Eisschnelllauf-Weltcup Pechstein gewinnt Massenstart-Rennen in Calgary

Claudia Pechstein hat einen Lauf: Die 45-Jährige gewann bei der dritten Weltcup-Station in Calgary den Massenstart. Es ist der 34. Weltcupsieg ihrer Karriere.

Claudia Pechstein
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Claudia Pechstein ist nicht zu bremsen. Mit einer taktischen Meisterleistung düpierte die 45 Jahre alte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin bei der dritten Weltcup-Station in Calgary die Konkurrenz im Massenstart. "Das ist unglaublich. Es ist ein Thron, den man besteigt", sagte sie nach dem 34. Weltcupsieg ihrer Karriere: "Das ist für die Geschichtsbücher und gibt mir sehr viel Selbstbewusstsein."

Mit einem Cowboyhut und der goldenen Medaille um den Hals hüpfte sie auf dem Podium vor Freude über ihren insgesamt 113. Podestplatz. Pechstein ist nun der Startplatz bei den Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang kaum noch zu nehmen.

"Sie ist einfach gut drauf", sagte Teamleiter Helge Jasch. "Es war ein tolles Rennen, das hat sie gut gemacht." Pechstein lauerte auf dem schnellen Eis im Olympic Oval auf ihre Chance, den jüngeren Konkurrentinnen über die 16 Runden davonzuziehen. In einer Dreiergruppe setzte sie sich ab und lief als Älteste im Feld am Ende allen davon.

"Die besten 24 qualifizieren sich für Olympia, da sollte auch nächste Woche in Salt Lake City nichts mehr passieren", sagte Jasch. Der Flug zur nächsten Weltcup-Station in Salt Lake City war für Montagmorgen gebucht.

Zweiter Platz für Gabriele Hirschbichler, Roxanne Dufter und Claudia Pechstein in der Team-Verfolgung
AP

Zweiter Platz für Gabriele Hirschbichler, Roxanne Dufter und Claudia Pechstein in der Team-Verfolgung

Das harte Training im Sommer zahlt sich nun aus. Pechstein trainiert in einer Männergruppe und holt sich damit die Wettkampfhärte. Schon vor zwei Wochen hatte sie als älteste Weltcupsiegerin der Eisschnelllauf-Geschichte über 5000 Meter in Norwegen triumphiert. In Kanada wurde sie nun Fünfte über 3000 Meter und Zweite in der Teamverfolgung.

Nico Ihle blieb unterdessen über 500 Meter mit dem 15. Platz unter den Erwartungen. Er musste das Rennen auf seiner Spezialstrecke wiederholen, weil der Kanadier Gilmore Junio kurz vor dem Ziel in seinem Lauf gestürzt war und ihn behindert hatte. Einen Tag nach seinem 32. Geburtstag war für Ihle in 34,88 Sekunden nicht mehr drin. Der Kanadier Alex Boisvert-Lacroix gewann den Lauf in 34,31 Sekunden.

oka/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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x-unerreicht 04.12.2017
1. Typisch der erste Kommtar!
Erst mal die eigenen Leute schlecht machen. Genau das zeichnet uns Deutsche aus. Anstatt sich zu freuen, dass mit eiserner Disziplin auch mit ü40 sowas möglich ist.
just_ice 04.12.2017
2. Die tollen Leistungen von Frau Pechstein in Ehren...
aber es spricht nicht gerade für die Leistungsdichte in dieser Sportart, wenn eine Seniorin auf den Top-Events reihenweise die restliche "Weltklasse" düpiert.
Sobrenombre 04.12.2017
3. Nachtrag zum 1. Kommentar:
Ich hoffe nicht, das der 1. Kommentator einen Gendefekt im oberen Stübchen hat. Sonst würde er klar und deutlich erkennen, das es sich bei Claudia Pechstein um eine außergewöhnliche und erfolgreiche Athletin handelt, die trotz ihres Alters der Weltspitze Paroli bieten kann. "Neid muss man sich hart erarbeiten". Das zeichnet sie aus.
ruhrpottsonne 04.12.2017
4. Super!
Claudia...wie geil ist das denn? Freue mich super. Und all die Krittler hier sind alle nur neidisch und ich vermute, die würden keine 500m laufen können, ohne danach unters Sauerstoffzelt zu müssen. Alle Daumen hoch!
gumbofroehn 04.12.2017
5. Besonderer Rennverlauf
Zitat von just_iceaber es spricht nicht gerade für die Leistungsdichte in dieser Sportart, wenn eine Seniorin auf den Top-Events reihenweise die restliche "Weltklasse" düpiert.
Man muss das Rennen gesehen haben, um zu verstehen, wie es zu diesem Erfolg kommen konnte (siehe https://www.youtube.com/watch?v=xhQNHW3Dci8). Sie ist mit zwei relativ schwachen Konkurrentinnen um Rennmitte herum ausgerissen und im Feld wollte niemand in Nachführarbeit investieren, so dass die Lücke einfach sehr groß geworden ist. Ihre Mitausreißerinnen hat sie mit einer Tempoverschärfung in der vorletzten Runde aus dem Windschatten gefahren und dann ihre Tempohärte ausgespielt, so dass die Gegnerinnen da auch nicht wieder reinkommen konnten. Bei einem Sprint des Feldes wäre sie dagegen vollkommen chancenlos gewesen (mit 45 ist man nun einmal nicht mehr endschnell). Kurz: Tolle taktische Leistung, aus der sich keine Rückschlüsse auf die Leistungsdichte der Sportart ziehen lassen. Die ist in den letzten Jahren nämlich eher deutlich dichter geworden.
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