Schadensersatz-Prozess Pechstein freut sich über Vertagung

Im Schadensersatz-Prozess gegen den Eisschnelllauf-Weltverband musste Claudia Pechstein den Gerichtssaal kurzzeitig unter Tränen verlassen. Mit der anschließend verkündeten Vertagung kann sie bestens leben, Pechstein fühlt sich ernst genommen.

"Freudentränen" im Gerichtssaal: Eisschnellläuferin Pechstein
DPA

"Freudentränen" im Gerichtssaal: Eisschnellläuferin Pechstein


Hamburg - Das Oberlandesgericht München hat ein Urteil im Schadenersatz-Prozess von Claudia Pechstein gegen den Eislauf-Weltverband ISU für den 15. Januar 2015 angekündigt. Nach einer dreistündigen Verhandlung setzte das Gericht beiden Seiten eine Frist bis zum 8. Dezember für schriftliche Nachreichungen.

Wie zuvor das Landgericht München I hatten auch die Richter des Oberlandesgerichtes Zweifel an der Wirksamkeit der Sport-Schiedsgerichtsbarkeit im Fall der Eisschnellläuferin geäußert. Das Landgericht hatte die Schiedsklausel der Athletenvereinbarung für ungültig erklärt und löste damit eine "Revolution" im internationalen Sportrechtssystem aus. Keine Angaben machte das Oberlandesgericht zur Schadenersatzforderung Pechsteins in Höhe von 4,4 Millionen Euro.

Pechstein war 2009 vom Weltverband anhand von Indizien und ohne Dopingnachweis "wegen Blutdopings" für zwei Jahre gesperrt worden. Grund waren überhöhte Retikulozytenwerte, die die 42-Jährige später anhand von Gutachten mit einer genetisch bedingten Blutanomalie erklärte.

Pechstein feierte den Prozesstag als Erfolg. "Ich habe zum ersten Mal vor einem Gericht gespürt, dass ich Recht habe. Meine Tränen kann man als Freudentränen werten", sagte sie nach der Verhandlung, die sie zwischenzeitlich mit einem Weinkrampf verlassen hatte, diesen aber runterspielte: "Das waren Freudentränen."

Während der ISU-Anwalt wortlos den Gerichtssaal verließ, zeigte sich Pechsteins Anwalt Thomas Summerer sehr zufrieden mit dem Verlauf der Verhandlung. "Es hat sich gezeigt: Die Athleten können sich auf das Grundgesetz berufen."

krä/dpa/sid

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DüsselStone 11.11.2014
1. Beamtin - Schadensersatz
Da Frau Pechstein immer noch im Beamtenstatus ist, allerdings ihren Beruf nicht ausübt, sollte falls Schadensersatz gezahlt wird dieser dem Staat und somit dem Steuerzahler zukommen. Die Dame ist Beamtin mit eigenem Pressesprecher. Ein Witz...aber heute ist ja der 11.11.
Frau_Enschleger 11.11.2014
2.
Zitat von DüsselStoneDa Frau Pechstein immer noch im Beamtenstatus ist, allerdings ihren Beruf nicht ausübt, sollte falls Schadensersatz gezahlt wird dieser dem Staat und somit dem Steuerzahler zukommen. Die Dame ist Beamtin mit eigenem Pressesprecher. Ein Witz...aber heute ist ja der 11.11.
Was für ein sinnloser, neidzerfressener Beitrag. Wer den Fall ein bisschen verfolgt hat weiss, das Pechstein zu Unrecht gesperrt wurde. Das haben mittlerweile auch die übereifrigen Dopingjäger gemerkt, ansonsten hätte sie nach ihrer Selbstanzeige wieder gesperrt werden müssen. Und auch wenn Pechstein verbeamtet ist, ist der Schaden durch die Sperre trotzdem vor allem bei Pechstein entstanden und nicht beim deutschen Steuerzahler. Ich kann ihren Unmut aber verstehen. Ist schon schlimm wenn talentierte Menschen in diesem Land gefördert werden...
DüsselStone 11.11.2014
3.
Zitat von Frau_EnschlegerWas für ein sinnloser, neidzerfressener Beitrag. Wer den Fall ein bisschen verfolgt hat weiss, das Pechstein zu Unrecht gesperrt wurde. Das haben mittlerweile auch die übereifrigen Dopingjäger gemerkt, ansonsten hätte sie nach ihrer Selbstanzeige wieder gesperrt werden müssen. Und auch wenn Pechstein verbeamtet ist, ist der Schaden durch die Sperre trotzdem vor allem bei Pechstein entstanden und nicht beim deutschen Steuerzahler. Ich kann ihren Unmut aber verstehen. Ist schon schlimm wenn talentierte Menschen in diesem Land gefördert werden...
Frau Pechstein lebt seit über 20 Jahren auf Kosten der Allgemeinheit (derzeitiges Gehalt/ spätere Pension) ohne direkt dafür zu arbeiten (als Polizistin). Sie arbeitet in Ihrer "Dienstzeit" als Freiberuflerin mit eigenem Management und will 4 Millionen Euro als Schadensersatz für sich privat vereinnahmen. Von den "Gagen" die Sie langjährig von Veranstaltern bezog mal abgesehen.
thlogical 12.11.2014
4. Bitte Kirche im Dorf lassen
Zitat von DüsselStoneFrau Pechstein lebt seit über 20 Jahren auf Kosten der Allgemeinheit (derzeitiges Gehalt/ spätere Pension) ohne direkt dafür zu arbeiten (als Polizistin). Sie arbeitet in Ihrer "Dienstzeit" als Freiberuflerin mit eigenem Management und will 4 Millionen Euro als Schadensersatz für sich privat vereinnahmen. Von den "Gagen" die Sie langjährig von Veranstaltern bezog mal abgesehen.
Frau Pechstein hat Deutschland bei vielen Veranstalltungen sehr gut vertreten. Es ist eher ein Amutszeugnis das deutsche Sportler um überhaupt gefördert zu werden sich der bundeswehr oder anderen staatlichen Organisationen anschließen müssen. Wie bekannt haben sehr viele deutsch Spitzensportler nicht gerade üppige Gehälter. Und nochwas denken sie eigentlich das die sportlichen Leistungen im Schlaf erziehlt werden... nein dafür muss man sehr viel von seiner lebenszeit opfern sonst wird man nicht so gut. Man braucht auch sehr vel Geld und leider hat das der Staat nicht sondern nur Sponsoren. Darum die komischen Konstellationen. Traurig aber wahr. Es gibt tatsächlich auch Beamte die nicht schlafend ihr Geld verdienen (Feuerwehr, Polizei, Lehrer, Sportler)
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