Deutsche Wintersport-Bilanz Goldene Sonne über Korea

Biathlon, Rodeln, Bob, Nordische Kombination: Selten war eine Wintersaison aus deutscher Sicht so erfolgreich. Die Messlatte für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang hängt hoch.

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Es ist bald Ostern, und endlich kann Hermann Weinbuch die Skier in die Ecke stellen. Er wird dabei durchaus widerstreitende Gefühle empfinden. Auf der einen Seite kann der Coach der Nordischen Kombinierer mal ein bisschen ausruhen nach einer langen Saison, andererseits hätte der 56-Jährige wahrscheinlich gerne einfach weitergemacht - nach einem Winter, der für seine Schützlinge so erfolgreich war wie nie zuvor.

21 von 23 Weltcupsiegen gingen an die DSV-Athleten, Eric Frenzel und Johannes Rydzek stritten bis zuletzt um den Sieg im Gesamtweltcup, bei der WM in Lahti teilten sie sich die Titel auf. Konkurrenz war praktisch nicht vorhanden. "Wir haben wohl nicht viel falsch gemacht", bilanzierte Weinbuch nach dem Abschluss-Wochenende in Schonach.

Die Kombinierer haben die Ansprüche für die kommende Olympiasaison damit so hoch wie möglich gehängt. Bei den Spielen in Pyeongchang im Februar 2018 erwartet jetzt jeder im DOSB Gold von Frenzel, Rydzek und Co. Sie sind gesetzt. Aber längst nicht die einzigen.

Bilanz von Sotschi noch übertrumpfen

In Sotschi 2014 hat das deutsche Team bereits überzeugend abgeschnitten, es hat acht Goldmedaillen gewonnen, aber wenn die Athleten ihre derzeitige Form ins Olympiajahr herüber retten, dann dürfte Sotschi nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf deutsche Dominanz.

Die Rodler sind auch in diesem Winter der Konkurrenz davongefahren, die Bobpiloten, die in Sotschi so enttäuschten, haben in die Spur zurückgefunden. Die Skispringer Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler haben sich in der Weltspitze etabliert, der lang verletzte Severin Freund wird ihnen das Feld nicht kampflos überlassen, selbst die Eisschnellläufer haben mit Nico Ihle wieder einen, der ganz nach vorne sprinten kann. Die Alpinen setzen auf die renommierten Felix Neureuther und Viktoria Rebensburg - und dann gibt es ja noch Laura Dahlmeier.

Die Biathletin hat in dieser Saison fast alles abgeräumt, was möglich war. Weltcupsieg, Weltmeisterschaften - ein Erfolg bei den Olympischen Spielen fehlt ihr noch in der Sammlung. Pyeongchang soll das ändern. Die Biathleten drängen nach dem Desaster von Sotschi auf Wiedergutmachung.

Die Medaillenanwärter des DOSB für 2018 gibt es hier in der Übersicht.



insgesamt 3 Beiträge
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Lankoron 20.03.2017
1. Erstens
dürfte es viel zu früh für "Medaillenanwärter" sein. Es lieben noch 11 Monate davor, Vorbereitung, erste Wettkämpfe...die anderen Nationen werden nicht schlafen. Zweitens sollte SPon dann wenigstens umfassender über die "Anwärter" berichten und nicht nur einzelne Lieblinge hervorheben. Die Hälfte möglicher Kandidaten habt ihr unterschlagen. Was ist mit Kircheisen und Riesle in der NoKo, was ist mit den anderen Biathleten und Biathletinnen, die herausragende Leistungen gezeigt haben. Wo sind die anderen Rodler und Bobfahrer? Wo sind die Skispringerinnen? Drittens: Alpinsport ...wirklich? Da fehlt jeglicher Nachwuchs, und die beiden gehypten Etablierten haben diese Saison nichts gebracht.....einmal Rang 2 für Neureuther, und ihr macht 2 Medaillenanwärter draus?
yom 20.03.2017
2. Nord oder Sued?
Freut mich fuer die Wintersportler aus Deutschland! Viel Glueck fuer 2018! - Bloss wieso dachte ich etwas erstaunt, Pyeongchang wuerde in Nordkorea liegen? Ignoranz. Wahrscheinlich.
stevenspielberg 20.03.2017
3. @Lankoron #1 - Ski-Alpin-WM 2017
"und die beiden gehypten Etablierten haben diese Saison nichts gebracht.....einmal Rang 2 für Neureuther, und ihr macht 2 Medaillenanwärter draus?" Felix Neureuther hat bei der WM eine Medaille geholt, und Viktoria Rebensburg ist mit Platz 4 auch nach dran gewesen. Somit ist es nicht weit hergeholt, diese beiden auch für nächstes Jahr als Medaillenanwärter zu bezeichnen.
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