Langlauf in Lillehammer Youngster Brugger legt schnellste Laufzeit hin

Janosch Brugger hat den ersten Sieg eines deutschen Skilangläufers in einem Weltcuprennen seit fast vier Jahren gefeiert. Dabei hatte der 21-Jährige "überhaupt keinen Bock" auf das Rennen.

Janosch Brugger
KIMMO BRANDT/EPA-EFE/REX

Janosch Brugger


Eigentlich hatte Janosch Brugger gar nicht immer Spaß am Skilaufen. Er kommt aus einer sportlichen Familie, wuchs in Titisee-Neustadt im Schwarzwald auf. Langlauf gehörte eben einfach dazu. Doch dann waren da plötzlich die ersten Erfolge - und mit ihnen kam der Spaß am Sport. Beim Weltcup in Lillehammer hat der 21-Jährige nun für den ersten Sieg eines deutschen Skilangläufers in einem Weltcuprennen seit fast vier Jahren gesorgt.

Brugger lief zum Abschluss der dreitägigen Mini-Tour im norwegischen Lillehammer die mit Abstand schnellste Zeit aller Starter im Verfolgungsrennen über 15 Kilometer. Er lief von Gesamtrang 45 nach zwei Tagen auf Platz 17 und war 1:21 Minuten schneller als der norwegische Gesamtsieger Didrik Tönseth. Laut Regularien ist bei Mehrtagesrennen auch der zeitschnellste Läufer der als Verfolgung ausgetragenen Schlussetappe ein offizieller Weltcupsieger.

"Unfassbar, es war ein Wahnsinnsrennen, obwohl ich überhaupt keinen Bock hatte heute morgen", sagte Brugger dem Skilanglaufportal xc-ski.de. "Aber dann habe ich gleich in meiner ersten Runde schon gemerkt, dass ich einen mega Ski dran habe. Ich habe mich dann immer besser gefühlt und dann ging es auch immer besser. Dann lief es ab wie im Film."

Erstmals seit Tim Tscharnke im Januar 2015

Brugger wurde für den offiziellen Etappenerfolg mit 50 Weltcup-Punkten und 5000 Schweizer Franken Preisgeld (rund 4400 Euro) belohnt. Zuletzt hatte der zurückgetretene Tim Tscharnke im Januar 2015 einen Sieg bei einem Weltcuprennen gefeiert - damals als Etappensieger bei der Tour de Ski in Val di Fiemme.

Brugger hat 2015 beim Europäischen Olympischen Winter-Jugendfestival Bronze über zehn Kilometer klassisch und mit der Mixed-Staffel gewonnen, 2017 wurde er Juniorenweltmeister im Sprint. Danach aber konnte er die Erfolge bei seinen Weltcup-Einsätzen nicht bestätigen, doch in dieser Saison zeigt seine Arbeit erste Wirkung. Ein überraschender Tagessieg und obendrauf das Ticket für die WM im Februar in Seefeld - da macht das Skifahren sicher wieder richtig Spaß.

sak/sid/dpa



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