Eishockey-Bundestrainer Sturm NHL-Spieler kehren zur WM zurück

Anfang Mai steht im Eishockey mit der WM in Dänemark das nächste große Turnier an. Bundestrainer Marco Sturm wird nicht alle Silbermedaillengewinner nominieren, er holt die deutschen NHL-Profis zurück.

Marco Sturm
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Direkt nach dem sensationellen Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang wollte sich Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm nicht zur nahenden Weltmeisterschaft äußern: "Das ist noch so weit weg und ich will den Erfolg jetzt genießen." Mittlerweile sind fast drei Wochen vergangen, in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) laufen bereits die Playoffs und Sturm richtet seine Gedanken in Richtung WM.

Der 39-Jährige wird vom 4. bis 20. Mai in Dänemark wieder auf die zur Verfügung stehenden Spieler aus der NHL zurückgreifen. "Die NHL-Jungs sind gesetzt. Ich bin froh, dass sie bereit sind, für Deutschland zu spielen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Damit wird Sturm nicht alle Silbermedaillengewinner nominieren können.

Bei den Spielen in Südkorea hatten keine NHL-Profis im deutschen Team gestanden. Auch die anderen Mannschaften mussten auf die Spieler aus Übersee verzichten, da die NHL ihre Profis nicht abgestellt hatte. Auch deshalb war der Siegeszug möglich gewesen, weil der sportliche Verlust in anderen Mannschaften wie Schweden oder Kanada deutlich größer war.

In Dänemark ruhen die Hoffnungen der Deutschen vor allem auf Leon Draisaitl. Der 22 Jahre alte Stürmer wird mit den Edmonton Oilers wahrscheinlich die Playoffs in der NHL verpassen und könnte deshalb früh zum DEB-Team stoßen.

Trotzdem ist sich Sturm bewusst, dass ein Erfolg wie in Pyeongchang kaum zu wiederholen ist. Er will die Euphorie im deutschen Eishockey aber für Reformen nutzen, um in Zukunft im internationalen Vergleich besser aufgestellt zu sein. "Mein Ziel ist es", sagte Sturm, "dass wir mehr junge deutsche Spieler fördern und ihnen eine faire Chance geben, sich in der Liga zu beweisen. Wir müssen jünger werden."

In den DEL-Playoffs übernahmen unterdessen einige Silbermedaillengewinner wichtige Rollen bei den Auftakterfolgen ihrer Mannschaften. Christian Ehrhoff bereitete beim 4:1-Sieg seiner Kölner Haie gegen die Nürnberg Ice Tigers drei Tore vor, unter anderem von Felix Schütz. Beim 3:1-Erfolg der Adler Mannheim gegen Ingolstadt trafen David Wolf und Markus Kink. Außerdem gewannen die Eisbären Berlin 4:1 gegen Wolfsburg, Meister EHC München leistete sich dagegen eine überraschende 3:4-Niederlage nach Verlängerung gegen Außensieter Fischtown Pinguins.

krä/sid



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