Eisschnelllauf 45-jährige Pechstein vor siebter Olympia-Teilnahme

Fast doppelt so alt wie die Konkurrenz - und doch nicht zu schlagen: Claudia Pechstein hat mit ihrem 33. Weltcup-Sieg mühelos die Norm für die Olympischen Winterspiele auf ihrer Spezialstrecke geknackt.

Claudia Pechstein
AFP

Claudia Pechstein


Claudia Pechstein kann für ihre siebte Teilnahme an Olympischen Winterspielen planen. Die fünfmalige Olympiasiegerin, die bereits 1992 in Albertville Bronze gewonnen hatte, blieb bei ihrem Sieg über 5000 Meter beim Weltcup in Stavanger (Norwegen) deutlich unter der geforderten nationalen Norm. Dafür hätte auf der längsten Einzelstrecke bei den Frauen bereits ein achter Platz genügt.

"Unglaublich, wirklich unfassbar", sagte Pechstein nach ihrem Coup. "Mein Runden-Plan war auf eine Zeit von 6:57 bis 7:00 Minuten ausgerichtet - irre, dass es nun sogar noch besser lief."

Pechstein deklassierte in 6:56,60 Minuten im direkten Duell ihre 23 Jahre jüngere Konkurrentin Isabelle Weidemann aus Kanada (7:00,82 Minute). Damit war die 45-Jährige rund vier Sekunden schneller als bei ihrem ersten 5000-Meter-Rennen im Vorjahr.

"Das ist sensationell"

Anschließend kamen auch Ivanie Blondin (Kanada/6:57,34) und Olympiasiegerin Martina Sablikova (Tschechien/6:59,95) auf den Plätzen zwei und drei nicht an die Deutsche heran. Zuletzt hatte Pechstein im November 2014 in Seoul einen Weltcup gewonnen.

"Das ist sensationell. Sie hat wieder gezeigt, was in ihr steckt", sagte DESG-Sportdirektor Robert Bartko: "Sie hat die Erfahrung, das Tempogefühl und eine super Kondition. Das war ein positives Zeichen in Richtung Olympia."

Die Entscheidung über die Olympia-Nominierung trifft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Als mit Abstand beste deutsche Langstrecken-Läuferin ist Pechsteins Berufung in den Kader allerdings lediglich eine Formsache. "Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sie zu den Olympischen Winterspielen fährt", sagte Bartko.

Auch Patrick Beckert erfüllte in Norwegen die Norm für Pyeongchang. Der WM-Dritte lief über 10 000 Meter in 13:04,97 Minuten auf den siebten Platz.

sak/sid/dpa



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zinobln 19.11.2017
1. Einfach mal die richtigen Fragen stellen...
statt Lobeshymnen zu singen. Worüber reden wir im Hochleistungssport eigentlich noch...ohne Doping läuft nichts mehr. Und auch Frau Pechstein, da kann sie noch so oft vor den CAS ziehen und auf Kritiker ihre Anwälte hetzen, ist ganz sicher keine Ausnahme. Mikro-Doping und Gen-Doping sind die neuen Wunderwaffen im Sport...EPO und Anabolika hochdosiert war gestern.
hafnafjoerdur 20.11.2017
2. Rechtsstaatliche Prinzipien
Zitat von zinoblnstatt Lobeshymnen zu singen. Worüber reden wir im Hochleistungssport eigentlich noch...ohne Doping läuft nichts mehr. Und auch Frau Pechstein, da kann sie noch so oft vor den CAS ziehen und auf Kritiker ihre Anwälte hetzen, ist ganz sicher keine Ausnahme. Mikro-Doping und Gen-Doping sind die neuen Wunderwaffen im Sport...EPO und Anabolika hochdosiert war gestern.
Schon mal was davon gehört? Tatsächlich wurde Claudia Pechstein niemals Doping nachgewiesen. Sie wurde aufgrund von Indizien verurteilt. Die von ihr vorgelegte medizinische Begründung wurde nicht zur Kenntnis genommen, mittlerweile ist es belegt, dass die Anomalie bei ihr familienbedingt ist. Im Zivil- und Strafrecht wäre es niemals zu einer Verurteilung gekommen, nur im Sportrecht wird die Beweislast immer wieder umgekehrt, so dass der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss. Ich kann nicht ausschließen, dass sie gedopt hat - vermutlich wird das im Laufe ihrer Karriere irgendwann so gewesen sein. Allerdings hat sie alles Recht der Welt, sich gegen ein Urteil zu wehren, dass auf diese fragwürdige Weise zu Stande gekommen ist und in dieser Form bis heute einmalig ist. Vor allem hat sie das Recht, weiter Sport zu betreiben, ohne sich grundlosen Verdächtigungen aussetzen zu müssen.
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