Fünf weitere russische Sportler gesperrt Die Liste wird immer länger

Erneut müssen russische Medaillengewinner von Sotschi ihr Edelmetall abgeben. Das IOC hat fünf Top-Athleten lebenslang für Winterspiele gesperrt - zwei Biathleten, zwei Bobfahrer und ein Skeleton-Pilot.

Hier jubelt Olga Wiluchina (rechts) noch mit Magdalena Neuner und Darja Domratschewa beim Weltcup 2011
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Hier jubelt Olga Wiluchina (rechts) noch mit Magdalena Neuner und Darja Domratschewa beim Weltcup 2011


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat im Zuge des Staatsdopingskandals gegen fünf weitere russische Sportler lebenslange Olympiasperren verhängt. Neben den Biathletinnen Olga Wiluchina (Olympiasilber in Sotschi im Sprint und mit der Staffel) und Jana Romanowa (Staffel-Silber) müssen auch die Bobfahrer Alexej Negodailo und Dimitrij Trunenkow ihre Goldmedaillen abgeben. Zudem wurde Skeleton-Pilot Sergej Tschudinow (Platz fünf) gesperrt.

Negodailo und Trunenkow waren mit Pilot Alexander Subkow im Viererbob in Sotschi zu Gold gefahren. Subkow, der auch Olympiasieger mit dem Zweierbob wurde, war bereits am Freitag lebenslang für alle Funktionen bei Olympia gesperrt worden.

Neben Subkow hatte die sogenannte Oswald-Kommission des IOC bereits unter anderem die Sotschi-Olympiasieger Alexander Tretjakow (Skeleton) und Alexander Legkow (Langlauf) lebenslang für Olympia gesperrt. Insgesamt erhielten mittlerweile 19 russische Sotschi-Starter die Höchststrafe.

Der russische Bob-Verband hat die lebenslange Sperre von mehreren Spitzensportlern durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) scharf kritisiert. "Wir können nur wiederholen, dass wir das für die Höhe der Ungerechtigkeit halten", teilte der Verband am Abend auf seiner Webseite mit. "Alles ist nach dem schon bekannten Muster abgelaufen." Die neuen Namen auf der Liste mit Sperren seien vermutlich "leider nicht die letzten", hieß es weiter. Der Verband bereite Material vor, um gerichtlich dagegen vorzugehen.

Erste Begründung eines IOC-Urteils

Im Falle des 50-km-Olympiasiegers Legkow veröffentlichte das IOC zudem die 46-seitige Urteilsbegründung, die 495 Einzelpunkte umfasst. Darin erkennt die Oswald-Kommission an, dass das von McLaren beschriebene Betrugssystem (Austausch bzw. Manipulation russischer Dopingproben) während der Winterspiele 2014 in Sotschi zur Anwendung kam.

Whistleblower Rodtschenkow wurde als "glaubwürdiger Zeuge" bezeichnet. Inwiefern diese Argumentation auch bei der Bewertung des IOC zum Tragen kommt, ob der Betrug von staatlichen russischen Stellen gelenkt wurde, ist unklar. Oswald erwähnt in der Urteilsbegründung zumindest ein Urteil des Internationalen Sport-Gerichtshofes CAS, das McLarens Schlussfolgerung auf einen "staatlich diktierten Doping-Plan" stützte, wertete diese Schlussfolgerung aber nicht weiter.

Die IOC-Kommission von Exekutivmitglied Denis Oswald ist für die Sanktionierung der im McLaren-Bericht genannten 28 verdächtigen russischen Sotschi-Starter (darunter zwölf Medaillengewinner) zuständig. Am 5. Dezember wird die IOC-Exekutive auf Grundlage der Erkenntnisse einer weiteren Kommission unter Leitung des ehemaligen Schweizer Spitzenpolitikers Samuel Schmid über einen Start Russlands bei den Winterspielen in Pyeongchang im kommenden Februar entscheiden.

aha/dpa/sid



insgesamt 3 Beiträge
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taglöhner 27.11.2017
1.
Gleich kommen wieder Pinocchios fleißige Bienchen und reden von frei erfunden und mangelnden Beweisen. Deshalb schon mal zum Warmlesen 250 Seiten das Original: https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/20160718_ip_report_newfinal.pdf https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/mclaren_report_part_ii_2.pdf
didowo 27.11.2017
2. Jetzt reichts
ich habe nichts gegen Sperrungen von gedopten Sportlern. Aber erstens glaube ich nicht, dass es nur russische Sportler gibt, die dopen und zweitens dann nicht hier nur so einen Artikel schreiben, sondern die Beweise vom IOC auf den Tisch und abdrucken in allen Tageszeitungen. Danke!
mactruth81 28.11.2017
3. Wen interssierts?
Diese ganze Hetzkampagne hat doch total an Glaubwürdigkeit verloren, selbst der letzte Uninteressierte glaubt das nicht mehr, geschweige denn der, der sich in die Materie einliest. Ja, macht ruhig so weiter ihr zerstört euch nur selbst ... ohne es zu checken.
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