Hamburg - Am Ende ihres verkorksten Weltcup-Winters darf sich Lindsey Vonn doch noch einmal freuen. Da das letzte Abfahrtsrennen der Frauen im schweizerischen Lenzerheide wie schon bei den Männern wegen schlechter Sicht abgesagt wurde, kann Vonn nicht mehr von der Slowenin Tina Maze eingeholt werden, die einen einzigen Punkt hinter ihr liegt. Bereits zum sechsten Mal in Folge gewinnt sie die kleine Kristallkugel. Die Deutsche Maria Höfl-Riesch liegt mit 68 Punkten Rückstand auf dem dritten Rang.
Vonn war beim Super-G bei der Ski-WM in Schladming bei einem Sprung gestürzt und hatte sich das Kreuzband gerissen. Ihr letztes Abfahrtsrennen hatte die US-Amerikanerin am 19. Januar in Cortina d'Ampezzo bestritten.
"Oh mein Gott, ich habe den Abfahrtsweltcup gewonnen! Zum sechsten Mal in Folge und das mit einem verletzten Knie. Am Ende kommt doch alles zurück", twitterte Vonn unmittelbar nach der Absage. "Glückwunsch an Lindsey zur Abfahrtskugel", antwortete Höfl-Riesch, "Jetzt weißt du, wie ich mich vor zwei Jahren gefühlt habe." 2011 war Vonn in Tränen ausgebrochen, als Höfl-Riesch wegen des ausgefallenen Riesenslaloms den Gesamtweltcup um die Winzigkeit von drei Punkten für sich entschieden hatte.
Auch Maze äußerte sich via Twitter: "Ich denke die Abfahrtskugel gehört jemand anderem. Glückwunsch, Lindsey", schrieb die Slowenin.
Für die 28-Jährige war es eine Saison zum Vergessen. Sie begann mit der außergewöhnlichen Idee der Amerikanerin, bei den Männern starten zu wollen. Ihr Vorstoß wurde abgeschmettert. Danach zwang sie ein Darmleiden zur Pause. Kurz vor Weihnachten sprach Vonn erstmals offen über die Einnahme von Antidepressiva und legte kurz darauf eine erneute Auszeit ein. Trauriger Höhepunkt war der Unfall in Schladming.
asi/sid/dpa
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