Eisschnelllauf-Streit Verband will zwischen Beckert und Pechstein schlichten

"Zickenkrieg" Reloaded: Einst war es Anni Friesinger, jetzt heißt die Rivalin von Eisschnelllaufstar Claudia Pechstein Stephanie Beckert. Am Wochenende ist der Streit zwischen den beiden eskaliert, der Verband müht sich um Schadensbegrenzung.

Pechstein (vorne), Beckert: "Versuch zu kitten, was zu kitten ist"
Getty Images

Pechstein (vorne), Beckert: "Versuch zu kitten, was zu kitten ist"


Hamburg - Cheftrainer Markus Eicher hat in dem eskalierten Konflikt zwischen den Eisschnelllauf-Olympiasiegerinnen Claudia Pechstein und Stephanie Beckert eine Klärung bis zum Wochenende gefordert. "Am Sonntag fliegen wir zur WM nach Sotschi. In vielen Gesprächen werden wir Trainer jetzt versuchen zu kitten, was noch zu kitten ist", sagte Eicher. Er erwartet am Donnerstag oder Freitag eine Erklärung des Präsidiums der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Eicher selbst will an den letzten Vorbereitungstagen in Berlin mit jeder betroffenen Athletin über den Konflikt reden.

Die Verbandsbosse analysierten am Montag in einem einstündigen Krisengespräch per Telefonkonferenz die Lage. Von Sanktionen gegen die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein war zunächst nicht die Rede. "Das Gespräch war in Ordnung. Wir werden die Lage weiter erörtern", sagte Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg), nach dem Krisengipfel. Am Dienstag sollen die weiteren Schritte der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden.

Nach dem Einbruch von Beckert beim Weltcup-Finale hatte Pechstein ihr öffentlich "Arbeitsverweigerung" vorgeworfen, weil sie in den zurückliegenden Wochen auch nie am Teamtraining teilgenommen hatte und sich stets auf ihre Einzelstrecken konzentrierte. Das Management von Beckert hatte daraufhin angekündigt, die Erfurterin werde bei der Teamverfolgung der WM nicht mit Pechstein auf dem Eis stehen, wenn es keine Positionierung der Desg zugunsten Beckerts gebe.

Auch Cheftrainer Eicher hatte die Art und Weise von Pechsteins Kritik beanstandet. "Es darf nicht sein, dass eine Athletin der anderen Arbeitsverweigerung unterstellt. Wir können über alles reden, aber so war es der falsche Weg", sagte Eicher.

Die mittlerweile 41-jährige Pechstein ist erfahren im Umgang mit solchen Konflikten. Bereits vor mehr als zehn Jahren wurde die Rivalität mit ihren Teamkolleginnen medial als "Zickenkrieg" aufgebauscht. Damals hießen ihre Konkurrentinnen noch Anni Friesinger und Gunda Niemann-Stirnemann. Der weitgehend über die Öffentlichkeit ausgetragene Dauerstreit machte die Eis-Stars so bekannt, dass mehr als zehn Millionen TV-Zuschauer deren Duelle bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City verfolgten und den Läuferinnen bis dahin ungeahnte Werbegelder in die Kassen spülten.

aha/dpa/sid



insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sambronx 11.03.2013
1. Kann denn Doping...
Sünde sein? 41 Jahre alt, so fit wie junge Athletinnen - aber nie gedopt! Die gute Claudia Armstrong....
patzrochel 11.03.2013
2. Schmeißt die Eislauf-Oma
endlich raus! Solange die dabei ist, gibt es immer Probleme im Team.
laermgegner 11.03.2013
3. Sportomas haben mehr Erfahrung
Die Drohung des Erfurter Team ist für mich das Problem, dass andere ist eine Feststellung von Tatsachen. Erfurt scheint mannschaftsuntauglich zu sein - deshalb diese Egos zu Hause lassen, dann ist alles geklärt.
brehn 11.03.2013
4. Hauptsache..
n bissl das Fass aufmachen. Interessiert sich ja sonst keiner für...
Lankoron 11.03.2013
5. Und Pechstein
hat völlig Recht, wenn man sich die Rundenzeiten ansieht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.