Kein Start bei Olympia: Sportgericht lehnt Pechstein-Antrag ab

Claudia Pechstein darf nicht an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teilnehmen. Die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs wies den Antrag der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin auf eine Startfreigabe ab.

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ddp

Eisschnellläuferin Pechstein: In Kanada nicht am Start

Hamburg - "In Ermangelung einer Entscheidung, die angefochten werden könnte, hat die Ad-hoc-Kammer entschieden, dass sie keine rechtliche Handhabe hat, den Antrag von Frau Pechstein zu behandeln", hieß es in einer Stellungnahme auf der Homepage des Internationalen Sportgerichtshofs Cas zur Begründung. Pechstein habe nicht gegen eine Nichtnominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Einspruch einlegen können, da es diese aufgrund ihrer zweijährigen Sperre gar nicht habe geben können.

Pechsteins Anwalt Christian Krähe hatte am Montag den Antrag beim Ad-hoc-Gericht eingereicht. Daraufhin gaben das Internationale Olympische Komitee (IOC), und der DOSB sowie der Eislauf-Weltverband (Isu) als "interessierte Partei" Stellungnahmen beim Cas ab. Danach durfte auch die Pechstein-Seite nochmals einen Kommentar einreichen. Über Inhalte wurde nichts bekannt.

Die Hoffnungen Pechsteins, neue, aus ihrer Sicht entlastende Fakten in einer Anhörung präsentieren zu dürfen, erfüllten sich nicht. Pechstein hatte den Gang vor das Ad-hoc-Gericht mit neuen Fakten und Expertenaussagen begründet, die sie angeblich entlasten. Die Isu hatte die 37 Jahre alte Berlinerin nur anhand von Indizien wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Pechstein hatte auf einen Einsatz im Teamrennen am 26. und 27. Februar gehofft.

jok/sid

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Forum - Olympische Winterspiele - Sportlertreff oder Dopingsumpf?
insgesamt 52 Beiträge
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1.
wolfman11 11.02.2010
Zitat von sysopNoch vor der Eröffnungsfeier wurden 30 mutmaßliche Doper von den Winterspielen ausgeschlossen. Wie sauber sind die Spiele von Vancouver?
Bevor Ex-Tennis-Profis mit dem Verbreiten von Schmutz anfangen: Die Spiele werden natürlich nicht sauber sein. Es bleibt aber zu hoffen, dass möglichst viele Sünder erwischt werden - zu hoffen auch für die vielen sauberen Athleten. Und es bleibt zu hoffen, dass die Nachweise zweifelsfrei und sauber geführt werden. Wenn dies gelingt, kann man sich an den Leistungen bestimmt erfreuen.
2. Es nervt!
Medien-Kritiker, 11.02.2010
Zitat von sysopNoch vor der Eröffnungsfeier wurden 30 mutmaßliche Doper von den Winterspielen ausgeschlossen. Wie sauber sind die Spiele von Vancouver?
Mir geht es ganz gewaltig auf den Keks, dass Fußball im Prinzip die einzige Sportart ist, über die man hier wirklich fachsimpeln kann.Threads zu allen anderen Sportarten (vielleicht mit Ausnahme von F1 oder Handball) werden früher oder später zu reinen Doping-Threads. Ist es denn zu viel verlangt, das Thema Doping erst dann auf die Tagesordnung zu heben wenn es mal wieder aktuell ist?
3.
Robert Rostock, 11.02.2010
Zitat von sysopNoch vor der Eröffnungsfeier wurden 30 mutmaßliche Doper von den Winterspielen ausgeschlossen. Wie sauber sind die Spiele von Vancouver?
*++++Riesen-Skandal!!! 30 (DREISSIG!!!) Doping-Verbrecher überführt und von den Olympischen Spielen ausgeschlossen!! Riesen-Erfolg für die unerschrockenen Aufklärer der WADA!!!! Sonder-Pressekonferenz!!!++++* Blub! Ballon geplatzt, war nurn PR-Gag. Haben einfach alle längst bekannten Fälle des letzten Jahres zusammengezählt... (http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,677377,00.html) So ist das halt bei der Inquisition. Es muss immer skandalöser, immer schlimmer werden, die Zahl der Verdächtigen muss immer größer werden, schließlich muss der Apparat ja in Schwung bleiben, der riesige Finanzaufwand irgendwie gerechtfertigt werden. Aber langsam kommen auch bei den Medien die Zweifel. Die Meldungen über die heutige Pressekonferenz sind jedenfalls nicht besonders freundlich mit der WADA. Und letzte Woche erschien in der Berliner Zeitung ein bemerkenswerter Artikel von Jens Weinreich, bisher als besonders engagierter und schonungsloser Doping-Jäger bekannt (u.a. Grimme-Preisträger) zum Fall Pechstein: (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0127/sport/0038/index.html) "... Dabei steht das Cas-Urteil inhaltlich auf tönernen Füßen. Die Blutdoping-Vorwürfe mittels indirekten Nachweises (ohne positive Probe, aufgrund eines auffälligen Blutparameters) sind wissenschaftlich höchst umstritten. Streit der Experten Vor wenigen Tagen erklärte Wolfgang Jelkmann, weltweit anerkannter Epo-Forscher von der Universität Lübeck, "aus Frau Pechsteins Messwerten der vergangenen zehn Jahre lässt sich Epo-Doping nicht belegen". Jelkmann unterstützt die jüngste Expertise des Siegener Hämatologen Winfried Gassmann, der unabhängig agiert und sich auf 41 Seiten mit dem Fall auseinandersetzt. Gassmann wirft dem Cas "verfälschende und irreführende Darstellung" vor. "Entlastende Fakten" seien unterdrückt worden: "Da die Dopingsperre wegen erhöhter Retikulozyten ausgesprochen wurde, kommt hier kein Eigenblut-Doping in Betracht", sagt Gassmann. Seine Arbeit ist ernst zu nehmen, weil er sich - anders als andere vermeintliche Experten - umfassend mit den Daten auseinander gesetzt hat. Kein Epo-Doping? Kein Eigenblut-Doping? Derlei Grundsatzfragen werden vom Bundesgericht nicht verhandelt. Es prüft, aber es sucht nicht nach der Wahrheit."
4. stimmt schon, ist aber erklärbar
ray4901 12.02.2010
Zitat von Medien-KritikerMir geht es ganz gewaltig auf den Keks, dass Fußball im Prinzip die einzige Sportart ist, über die man hier wirklich fachsimpeln kann.Threads zu allen anderen Sportarten (vielleicht mit Ausnahme von F1 oder Handball) werden früher oder später zu reinen Doping-Threads. Ist es denn zu viel verlangt, das Thema Doping erst dann auf die Tagesordnung zu heben wenn es mal wieder aktuell ist?
Es hängt mit der (vermeintlichen) Kompetenz der Forumteilnehmer zusammen. Ihr Beispiel mit dem Doping steht nicht allein. Wenn es um die Rechte der Tibeter, die Trinkwasserversorgung in Indien oder die Behandlung von Oppositionellen im Iran geht, kommen so sicher wie das Amen in der Kirche, die CIA, Mossad, Palaestina und die geopolitischen Ziele der USA ins Spiel, garniert mit ein paar alten und neuen VTs. Da meinen eben die Foristen, Bescheid zu wissen und treffen jede Menge Gleichgesinnte an. Die ursprüngliche Frage ist ab Beitrag 20 vergessen. Beim Sport muss es ähnlich sein. Da Fussball und Formel 1 die "Expertise" des deutschen Sportpublikums zu 90% auslasten, können viele Vielschreiber andernorts nur mit Doping punkten. Viel macht dabei die Reaktion der Wintersportbegeisterten und der Radlerfans aus, die sofort einschnappen, wenn wer die Dopingkeule hervorholt. Ignorieren wäre besser oder aber: Ein Vorschlag: alle Anhänger von Langlauf, Biathlon, Radsport, Eisschnellauf, Leichtathletik, etc. blockieren die unzähligen Fussball- Handball- und Automobilthreads mit wüsten Anschuldigungen betreffend Wettbetrug, unfähigen Schiedsrichtern, Reglementschaos und überhaupt ungenügenden Dopingkontrollen. Auch wenn danach überhaupt nicht gefragt wird. Vielleicht hilfts?
5. Hals und Beinbruch!
Björn Borg 12.02.2010
Zitat von wolfman11Bevor Ex-Tennis-Profis mit dem Verbreiten von Schmutz anfangen: Die Spiele werden natürlich nicht sauber sein. Es bleibt aber zu hoffen, dass möglichst viele Sünder erwischt werden - zu hoffen auch für die vielen sauberen Athleten. Und es bleibt zu hoffen, dass die Nachweise zweifelsfrei und sauber geführt werden. Wenn dies gelingt, kann man sich an den Leistungen bestimmt erfreuen.
Da sind wir doch endlich mal einer Meinung. Leider kann es aber nicht gelingen, wie der Artikel ja ausführt. Gut aber dennoch, dass einige etwas weniger professionelle Doper schon in der Vorbereitung beim Doping erwischt und überführt wurden und daher, abgesegnet durch ordentliche Gerichte, gar nicht erst zu den Olympischen Spielen fahren durften!
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Olympische Winterspiele: Alle Goldmedaillengewinner auf einen Blick

Das Ad-hoc-Gericht des Cas
Der Internationale Sportgerichtshof Cas bildet seit 1996 für die Olympischen Spiele sogenannte Ad-hoc-Kammern. Am Olympiaort sind neun (Winterspiele) beziehungsweise zwölf (Sommerspiele) Schiedsrichter einsatzbereit, um über Streitigkeiten im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen zu entscheiden.
Die Zuständigkeit der Kammer beginnt zehn Tage vor der Eröffnungsfeier und endet mit dem Tag der Schlusszeremonie. Die Schiedsrichter werden für jeden Einzelfall direkt vom Präsidenten der Ad-hoc-Kammer benannt. Die Schiedsgerichte sind angehalten, die Fälle in möglichst kurzer Zeit zu entscheiden. (sid)