Eishockey-WM: Russland erlebt historisches Debakel

Russischer Eishockeyspieler Anisimov (l.): Blamable WM-Niederlage Zur Großansicht
DPA

Russischer Eishockeyspieler Anisimov (l.): Blamable WM-Niederlage

Trotz des Einsatzes von Eishockey-Superstar Alexander Owetschkin ist die WM für Russland nach einer blamablen Niederlage gegen die USA beendet. Das Schweizer Märchen geht dagegen weiter: Die Eidgenossen bezwangen Tschechien und stehen erstmals seit 15 Jahren im Halbfinale.

Hamburg - Das hatte sich Alexander Owetschkin anders vorgestellt. Eigentlich war der NHL-Star mit Gold-Ambitionen zur Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden angereist - nach einer historischen Niederlage ist das Turnier für die Russen aber schon nach dem Viertelfinale vorbei. Der Titelverteidiger unterlag den USA 3:8 (1:2, 0:2, 2:4) und kassierte dabei die höchste WM-Pleite seit 58 Jahren. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte von WM und Olympischen Spielen musste die "Sbornaja" acht Gegentore hinnehmen.

"Ich habe alles versucht, aber wir haben einen Fehler nach dem anderen gemacht", sagte Owetschkin. Mit einem Tor zum zwischenzeitlichen 2:4 und einem Assist konnte der 100-Millionen-Dollar-Stürmer von den Washington Capitals das Debakel nicht verhindern. "Eishockey ist ein Mannschaftsspiel - da helfen starke Einzelspieler nicht immer", sagte Russlands Nationaltrainer Sinetula Biljaletdinow. In Helsinki trafen Owetschkin (42. Minute), Alexander Switow (16.) und Alexander Pereschogin (44.).

Die Schweiz hat hingegen ihren phänomenalen Siegeszug fortgesetzt und ist erstmals seit 1998 ins Halbfinale gestürmt. Die Eidgenossen feierten einen 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)-Erfolg über Tschechien und bauten damit ihre Serie auf acht Siege in bislang acht WM-Partien aus. Das Team von Trainer Sean Simpson schossen Denis Hollenstein (6.) und Roman Josi (34.) zum Sieg. Der Anschlusstreffer von Zdenek Kutlak (46.) reichte den Tschechen, die zuletzt dreimal in Serie eine WM-Medaille gewonnen hatten, nicht mehr. Im Halbfinale trifft die Schweiz nun am Samstag (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf die USA.

Schweden und Finnland bestreiten zweites Halbfinale

Auch Co-Gastgeber Finnland steht im Halbfinale - allerdings machten er es spannender als nötig: Beim 4:3 (3:0, 0:2, 1:1)-Sieg gegen den Vorjahresfinalisten Slowakei gaben die Finnen eine eigentlich komfortable Führung nach dem ersten Drittel aus der Hand und gerieten am Ende unter Druck. Erst Juhamatti Aaltonen erlöste den Weltmeister von 2011 mit seinem Tor in der 49. Minute.

In zweiten Halbfinale kommt es am Samstag (15 Uhr) damit zum Gastgeber-Duell, denn Schweden besiegte Kanada 3:2 (0:0, 0:1, 2:1) nach Penaltyschießen. Für den Sieg der Schweden sorgten Nicklas Danielsson per Doppelpack (46./50.) jeweils nach Vorlage der Sedin-Zwillinge sowie Fredrik Pettersson im Shootout. Steven Stamkos (21.) und Claude Giroux (51.) hatten die beiden Tore der Nordamerikaner geschossen.

psk/ham/sid/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Glaube versetzt Berge
tromsø 16.05.2013
Der Trainer der Eisgenossen und viele Spieler haben damals mit dem ZSC die Champions League gewonnen. Glaubt einfach weiterhin an das Unmögliche und schenkt uns weitere historische Momente, am Besten mit 10 Siegen an der WM am Stück
2. Genial!
abc-xyz 16.05.2013
Leider konnte ich dieses Topspiel nicht live sehen, aber dieses Ergebnis ist phänomenal. Good Job, Boys!
3. Hopp...
blodnach 16.05.2013
... Schwiiz!!!
4. Beratervertrag
FrederikMore 16.05.2013
Peer Steinbrück hat, so heißt es aus zuverlässigen Quellen, einen Beratervertrag mit dem Team USA. Demnach werden die USA ihre Kavallerie gegen die Schweiz aufstellen. Good bye, Swiss!
5. @FrederikMore
Le petit Suisse 16.05.2013
Bezüglich Steinbruch: Wie ich höre, haben die Amis den Coach ausgewechselt. Neu an der Bande im Spiel gegen die CH wird Mr. Custer stehen, pensionierter Obrist der US Cavalry. Custer war der Mann, der die Kavallerie am Little Big Horn befehligte, als sie gegen die Indianer sang- und klanglos unterging.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Wintersport
RSS
alles zum Thema Eishockey
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 22 Kommentare
Eishockey-Glossar
Getty Images
Ein Torwart, zwei Verteidiger und drei Angreifer stehen zeitgleich auf dem Eis. Die Stürmer sind in einen Center, der die Bullys spielt, und zwei Flügelstürmer aufgeteilt - eine sogenannte Reihe. Jede Mannschaft verfügt über je drei bis vier Sturm- und Verteidigungsreihen, die abwechselnd zwischen etwa 30 und 60 Sekunden auf dem Eis stehen.

Gängig ist dabei, dass einzelne Reihen besondere Aufgaben haben und daher in speziellen Situationen eingesetzt werden. So sollen die ersten beiden Reihen vorwiegend die Tore schießen und spielen deshalb auch in Überzahl. Die dritte, oft als "checking line" bezeichnet, ist dagegen eher defensiv orientiert und soll die Top-Reihen des Gegners ausschalten. Eine ähnliche Aufgabe hat Reihe vier, die oft auch deshalb aufs Eis geschickt wird, um den Top-Spielern eine Verschnaufpause zu ermöglichen.

Eishockey-Weltmeister seit 2000
Jahr Weltmeister
2014 Russland
2013 Schweden
2012 Russland
2011 Finnland
2010 Tschechien
2009 Russland
2008 Russland
2007 Kanada
2006 Schweden
2005 Tschechien
2004 Kanada
2003 Kanada
2002 Slowakei
2001 Tschechien
2000 Tschechien