Eishockey: Schweden feiert WM-Sieg im eigenen Land

Jubelnde Schweden: Sieg im Finale gegen die Schweiz Zur Großansicht
AFP

Jubelnde Schweden: Sieg im Finale gegen die Schweiz

Schweden ist neuer Weltmeister im Eishockey: Der Co-Gastgeber setzte sich in einem hochklassigen Finale gegen die Schweiz durch. Dabei waren die Eidgenossen lange Zeit ebenbürtig, mussten sich am Ende aber doch deutlich geschlagen geben. Bronze sicherte sich das Team der USA.

Hamburg - Die schwedische Eishockey-Nationalmannschaft hat den Heimfluch besiegt und sich bei der WM im eigenen Land zum neunten Mal zum Weltmeister gekrönt. Der Olympiasieger von 1994 und 2006 setzte sich im Endspiel von Stockholm gegen das Überraschungsteam Schweiz 5:1 (2:1, 0:0, 3:0) durch und holte als erste Heimmannschaft seit 1986 den WM-Titel. Die unterlegenen Eidgenossen, die zuvor neun Spiele in Folge gewonnen hatten, wiederholten mit dem Gewinn der Silbermedaille den größten Erfolg ihrer Geschichte von 1935.

Erik Gustafsson (9. Minute), Henrik Sedin (12./57.), Simon Hjalmarsson (48.) und Loui Eriksson (56.) erzielten vor 12.000 Zuschauern die Tore für die Schweden. Roman Josi hatte die Schweizer im ersten Drittel in Führung gebracht (5.). Der 22-Jährige wurde später als wertvollster Spieler (MVP) des Turniers ausgezeichnet, mit neun Scorerpunkten (4 Tore, 5 Assists) war der NHL-Star der Nashville Predators erfolgreichster Verteidiger der Weltmeisterschaft.

Wie schon beim 3:0 im Halbfinale gegen die USA begann die Mannschaft des früheren Münchner Meistertrainers Sean Simpson mit viel Tempo und Körpereinsatz. Die erste Chance ließ Denis Hollenstein noch aus (4.). Dann brachte Josi die Schweiz mit einem sehenswerten Solo, das er mit einem Schuss durch die Beine von Torhüter Jonas Enroth abschloss, in Führung.

Es dauerte fast zehn Minuten, bis die Schweden ins Spiel kamen. Loui Eriksson scheiterte noch (9.), doch Verteidiger Gustafsson glich im Nachschuss aus. Als Andres Ambühl nach einem Check gegen den Kopf auf der Strafbank saß, schlugen die Sedin-Zwillinge zu: Daniel passte auf Henrik, der den Puck zum 2:1 für die Schweden über die Linie bugsierte.

Schweden entscheidet die Partie im Schlussdrittel

Staffan Kronwall (26.) und Loui Eriksson (27.) ließen anschließend die Chance zum 3:1 aus. Auf der Gegenseite verpassten Ryan Gardner knapp den Ausgleich (32.). Pech für die Schweiz: Dem dritten schwedischen Tor ging eine Abseitsposition voraus. Das 4:1 durch Eriksson bereitete dann wieder Henrik Sedin vor, der kurz vor dem Ende mit seinem zweiten Tor des Tages den Schlusspunkt setzte.

Im Spiel um Platz drei hatte der Olympiazweite USA bereits am Nachmittag Bronze gewonnen. Die Mannschaft um Kapitän Paul Stastny besiegte im kleinen Finale den Co-Gastgeber Finnland 3:2 (2:0, 0:0, 0:2, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen und sicherte sich damit die erste WM-Medaille seit 2004.

mib/dpa/sid

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Glückwunsch
andramoiennepe 19.05.2013
an Schweden, aber ich habe unseren schweizer Nachbarn die Daumen gedrückt. Eine sympathische Mannschaft. Das soll nicht heißen, dass die schwedische Mannschaft unsympathisch ist, aber als Neutraler hält man es eher mit dem Außenseiter ... obwohl: Wenn die Schweiz dieses Niveau halten kann, ist der erste Weltmeistertitel nur eine Frage der Zeit und spätestens dann sind schweizer Eishockeyteams keine Außenseiter mehr.
2. Vorbild
ray4912 19.05.2013
sollte für den DEB auch ein Ansporn sein! Man erwähnte die langjährige Jugendarbeit in der Schweiz! Zuerst erstarkt die Liga und dann auch die NM.
3.
haltdiefresse 19.05.2013
Schweden yeah Sieger
4. Schade Schweiz...
e_d_f 19.05.2013
...nach der tollen Serie bis zum Endspiel hätte ich es der Schweiz von Herzen gegönnt. Wann hat es das mal gegeben, dass eine Mannschaft aus der 2. Reihe so eit kommt und eine Hand schon am Pott hat. Schade, dass es am Ende so knapp gescheitert ist. Ich trauere mit der Schweiz. Heute bin ich Schweizer!
5. HOPP SCHWIZ! Wunderbar!
stefankwittlin 20.05.2013
Isch das nid wunderprächtig, d'Schwiz het tatsächlich d'Silbermedaille gwunne! BRAVO BRAVISSIMO! Wär häti das jeh dänkt, dass die Eidgenosse so wyt chömme an däre WM?!? Die schwizer Hockey-Cracks hän nid Gold verlohre, nei, die hän mit Ihsatz und unbändigem Wille die SilberMedaille gwunne und hohch verdient! HOPP SCHWIZ HOPP SCHWIZ
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Wintersport
RSS
alles zum Thema Eishockey
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 9 Kommentare
Eishockey-Glossar
Ein Torwart, zwei Verteidiger und drei Angreifer stehen zeitgleich auf dem Eis. Die Stürmer sind in einen Center, der die Bullys spielt, und zwei Flügelstürmer aufgeteilt - eine sogenannte Reihe. Jede Mannschaft verfügt über je drei bis vier Sturm- und Verteidigungsreihen, die abwechselnd zwischen etwa 30 und 60 Sekunden auf dem Eis stehen.

Gängig ist dabei, dass einzelne Reihen besondere Aufgaben haben und daher in speziellen Situationen eingesetzt werden. So sollen die ersten beiden Reihen vorwiegend die Tore schießen und spielen deshalb auch in Überzahl. Die dritte, oft als "checking line" bezeichnet, ist dagegen eher defensiv orientiert und soll die Top-Reihen des Gegners ausschalten. Eine ähnliche Aufgabe hat Reihe vier, die oft auch deshalb aufs Eis geschickt wird, um den Top-Spielern eine Verschnaufpause zu ermöglichen.

Eishockey-Weltmeister seit 2000
Jahr Weltmeister
2014 Russland
2013 Schweden
2012 Russland
2011 Finnland
2010 Tschechien
2009 Russland
2008 Russland
2007 Kanada
2006 Schweden
2005 Tschechien
2004 Kanada
2003 Kanada
2002 Slowakei
2001 Tschechien
2000 Tschechien