Spenden und Bürgen Pechstein kann Prozess gegen Weltverband fortsetzen

Im Prozess gegen den Weltverband ist Eisschnellläuferin Claudia Pechstein für die nächste Runde gerüstet. Die Athletin kann Anwaltskosten durch private Spender und Bürgschaften bezahlen.

Eisschnellläuferin Pechstein: Anwaltskosten offenbar gedeckt
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Eisschnellläuferin Pechstein: Anwaltskosten offenbar gedeckt


Claudia Pechstein kann ihren Kampf vor den Gerichten fortsetzen. Die Internationale Gewerkschaft der Fußballprofis (Fifpro) und die Gewerkschaft der Bundespolizei (GdP) bürgen gemeinsam für 40.000 Euro. Zudem haben private Spender rund 30.000 Euro aufgebracht. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Pechstein hatte zuletzt einen Spendenaufruf gestartet und auf ihrer Website sowie in sozialen Medien um Unterstützung gebeten. Nach eigener Darstellung benötigt die Athletin 70.000 Euro Anwaltshonorar für die nächste Instanz (Bundesgerichtshof) im Prozess gegen den Weltverband Internationale Eislaufunion Isu.

Deutschlands Rekord-Winterolympionikin war 2009 wegen erhöhter Blutwerte gesperrt worden. Wegen Verdienstausfällen im Zuge der durch die Isu verhängten zweijährigen Dopingsperre fordert Pechstein, die Doping stets bestritten hat, 4,4 Millionen Euro Schadensersatz.

chp/sid

insgesamt 7 Beiträge
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Dr.Fuzzi 14.07.2015
1. Och Joh!
Da hat Frau Pechstein sehr viel Glück, so viele Sponsoren zu finden, die es ihr als Normalbürgerin finanziell ermöglichen, bis zur letzten Instanz den Klageweg zu beschreiten. Normalerweise für alle "normalen" Bürger dieses Landes unfinanzierbar und somit sind Klagen gegen große Unternehmen und Vereinigungen praktisch immer zum Scheitern verurteilt - selbst wenn diese noch so eindeutig das Recht nach eigenem Gusto auslegen! Faktisch haben wir ein sehr krankes Rechtssystem!
ponder 14.07.2015
2. Besonders
dass die Gewerkschaft der Polizei (GdP) da eine Bürgschaft übernimmt erscheint mir bedenklich. Klar soll eine Gewerkschaft für ihre Mitglieder eintreten. Doch in dem Fall geht es nur sehr mittelbar um dienstliche Belange der Bundespolizei. Ohnehin empfinde ich das Auftreten von Frau Pechstein vor Gericht in Uniform, um sich mehrere Millionen zu erstreiten als Affront gegenüber der Mehrheit der Bundespolizisten, die einen weit größeren Teil für die Gesellschaft leisten bei weit geringerer Entlohnung.
der_vogel 14.07.2015
3. Erstaunlich,
wie viel man so als Amateursportler, einer Randsportart, in ein paar Jahren verdienen kann. Im Hauptberuf ist sie doch Bundespolizistin, oder? Würde mich schon interessieren, wie die Summe zustande kommt. Im Übrigen sollte sie vorher mal prüfen lassen, ob der Verband überhaupt über so viel Vermögen verfügt - wohl eher nicht. Hatte Graciano Rocchigiani (Rocky) nicht damals auch einen der Boxverbände verklagt und auch Recht bekommen, der Verband aber praktisch Pleite war und er deshalb kein Geld bekommen? Da war doch mal was!
suhlerin 14.07.2015
4. Ich wünsche ihr
viel Glück,Erfolg und Durchhaltevermögen für ihren Kampf.
tamada12 14.07.2015
5. Seltsam!
Zur Hochzeit der Affäre hieß es mal, dass auch drei oder vier Nachwuchsläuferinnen aus dem Verein von C. Pechstein denselben von der Norm abweichenden Blutwert hätten - eine vom Pechstein-Vater stammende Gen-Anomalie, die als Ursache für die Unregelmäßigkeiten bei der Tochter bis heute gelten. Wie kommen die anderen Damen auch zur selben Anomalie?! In diesem Verein schien das normal zu sein! Seltsamerweise ist diese Nachricht bald aus der Presse verschwunden... Könnte man nachgehen!
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