Streit um Tarifvertrag: NHL-Gespräche enden nach acht Stunden ohne Einigung

Findet die NHL-Saison doch noch statt? Die Verantwortlichen der Liga und der Spielergewerkschaft haben acht Stunden lang in New York verhandelt - und sich vertagt. Wann und ob die neue Spielzeit beginnt, ist völlig offen.

Penguins-Profi Crosby: Warten auf den Saisonstart Zur Großansicht
REUTERS

Penguins-Profi Crosby: Warten auf den Saisonstart

Hamburg - Und wieder keine Einigung: Auch nach einem Acht-Stunden-Gespräch zwischen Vertretern der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA steht noch nicht fest, ob die Saison noch stattfinden wird. Details der Marathon-Sitzung in New York wurden nicht bekannt. Beide Parteien verständigten sich jedoch darauf, die Gespräche am Mittwoch fortzusetzen.

"Die Liga wird keine Einzelheiten unserer Diskussion bekanntgeben", teilte der stellvertretende NHL-Commissioner Bill Daly in einer Erklärung mit. Die Saison hätte ursprünglich am 10. Oktober beginnen sollen. Weil es aber noch immer keine Einigung zwischen NHL und NHLPA über die Aufteilung der Gelder gibt, waren bereits alle Spiele bis zum 30. November abgesagt worden. Am vergangenen Freitag wurde auch das für den Neujahrstag angesetzte Winter Classic, das traditionelle Freiluftspiel zwischen den Detroit Red Wings und den Toronto Maple Leafs vor mehr als 100.000 Zuschauern, als Folge des Arbeitskampfes gestrichen.

Seit dem 15. September sind die NHL-Profis von ihren Clubs ausgesperrt (Lockout), weil sich beide Seiten bislang nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnten. Es geht um die Verteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 3,3 Milliarden Dollar. Ursprünglich war es so, dass die Spieler 57 Prozent der Einnahmen bekamen, die Clubs 43 Prozent. Ein Verhältnis, das die Clubbesitzer zunächst umkehren wollten, dann aber einen 50:50-Vorschlag vorlegten. Dieser wurde von der Spielergewerkschaft abgelehnt.

Solange es keine Einigung gibt, spielen mehr als hundert NHL-Profis derzeit für europäische Clubs, auch für deutsche Vereine. Bereits in den Saisons 1994/1995 und 2004/2005 hatten sich Liga und Spielergewerkschaft nicht auf einen Arbeitsvertrag einigen können. Beim ersten Lockout fiel nur ein Teil der Saison aus, vor acht Jahren wurde die gesamte Spielzeit abgesagt.

ham/sid/dpa

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Der NHL-Modus
Die 30 Teams der National Hockey League (NHL) spielen in sechs Gruppen (Divisions) zu je fünf Mannschaften. Die Aufteilung richtet sich nach der geografischen Lage der Heimatorte. Jeweils drei Divisions bilden die Eastern und die Western Conference. In der Hauptrunde (Regular Season) absolviert jedes Team 82 Spiele. Die Playoffs werden zunächst in der jeweiligen Conference ausgespielt: Qualifiziert sind die drei Division-Sieger sowie die fünf nächsten punktbesten Mannschaften der Conference. Gespielt wird nach dem Modus Best of seven. Der Sieger der Eastern und der Sieger der Western Conference bestreiten das Finale um den Stanley Cup. Dieser wird seit 1894 ausgespielt und ist damit eine der ältesten Mannschaftstrophäen der Welt.

Die Stanley-Cup-Sieger seit 2000*
Jahr Gewinner Saison-MVP
2014 Los Angeles Sidney Crosby
2013 Chicago Alexander Owetschkin
2012 Los Angeles Jewgeni Malkin
2011 Boston Corey Perry
2010 Chicago Henrik Sedin
2009 Pittsburgh Alexander Owetschkin
2008 Detroit Alexander Owetschkin
2007 Anaheim Sidney Crosby
2006 Carolina Joe Thornton
2004 Tampa Martin St. Louis
2003 New Jersey Peter Forsberg
2002 Detroit José Théodore
2001 Colorado Joe Sakic
2000 New Jersey Chris Pronger
*2004/2005 fiel die komplette Saison wegen eines Tarifstreits zwischen Team-Besitzern und Spielern aus
Eishockey-Glossar
Ein Torwart, zwei Verteidiger und drei Angreifer stehen zeitgleich auf dem Eis. Die Stürmer sind in einen Center, der die Bullys spielt, und zwei Flügelstürmer aufgeteilt - eine sogenannte Reihe. Jede Mannschaft verfügt über je drei bis vier Sturm- und Verteidigungsreihen, die abwechselnd zwischen etwa 30 und 60 Sekunden auf dem Eis stehen.

Gängig ist dabei, dass einzelne Reihen besondere Aufgaben haben und daher in speziellen Situationen eingesetzt werden. So sollen die ersten beiden Reihen vorwiegend die Tore schießen und spielen deshalb auch in Überzahl. Die dritte, oft als "checking line" bezeichnet, ist dagegen eher defensiv orientiert und soll die Top-Reihen des Gegners ausschalten. Eine ähnliche Aufgabe hat Reihe vier, die oft auch deshalb aufs Eis geschickt wird, um den Top-Spielern eine Verschnaufpause zu ermöglichen.