Eishockey-WM Deutschland scheitert im Viertelfinale an Kanada

Aus in der ersten K.-o.-Runde: Gegen Kanada blieb das DEB-Team im WM-Viertelfinale lange chancenlos. Goalie Philipp Grubauer hielt sein Team im Spiel - am Ende wurde es noch einmal spannend.

Deutschlands Philipp Grubauer (l.), Kanadas Jeff Skinner
DPA

Deutschlands Philipp Grubauer (l.), Kanadas Jeff Skinner


Die Eishockey-WM ist für die deutsche Nationalmannschaft beendet. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm verlor im Viertelfinale in Köln gegen Kanada 1:2 (0:1, 0:1, 1:0). Mark Scheifele (19. Minute) traf kurz vor dem Ende des ersten und Jeff Skinner (39.) kurz vor dem Ende des zweiten Drittels.

Von Deutschland ging lange kaum Torgefahr aus, aber knapp sieben Minuten vor dem Ende brachte Yannic Seidenberg seine Mannschaft wieder ran. Für den Ausgleich und damit für eine Verlängerung reichte es aber nicht mehr. Deutschland ist damit ausgeschieden, Kanada steht im Halbfinale.

Kanada war als Titelverteidiger, 26-facher Weltmeister und souveräner Sieger der Gruppe B klarer Favorit im Duell mit Deutschland (Vierter der Gruppe A). Und so trat das Team vor gut 16.000 Zuschauern (nicht ausverkauft) auch auf: Schon zu Beginn dominierte Kanada die Partie. Nach 13 Sekunden gab es den ersten Abschluss, wenig später traf Ryan O'Reilly den Pfosten (4.). Lange hielt die deutsche Defensive, vor allem dank Grubauer.

Kurzzeitig setzte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) auch selbst gute Offensiv-Akzente. In Unterzahl fiel dann aber der erste Gegentreffer: Deutschlands Patrick Reimer kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Hakens, knapp eine Minute später traf Mark Scheifele nach Vorlage von O'Reilly zum 1:0 für Kanada (18.). Dennis Seidenberg vergab die Chance zum Ausgleich, als er den Puck nach einen Pass von Christian Ehrhoff unmittelbar vor dem Tor verfehlte (19.).

Hier sehen Sie das 0:1 im Video:

Das zweite Drittel verlief noch einseitiger: 19:1 Torschüsse für Kanada hieß es am Ende - trotz zweier Überzahl-Situationen der Deutschen. Grubauer verhinderte mit vielen guten Paraden einen deutlich Rückstand. In der 36. Minute war der Goalie ein zweites Mal geschlagen. Aber wegen eines falsch ausgeführten Bullys hieß es nicht 2:0, stattdessen gab es eine Zeitstrafe gegen Kanada. Auch in dieser Überzahl-Situation ging von den Deutschen aber praktisch keine Torgefahr aus. Auf der Gegenseite kam Kanada erneut kurz vor der Pause zum Erfolg: Jeff Skinner baute die Führung des Favoriten aus (39.).

Hier sehen Sie das 0:2 im Video:

Im letzten Drittel präsentierte sich Deutschland verbessert, vergab zunächst aber seine Gelegenheiten zum Anschlusstreffer: Ehrhoff schoss über das Tor (45.), Felix Schütz scheiterte an Kanadas Goalie Pickard (46.). Zweimal hatte Draisaitl sehr gut aufgelegt. Auf der Gegenseite verpasste Sean Coutourier gleich zweimal die Vorentscheidung. Das nutzte Seidenberg: Trotz einer Unterzahl-Situation brachte er das DEB-Team auf 1:2 heran (54.). Das Spiel war nun wieder offen. Die kanadische Defensive stand aber sicher und verhinderte damit die Verlängerung.

Hier sehen Sie das 1:2 im Video:

Hier können Sie das Spiel im Liveticker nachlesen.

In der Runde der letzten Vier trifft Kanada auf den fünffachen Weltmeister Russland, der sich im Viertelfinale in Paris 3:0 gegen Tschechien durchsetzte. Das zweite Halbfinale bestreiten Vorjahresfinalist Finnland (2:0 gegen die USA) und Schweden (3:1 gegen die Schweiz).

aev



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denkendermenschen 19.05.2017
1. Langeweile pur
Ich hab mir das ja echt mal fast drei Drittel lang angeschaut (zumindest die Zeit, in der ich wach war), aber dieser Sport ist echt langweilig, zumindest in der Form, wie die Deutschen ihn spielen. Es gibt kaum zwei Pässe am Stück, die beabsichtigt sind, ansonsten rennen sie halt motiviert dem Puck hinterher. Selbst in Überzahl kamen sie nicht mal ansatzweise dazu, sich dem Tor auch nur anzunähern. Der Sport ist mir zu zufällig. Das einzige, was irgendwie bemerkenswert ist, sind die Paraden der Torhüter.
mantrid 19.05.2017
2. Klasse Jungs
Kanada war die klar bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen. Aber es war sauknapp und Deutschland hat das letzte Drittel für sich entschieden. Mit der Niederlage kann man hevorragend leben. Es war aber deutlich zu sehen, warum der WM-Titel nicht an Deutschland geht. Schlttschuh-technisch und am Puck ist es zu holrpig. Die Pucks springen noch zu oft. Trotdem ist man auf dem richtigen Weg.
Rebierhcs 19.05.2017
3. #1
Das ist nicht der Sport, das ist der Klassenunterschied zwischen GER und CAN. Im DFB-Pokal gewinnen Teams aus der Dritten Liga auch nicht gegen Bundesligisten weil sie so hohes spielerisches Niveau haben sondern über Einsatz und Motivation. Diese Spiele sind dann auch keine Werbung für Spielkunst, aber einfach spannend. Und wenn man sich überlegt, dass die besten Eishockeyspieler gerade noch zum Teil in den NHL Conference-Finals gebunden sind oder von den PlayOffs ausgelaugt, dann ist das nur die Spitze des Eisbergs an Klassenunterschied.
eisbaerp 19.05.2017
4.
Es war trotz allem ein tolles Spiel. Zu Mitte des 2. Drittels hatte ich befürchtet, dass den Deutschen die Kräfte ausgehen, aber dann haben sie sich im dritten Drittel nochmal toll zurückgekämpft. Und allein für das Tor in Unterzahl hat es sich gelohnt, live in der Arena dabei zu sein. Alles in allem ist Kanada ein würdiger und verdienter Sieger. Gegen Teams wie Kanada, Russland und Schweden wird halt leider auch in Zukunft kein Kraut gewachsen sein. Trotzdem war da ein tolles Team auf dem Eis, das vielleicht hin und wieder für eine Überraschung sorgen kann.
yoda56 19.05.2017
5. Je weniger man vom Eishockey versteht,...
Zitat von denkendermenschenIch hab mir das ja echt mal fast drei Drittel lang angeschaut (zumindest die Zeit, in der ich wach war), aber dieser Sport ist echt langweilig, zumindest in der Form, wie die Deutschen ihn spielen. Es gibt kaum zwei Pässe am Stück, die beabsichtigt sind, ansonsten rennen sie halt motiviert dem Puck hinterher. Selbst in Überzahl kamen sie nicht mal ansatzweise dazu, sich dem Tor auch nur anzunähern. Der Sport ist mir zu zufällig. Das einzige, was irgendwie bemerkenswert ist, sind die Paraden der Torhüter.
...desto zufälliger kommt es einem vor. Dies liegt an der Schnelligkeit des Sports und den für Laien oft nicht nachvollziehbaren Regeln. Ihre Äußerungen belegen dies auf beeindruckende Weise.
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