Unfall beim Ski alpin Marcel Hirscher fast von Kameradrohne getroffen

"Wir sind an einer Katastrophe knapp vorbeigeschrammt": Beim Weltcup-Slalom in Italien ist eine Drohne auf die Rennstrecke gekracht - genau an der Stelle, an der Sekunden zuvor noch der Österreicher Marcel Hirscher entlangfuhr.


Der Norweger Henrik Kristoffersen hat den Slalom von Madonna di Campiglio gewonnen - doch sein Sieg und die weiteren Platzierungen gerieten angesichts eines Drohnenabsturzes auf der Rennstrecke in den Hintergrund. Der Österreicher Marcel Hirscher entkam dabei nur knapp einer Katastrophe.

Als Hirscher im zweiten Durchgang als Vorletzter die Canalone Miramonti herunterraste, stürzte die Kameradrohne aus dem Himmel, krachte unmittelbar hinter ihm auf die Piste und zerbarst in Einzelteile.

"Das ist für mich eine absolute Frechheit", sagte Hirscher nach dem Rennen im österreichischen Fernsehen. "Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Passt bitte auf."

Bei YouTube gibt es zahlreiche Videos von dem Vorfall (zum Beispiel hier), auch der Sender SRF zeigte die Szene:

Hirscher selbst veröffentlichte auf seinem Instagram- und Facebook-Account ein Foto vom Zwischenfall. Dazu schrieb er: "Dichter Flugverkehr in Italien."

Dichter Flugverkehr in Italien! #xfe32f;#xfe354; Congrats to sensational Henrik Kristoffersen #dronecrash #weareskiing #verleihtfl#xfc;gel #drivinghomeforchristmas

Posted by Marcel Hirscher onnbsp;Dienstag, 22. Dezember 2015
Renndirektor Markus Waldner sagte, die Drohne habe einen vorher festgelegten Flugkorridor verlassen. "Es ist ein Wahnsinn, was da passiert ist. Eine Schweinerei, das wird Konsequenz haben. Wir sind an einer Katastrophe nur ganz knapp vorbeigeschrammt", sagte der Verantwortliche des Weltverbandes dem Sender ORF. "Ob es jetzt erlaubt ist oder nicht, in Zukunft wird das ganz sicher nicht mehr eingesetzt werden."

Dem Bericht zufolge ist in Italien der Einsatz von Drohnen bei Sportereignissen erlaubt, allerdings dürfe nicht über Menschen geflogen werden. "Wir haben das vorher noch überprüft", sagte Waldner demnach. "Die Erlaubnis mit Pilotenschein ist vorhanden."

Der Präsident des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), Peter Schröcksnadel, kritisierte den Einsatz der Drohne laut ORF. "So geht das nicht. Menschen in Gefahr zu bringen ist unmöglich. Vor allem drüber oder knapp hinterherzufliegen ist ein Risiko, das man nicht eingehen darf."

Hirscher landete beim Rennen insgesamt auf Platz zwei, mit 1,25 Sekunden Abstand auf Sieger Kristoffersen. Der Österreicher Marco Schwarz wurde Dritter (+1,59).

Felix Neureuther war nach dem ersten Lauf noch auf Platz sechs, schied im zweiten Lauf aber aus und konnte damit seinen Sieg aus dem Vorjahr nicht wiederholen. Bester Deutscher war Fritz Dopfer: Er kam auf Rang sechs und erzielte sein bestes Resultat in dieser Saison.

aar/sid/dpa

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