Eishockey-Bundestrainer Sturm "Abschied tut natürlich auch weh"

Marco Sturm wechselt in die US-Profiliga NHL. Nun hat sich der Eishockey-Bundestrainer zu seinem Abschied geäußert. Für den Verband beginnt die Suche nach einem Nachfolger.  

Marco Sturm
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Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm hat sich zu seinem Wechsel in die nordamerikanische Profiliga NHL geäußert. Sturm wird das deutsche Nationalteam beim Deutschland Cup von Donnerstag bis Sonntag zum letzten Mal betreuen. Der Abschied falle dem 40-Jährigen nicht leicht. "Das tut natürlich auch weh. Wir haben etwas Wundervolles gestaltet und das werde ich mein Leben lang nicht vergessen", sagte der künftige Assistenzcoach der Los Angeles Kings.

Als Bundestrainer führte Sturm die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal zum Gewinn olympischen der Silbermedaille. Jetzt verlässt er den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und heuert in der US-Profiliga an, in die er nach seiner Zeit als Spieler wieder zurückkehren wollte. Als Flügelstürmer stand Sturm in 1006 NHL-Spielen für verschiedene Teams auf dem Eis und ist damit deutscher Rekordspieler in der wichtigsten Eishockey-Liga der Welt.

Marco Sturm (Mitte) während des Viertelfinales der Olympischen Winterspiele 2018
REUTERS

Marco Sturm (Mitte) während des Viertelfinales der Olympischen Winterspiele 2018

Im Januar 2014 hatte er seine aktive Karriere beendet. Anderthalb Jahre später übernahm Sturm als Nachfolger des Kanadiers Pat Cortina den Posten des deutschen Bundestrainers. Sein Vertrag lief bis 2022, wird nun aber in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

"Die NHL war immer mein Traum, als Spieler, aber auch als Trainer. Es ist das Größte, was es gibt. Ich habe 15 Jahre in der NHL gespielt, da lernt man sehr viele Leute kennen", sagte Sturm der "Sport Bild". Die Frage, ob der Job als Co-Trainer für ihn zu wenig sei, verneinte Sturm. "In der NHL kann man nicht von null und hundert durchstarten und sofort Cheftrainer werden - gerade als Europäer." Am kommenden Dienstag steht Sturm zum ersten Mal bei den Los Angeles Kings in seiner neuen Funktion an der Bande.

Wie geht es weiter mit der Nationalmannschaft?

Den DEB beschäftigt nun die Frage, wie es nach dem Abschied von Sturm weitergeht. Das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem Nachfolger soll am Rande des Deutschland Cups im DEB-Präsidium zusammen mit Vertretern der Deutschen Eishockey Liga besprochen werden. In Absprache mit der DEL soll schnell sondiert, ein Anforderungsprofil und eine Kandidatenliste erstellt werden.

Eine Dauerlösung mit einem Klubcoach in Doppelfunktion schloss DEB-Präsident Franz Reindl bereits aus. "Das kann man nicht nebenbei machen. Für die Nationalmannschaft braucht man ein Gesicht, ein Aushängeschild", sagte der 63-Jährige, ließ sich aber für einen gewissen Zeitraum eine Option offen: "Als Übergangslösung will ich das nicht ausschließen."

Nach der Etablierung in der erweiterten Weltspitze hatte die Silbermedaille bei Olympia im Februar Zuwachsraten bei den Jugendspielern in Deutschland ausgelöst. Als Nebeneffekt geriet Sturm dadurch allerdings auch als Trainer in den Fokus der NHL.

ngo/dpa/sid



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
santacatalina 07.11.2018
1.
Ratushny.
HolmWolln 08.11.2018
2. Danke und viel Spass in LA
Der Gewinn der Silbermedaille war in meinem Leben als Eishockey Fan ein unvergessliches Highlight. Dafür ganz grossen Dank an Marco Sturm. Die Erfüllung eines Traums, wie der in der NHL zu coachen, geniesst natürlich Priorität. Dafür von Herzen viel Spass. Der Erfolg ist dem Mann denke ich...sicher.
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