Eishockey-Meister Berlin Wenn Eisbären losgelassen werden 

Partystimmung in Berlin: Die Eisbären feiern den Meistertitel im Eishockey. Besonders einer kam aus dem Jubeln nicht heraus: Sven Felski absolvierte beim entscheidenden Spiel gegen Mannheim seine 1000. Liga-Partie. 

Eisbären-Urgestein Felski: Zum sechsten Male Meister in Berlin
DPA

Eisbären-Urgestein Felski: Zum sechsten Male Meister in Berlin


Hamburg - Den feiernden Eisbären wurde eine Zapfanlage per Sackkarre in die Kabine gerollt. Nach dem 3:1-Sieg über die Adler Mannheim und dem Gewinn des DEL-Meisterpokals setzten die Berliner am Dienstagabend alles dran, auch in Sachen Titel-Party neue Maßstäbe zu setzen. "Tage, Wochen, ach, keine Ahnung" - so lange wollte Verteidiger Constantin Braun den Sieg im alles entscheidenden Spiel der Best-of-Five-Finalserie feiern. "Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen", jubelte Rob Zepp, der Torhüter des neuen Rekordchampions in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). "Das will ich jetzt einfach nur genießen."

Barry Tallackson (34. Minute), der zum besten Spieler der Finalserie gewählt wurde, Darin Olver (44.) und Julian Talbot per Penalty (51.) hatten die Berliner zur sechsten Meisterschaft geschossen und eine Finalserie gekrönt, die als eine der spannendsten in die Geschichte eingegangen ist. "Wir haben gezeigt, dass wir alles erreichen können", lobte Eisbären-Trainer Don Jackson.

Vor 14.200 euphorischen Fans durften die Hauptstädter wie schon fünfmal in den vergangenen sieben Spielzeiten den Titel bejubeln - allerdings wurde dieser erstmals in der neuen Halle errungen. Kurz vor 22 Uhr war es der 37-jährige Eisbären-Vizekapitän Sven Felski, der die glänzende Trophäe überreicht bekam und mit dem Pokal in der Hand sogleich vor die Fankurve fuhr. "Zum ersten Mal hier in Berlin, mein 1000. Spiel - das ist einfach unbeschreiblich", betonte der Jubilar. "Ich glaube, so etwas gibt es nie wieder, das ist eine einmalige Sache."

Auch unterlegene Mannheimer feiern

"Der Charakter dieser Mannschaft ist einfach unglaublich", lobte Stürmer André Rankel, der die Finals wegen einer Sperre von der Tribüne aus verfolgen musste. Doch den Ausfall des Nationalspielers konnten die Eisbären gegen vor allem im Angriff brandgefährliche Mannheimer ebenso kompensieren wie das Fehlen der verletzten Routiniers Stefan Ustorf und Denis Pederson. "Wir haben eine Riesen-Saison gespielt", sagte Ustorf, "ich bin einfach nur stolz."

Mit 3:2 ging die Playoff-Serie an die Berliner, die als erstes Team in der DEL-Historie ein entscheidenden fünftes Finalspiel auf heimischem Eis gewinnen konnten.

Dieses Novum wollten die Adler vermeiden, musste etwas abseits des goldenden Konfettiregens aber mitansehen, wie der Pokal an ihnen vorbei ging. "Wir haben die Meisterschaft verloren, und nicht den zweiten Platz gewonnen", resümierte ein frustrierter Mannheimer Kapitän Marcus Kink. In der Kurpfalz hatten man auf den ersten Titel seit 2007 gehofft - und war im vierten Finalmatch bei 5:2-Führung nur 14 Minuten vom Triumph entfernt. Doch die Eisbären kamen zurück, und auch am Dienstag reichte Ronny Arendts Führungstreffer nicht (14.).

Dennoch war für Mittwoch in Mannheim eine Abschlussfeier geplant, nach einem Empfang im Rathaus sollte am Abend in der heimischen Arena die letzte Sause der Saison steigen. Dazu meinte Kink kurz nach der finalen Schlusssirene und Medaillenübergabe in Berlin: "Wenn ich in die Gesichter der Jungs in der Kabine schaue: Da will keiner feiern."

aha/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.