Doping Drei weitere russische Spitzensportler positiv getestet

Wieder soll es Meldonium gewesen sein: Die Serie von Dopingfällen in Russland reißt nicht ab. Nach Marija Scharapowa sind drei weitere russische Spitzensportler positiv getestet worden.

Russischer Eisschnellläufer Pawel Kulischnikow
DPA

Russischer Eisschnellläufer Pawel Kulischnikow


Nach dem Doping-Skandal um Tennisspielerin Marija Scharapowa sind drei weitere Spitzensportler aus Russland positiv auf Meldonium getestet worden. Der fünffache Weltmeister im Eisschnelllauf, Pawel Kulischnikow, sowie der Olympiasieger im Shorttrack, Semjon Jelistratow, seien vorläufig suspendiert worden. Das meldete die Agentur R-Sport unter Berufung auf informierte Kreise. Beim dritten Sportler handelt es sich um den Volleyball-Nationalspieler Alexander Markin.

Eischnellläufer Kulischnikow hatte nach dem Gewinn der WM-Titel über 500 und 1000 Meter bei der Heim-WM in Kolomna Anfang Februar erst vor zwei Wochen in Seoul auch den Titel im Sprint-Mehrkampf gewonnen. Nach dem Doping-Befund wird er bei einem gleichen Ergebnis der B-Probe die Goldmedaillen abgeben müssen.

Der Deutsche Nico Ihle würde damit auf Platz drei des Klassements vorrücken und die erste Medaille der deutschen Eisschnellläufer in diesem Winter holen.

Kulischnikow ist Wiederholungstäter. Bis zum Frühjahr 2014 war er für zwei Jahre wegen der Einnahme des Doping-Präparats Methylhexanamin gesperrt. Dem Weltrekordler über 500 Meter droht nun eine lange Sperre und damit das Karriereende.

Zuvor war die fünffache Grand-Slam-Siegerin Scharapowa suspendiert worden, weil bei ihr Meldonium nachgewiesen worden war. Der russische Sportminister Witali Mutko sagte, es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Fälle mit Meldonium bekannt werden, da das Mittel im russischen Sport verbreitet gewesen sei.

Meldonium steht seit dem 1. Januar 2016 auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Das Mittel soll die Durchblutung fördern und wird unter dem Markennamen Mildronat als Herzmedikament in den baltischen Staaten und in Russland vertrieben. In Deutschland ist es als Arzneimittel nicht zugelassen. Sportler versprechen sich durch die Einnahme der Substanz eine Steigerung der physischen sowie mentalen Belastungsfähigkeit.

jan/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
egonon 08.03.2016
1. Wer glaubt denn noch an sauberen Sport?
Möge doch derjenige gewinnen, dessen Diktator ihm die besten Chemiker und Sportmediziner zur Verfügung stellt.
vor2000 08.03.2016
2. systemimmanent
Die Idee der Welthöchstleistung an sich ist pervers: entweder gewinnt ein Gen-, ein Trainings- oder ein Dopingmonster - oder auch alles zusammen. Was ist uns lieber?
hwdtrier 08.03.2016
3. Da kommt noch die
Frage wie lang es sich im Körper hält. Am 31.12.15 noch erlaubt kann es sich bis zu 5 Wochen später nachweisen lassen.
derlabbecker 08.03.2016
4. es wäre mittlerweile einfacher...
... die Namen der 2 oder 3 Russen zu nennen, die nicht gedopt sind.... Die Leichtathleten sind ja z.B. schon komplett gesperrt.
florian29 08.03.2016
5. typisch Russland!
Das Medikament wird nach Aussage vieler Ärzte NIEMALS jungen Menschen verabreicht. Doping ist flächendeckend ein riesiges Problem in russland. und was schlimmer ist: die Einsicht (bis auf sharapova) fehlt komplett.
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