Hamburg - Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hat beim Weltverband Isu eine Ausnahmegenehmigung für Claudia Pechstein wegen schwankender Retikulozytenwerte beantragt. Das hat DESG-Präsident Gerd Heinze bestätigt. So will der deutsche Verband eine erneute Sperre für die 39-Jährige verhindern, sollten deren Blutwerte weiter schwanken.
"Ich bin überzeugt, dass es mit Sicherheit in dieser Saison keine übereilten Schritte der Isu geben wird", sagte Heinze. Er geht davon aus, dass die Isu noch einige Zeit für die Erstellung der sogenannten Blutpässe benötigen wird. Diese Pässe werden zurzeit für jeden Athleten erstellt. Auf deren Grundlage sollen künftig für die einzelnen Sportler Mittelwerte festgelegt werden, die nur zu bestimmten Prozentzahlen überschritten werden dürfen.
Die fünffache Olympiasiegerin Pechstein fürchtet, dass sie nach Ablauf ihrer Zweijahressperre bei der nächsten Gelegenheit wegen auffälliger Blutwerte erneut von der Isu bestraft werden könnte. Hämatologen hatten bei Pechstein eine vererbte Blutanomalie als Grund für die auffälligen Werte erkannt. Diese Diagnose ist unter Anti-Doping-Fachleuten allerdings umstritten. Pechstein war 2009 wegen Blutdopings gesperrt worden. Sie selbst hatte stets ihre Unschuld beteuert.
"Mit einem ganzen Bus voller Hämatologen vor Gericht"
Das Pechstein-Management zeigte sich erfreut von dem Schritt der Eisschnelllauf-Gemeinschaft. "Wir sind der DESG dankbar, dass sie den Antrag gestellt hat und darin auch einen zeitnahen Termin festgehalten hat, bis wann die Isu Stellung beziehen soll", sagte Pechstein-Manager Ralf Grengel. "Wir werden erst locker lassen, wenn die Ausnahmegenehmigung erteilt ist. Wenn nötig, werden wir nochmals den Sportgerichtshof Cas anrufen und mit einem ganzen Bus voller Hämatologen aus ganz Europa nach Lausanne reisen."
Pechsteins Sperre war Anfang Februar abgelaufen. Bei ihrem ersten Weltcup-Start danach hatte sie in Salt Lake City mit überraschend schnellen Zeiten über die 1500 Meter und die 5000 Meter aufhorchen lassen und sich über beide Distanzen für die Weltmeisterschaft in Inzell qualifiziert.
aha/dpa
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