Crash in Altenberg: Fahrfehler soll schweres Bob-Unglück verursacht haben

Entwarnung nach dem schweren Unfall: Bei den drei kanadischen Bobpiloten, die auf der Bahn in Altenberg verunglückt waren und sich verletzten, besteht keine Lebensgefahr. Ursache für den Crash war höchstwahrscheinlich ein Fahrfehler.

Bob-Unfall in Altenberg: Crash in Kurve 16 Fotos
dapd

Hamburg - Der beim Training in Altenberg schwer verunglückte kanadische Viererbobpilot Chris Spring und seine Crew sind außer Lebensgefahr. Wie der kanadische Bob- und Skeletonverband mitteilte, befinde sich Spring nach einer Notoperation in "stabilem Zustand". Er habe allerdings sehr viel Blut verloren sowie schwere Bein- und Rippenverletzungen erlitten. Einer der Anschieber liege mit Rückenverletzungen ebenfalls im Krankenhaus. Ein weiterer Anschieber erlitt leichtere Beinverletzungen und soll zur Beobachtung noch eine Nacht in der Klinik bleiben.

"Dies ist ein sehr tragischer Unfall, den wir sehr ernst nehmen", sagte der kanadische Verbandsvorsitzende Don Wilson. "Im Moment konzentrieren wir uns voll und ganz auf ihre Genesung."

Der Viererbob war am Donnerstag bei einer Geschwindigkeit von mehr als 130 Kilometern in der Stunde in Kurve 16 an die oberen Abweiser geprallt und hatte die Holzlatten auf zehn Meter Länge abgerissen. Eine Latte bohrte sich in den unteren Rücken des Piloten, der operiert werden musste. Drei der vier Insassen wurden nach dem Unfall mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht. Neben Spring waren das Graeme Rinholm und Bill Thomas. Der vierte Fahrer, Tim Randall, wurde nicht verletzt, stand jedoch unter Schock.

"Noch nie gesehen, dass ein Bob dermaßen zerstört wurde"

"Nach unseren bisherigen Erkenntnissen gibt es keinen anderen Grund für diesen Sturz als einen Pilotenfehler", sagte der Vizepräsident des deutschen Bob- und Skeletonverbandes, Rainer Jacobus. "Der Bob ist in der Ausfahrt der Kurve 15 gestürzt und unkontrolliert in die gegenüberliegende Kurve gerutscht. Es war eine Verkettung unglücklicher Ereignisse, die auf jeder anderen Bahn auch passieren können. Eine absolute Sicherheit gibt es im Bobsport nicht", so Jacobus.

Der kanadische Chefcoach Tom de la Hunty sagte: "Der gesamte vordere Teil des Schlittens brach ab und bohrte sich durch den hinteren Teil, wo sich die Athleten befanden. In meiner 32-jährigen Karriere habe ich noch nie gesehen, dass ein Bob dermaßen zerstört wurde."

Das Training war nach dem Unfall abgebrochen worden. Betroffen waren davon auch die deutschen Bobs von Thomas Florschütz, Manuel Machata und Maximilian Arndt, die keinen Lauf absolvieren konnten. Die Weltcuprennen im Bob und Skeleton wurden in Altenberg am Freitagmorgen planmäßig gestartet.

Zuletzt hatte es 2010 eine große Debatte über die Sicherheit im Bobsport gegeben. Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver war der Georgier Nodar Kumaritaschwili in einem Trainingslauf wenige Stunden vor der Eröffnungszeremonie in einen Betonpfeiler gestürzt und den Folgen seiner Verletzungen erlegen.

ham/dpa/sid/dapd

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unglaeubig 06.01.2012
Zitat von sysopEntwarnung nach dem schweren Sturz: Bei den drei kanadischen Bobpiloten, die auf der Bahn in Altenberg verunglückt waren, besteht keine Lebensgefahr. Ursache für den Crash könnte ein Fahrfehler gewesen sein. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,807511,00.html
Tragischer Unfall, aber man sollte bei den Fakten bleiben: Kumaritaschwili war Rodler, kein Bobfahrer.
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