Eisschnelllauf: Wolf verpasst Podest bei der Sprint-WM

Jenny Wolf hat bei den Sprint-Weltmeisterschaften im kanadischen Calgary einen Podestplatz verpasst. Den Titel im Sprint-Vierkampf sicherte sich die Chinesin Yu Jing, die zudem einen Weltrekord aufstellte.

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Weltrekord verloren: Eisschnellläuferin Wolf bei der WM in Kanada

Hamburg - Keine Medaille, kein Weltrekord mehr: Für Eisschnellläuferin Jenny Wolf ist die Sprint-WM in Calgary nach zwei Stolperern enttäuschend zu Ende gegangen. Nach einem verkorksten Lauf auf ihrer Paradestrecke über 500 Meter verlor sie ihren Weltrekord an die Chinesin Yu Jing und rutschte aus den Medaillenrängen. Die Chinesin entthronte anschließend sogar Titelverteidigerin Christine Nesbitt aus Kanada, die am Samstag einen neuen 1000-Meter-Weltrekord (1:12,68 Minuten) aufgestellt hatte, und wurde mit hauchdünnem Vorsprung vor Nesbitt zum ersten Mal Weltmeisterin. Dritte wurde Yus Landsfrau Hong Zhang.

"Nach den guten Zeiten zu Beginn hatte ich noch gehofft, Jenny könnte als erste Frau unter 37 Sekunden laufen, aber nach zehn Metern war's gegessen", sagte Bundestrainer Markus Eicher nach den zweiten 500 Metern am Sonntagabend. Jenny Wolf, die nach ihrem 500-Meter-Sieg und einer persönlichen 1000-Meter-Bestzeit (1:14,95) am Samstag auf Platz zwei der Gesamtwertung gelegen hatte, kam gleich bei den ersten Schritten aus dem Gleichgewicht. Ein Stolperer und die Medaille war weg. Gefühlt eine doppelte Niederlage für die fast 33-Jährige. Denn Wolf (38,04) verlor im direkten Duell deutlich gegen Yu dann auch noch ihren Weltrekord (37,00). Die 26-jährige Chinesin schaffte das, was Wolf vor der Saison als Ziel ausgegeben hatte: Sie lief als erste Frau der Welt unter 37 Sekunden. Die neue Bestmarke steht nun bei 36,94.

Und damit nicht genug: Yu setzte noch einen drauf und hielt auch Titelfavoritin Nesbitt auf Distanz. Die neue 500-Meter-Weltrekordlerin blieb mit 0,02 Sekunden vor der 1000-Meter-Weltrekordlerin. Am Samstag hatte die 26-jährige Nesbitt den fast sechs Jahre alten Weltrekord ihrer Landsfrau Cindy Klassen (1:13:11) auf 1:12,68 Minuten verbessert.

Eine wechselhafte WM lief die zweite deutsche Starterin Judith Hesse. Sie verbesserte auf beiden Distanzen ihre persönliche Bestzeit, kam über die zweiten 500 Meter am Sonntag auf den fünften Platz (37,79). Auf der Schlussstrecke verschenkte sie jedoch eine bessere Platzierung und wurde Gesamt-14. Dadurch haben die deutschen Frauen erneut drei Startplätze für die Sprint-WM 2013 sicher. Die Berlinerin Monique Angermüller war nach einem Sturz über die ersten 500 Meter am Sonntag nicht mehr angetreten.

Bei den Männern hat der Niederländer Stefan Groothuis die favorisierten Südkoreaner düpiert und sich in Calgary erstmals den Weltmeistertitel im Sprint-Vierkampf der Eisschnellläufer gesichert. Mit dem neuen Weltrekord von 136,810 Punkten verwies er dank einer Glanzleistung im abschließenden 1000-Meter-Rennen in 1:06,96 Minuten den viermaligen Titelträger Lee Kyou-Hyuk und dessen Landsmann Mo Tae-Bum auf die Medaillenränge. Der Berliner Samuel Schwarz beendete das Championat auf dem enttäuschenden 19. Platz.

joe/sid/dpa/dapd

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Eisschnelllauf-Weltcup 2011/2012
Datum Austragungsort
18.-20.11. Tscheljabinsk (Russland)
25.-27.11. Astana (Kasachstan)
02.-04.12. Heerenveen (Niederlande)
21.-22.01. Salt Lake City (USA)
11.-12.02. Hamar (Norwegen)
02.-04.03. Heerenveen (Niederlande)
09.-11.03. Berlin (Deutschland)