ich zufrieden."
aha/sid
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