Tödlich verunglückter Skifahrer Poisson nach Sturz gegen einen Baum geprallt

Der französische Skifahrer David Poisson musste sterben, weil der Trainingslauf in Kanada nicht so gut gesichert war wie die Rennen. Die Kollegen im alpinen Skizirkus reagieren bestürzt auf Poissons Tod.

David Poisson
imago/ Sven Simon

David Poisson


Der französische Skirennfahrer David Poisson hat bei seinem tödlichen Trainingsunfall in Kanada Sicherheitsnetze neben der Piste durchbrochen und ist gegen einen Baum geprallt. Das teilte der französische Verband mit. Nach ersten Erkenntnissen hatte der WM-Dritte von 2013 auf seiner Schussfahrt einen Ski verloren und war daher zu Fall gekommen, hieß es in dem Bericht.

"Als wir eintrafen, stellten wir fest, dass er an der Unfallstelle gestorben war", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte in Calgary.

"Solche tragischen Nachrichten machen mich unendlich traurig", schrieb Deutschlands bester Skifahrer Felix Neureuther bei Facebook. "Ich wünsche der Familie ganz viel Kraft! Wir werden Dich immer in unserem Herzen behalten, mein Freund." Wie Neureuther ergeht es auch den Kollegen: Der Tod Poissons trifft die Szene ins Mark.

Poisson gehörte nicht zu den Siegfahrern, aber er war beliebt. Sein Tod erinnerte die anderen Fahrer daran, wie gefährlich ihr Sport ist. "Die gesamte Ski-Familie ist tief schockiert und trauert um David Poisson", teilte der Deutsche Skiverband mit. "Das ist niederschmetternd", twitterte US-Superstar Lindsey Vonn, selbst schon häufig genug gestürzt, im Training wie im Rennen. Die Schweizerin Lara Gut schrieb: "Dein Lächeln wird uns fehlen."

Michel Vion, früher selbst Skirennläufer, heute Präsident des französischen Verbands, bezeichnete den Tod von Poisson als ein "Desaster". Zugleich sagte er: "Die Abfahrt ist gefährlich und riskant, aber in den letzten Jahren haben wir realisiert, dass sie gefährlicher ist als die Formel 1. Wir zahlen einen hohen Preis." Todesfälle bei Weltcup-Rennen sind selten geworden. Größer scheint das Risiko im Training zu sein, wo die Strecken nur unzureichend gesichert werden.

Der US-Verband unterhält eine Strecke in Copper Mountain im US-Bundesstaat Colorado, wo die Vorkehrungen dem hohen Standard im Weltcup entsprechen, dort säumen unter anderem sogenannte A-Netze den Kurs. In Nakiska, wo gleich neben der Piste Bäume stehen, sind es wohl nur weniger widerstandsfähige B-Netze.

krä/dpa/sid



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