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Olympiabewerbung 2022: Münchens Kreuz mit den Ringen

Von , München

München: Olympia oder NOlympia Fotos
DPA

Olympische Spiele in München? Eine tolle Chance, sagen Befürworter wie "Kaiser" Beckenbauer. Nicht mit uns, sagen die Gegner, die sich im Bündnis "NOlympia" formiert haben. Sie warnen die Bürger vor Knebelverträgen, Umweltzerstörung, steigenden Mieten und Schuldenbergen. Das Volk entscheidet Sonntag, der Ausgang ist völlig offen.

Münchens Olympia-Unterstützer setzen auf die Kraft von Politik, Wirtschaft und Prominenz: Fußball-Legende Franz Beckenbauer ließ sich zuletzt auf dem Münchner Olympiaturm fotografieren, schwärmte von der "Chance", was bei ihm immer wie "Schaaahse" klingt. Ein paar Tage später stand Sven Hannawald auf dem Sprungturm der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen und war natürlich "total begeistert". Er hoffe, dass die Winterspiele 2022 nach Bayern kommen, sagte der frühere Skispringer.

Auf den ersten Blick sieht es eigentlich nach einer sicheren Sache für die Befürworter aus, wenn am Sonntag die Bürger in München, Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein darüber abstimmen, ob sich München für die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben soll. Die Stadt München ist dafür, ebenso der Freistaat Bayern sowie die lokale Wirtschaft. Auch im bayerischen Landtag sind die Mehrheitsverhältnisse in der Olympia-Frage klar: CSU, SPD und Freie Wähler wollen die Spiele nach Bayern holen, nur die Grünen sind dagegen.

Trotzdem, das ahnen auch die Befürworter, wird die Sache am Sonntag wohl kein Selbstläufer. Erst im vergangenen Jahr votierten die Münchner in einem Bürgerentscheid gegen den Bau einer dritten Startbahn für den Flughafen - und machten damit einer scheinbar großen Koalition der Unterstützer um Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) einen Strich durch die Rechnung.

"Es ist ein Kampf mit ungleichen Waffen"

Auch in Sachen Olympia-Bewerbung gibt es hartnäckige Gegner. Sie haben sich in dem Bündnis "NOlympia" zusammengeschlossen. Neben den Grünen und dem Bund Naturschutz in Bayern gehören unter anderem die Linke im Münchner Stadtrat sowie das globalisierungskritische Netzwerk Attac dazu.

Das Budget der Gegner ist überschaubar: 35.000 Euro stehen ihnen nach eigenen Angaben für Plakate und Flyer zur Verfügung. Das ist nichts im Vergleich zu Werbung und Unterstützung in Höhe von rund einer Million Euro für die Olympia-Befürworter. "Es ist ein Kampf mit ungleichen Waffen", sagt die "NOlympia"-Sprecherin und grüne Landtagsabgeordnete Katharina Schulze.

Die drei wichtigsten Argumente von "NOlympia":

  • Die Kosten für die Spiele seien kaum zu kalkulieren und würden am Ende deutlich über den derzeit veranschlagten 3,3 Milliarden Euro liegen - am Ende müsse der Steuerzahler für die Mehrausgaben geradestehen.
  • Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schließe mit der Ausrichterstadt "Knebelverträge" ab. Während das IOC "Hunderte Millionen verdienen" würde, müsste München "eine unbegrenzte Garantie abgeben".
  • Der Stadt, so die Gegner, drohen durch die Olympischen Spiele Umweltschäden. So würden allein in München rund 2000 Bäume gefällt, um in einer Parklandschaft das Olympische Dorf aufzubauen.

Selbst Münchens Oberbürgermeister Christian Ude dürfte so manches Argument der Gegner verstehen. Zwar macht sich der SPD-Politiker für eine erneute Bewerbung seiner Stadt stark - er war aber bereits beim erfolglosen Versuch Münchens für 2018 empört, als er die Vertragsdetails mit dem IOC kannte: "Ich halte die vertraglichen Garantie-Erklärungen und Risikoverteilungen für eine Zumutung", sagte Ude damals. So steht etwa bei einem Minus der Spiele die Stadt in der Pflicht, nicht das IOC.

Man mag auch kaum dem Marketingsprech der Konzeptstudie zur möglichen Olympiabewerbung glauben, wonach für das Sportereignis "ein einzigartiges, ganzheitliches und integriertes Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept" umgesetzt würde.

Knebelverträge und die Macht der Sponsoren

Prominente Mitstreiter haben die "NOlympia"-Gegner nicht. Dafür steht am Donnerstagabend Willi Rehberg im Wappensaal des Münchner Hofbräuhauses und erklärt bei einer Veranstaltung der Grünen, warum er Olympiagegner ist. Der Rentner und Umweltschützer aus Salzburg hat sich in der Vergangenheit bereits gegen die Olympiabewerbungen seiner Heimatstadt engagiert. Den Vortrag, den er in München hält, hat er auch schon andernorts präsentiert.

Rehberg erzählt vom Aufstieg des IOC, dessen Marke Olympia inzwischen als zweitwertvollstes Produkt der Welt gilt - abgehängt nur von Apple. Er erzählt von "Knebelverträgen" und der Macht der Olympia-Sponsoren wie McDonald's. So mussten bei Olympia 2012 in London angeblich Hunderte Imbisse und Lokale an den Wettkampforten Pommes Frites von der Speisekarte streichen, sie durften nur zusammen mit Fisch, als Fish&Chips, angeboten werden - weil es sich dabei ja um eine Art britisches Nationalgericht handelt. Ansonsten gab es Pommes nur bei McDonald's.

Was die Olympischen Spiele in München kosten würden, fragt ein Mann im Publikum. "Mindestens acht Milliarden Euro", sagt Rehberg.

Am Sonntag stimmen die Bürger ab. Geht einer der vier Entscheide mit Nein aus, ist das Projekt gescheitert. Eine der Merkwürdigkeiten des Entscheids: Auf den Benachrichtigungen zur Abstimmung werden lediglich die Pro-Argumente genannt. Die Gegner haben reagiert: In den vergangenen Tagen landeten in vielen Briefkästen "NOlympia"-Flyer. Sie kämpfen bis zum Schluss.

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insgesamt 61 Beiträge
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1. Klar
alf999 09.11.2013
wird, wenn Olympia kommt, auch in Bayern Natur zerstört. ABER im Gegensatz zu Sochi oder dem Ort in Südkorea in einem weit, weit geringerem Maß! Die Meisten Spirtstätten sind vorhanden, müssten nur ausgebaut bzw. modernisiert werden. Was bleibt ist das mit den Knebelverträgen. Tja schluck oder stirb. Die Welt wird nicht sozialer, weil da paar deutsche Sozialpädagogen mit erhobenem Finger dastehen!
2. Wutbürger
Taske 09.11.2013
Zitat von sysopDPAOlympische Spiele in München? Nicht mit uns, sagen die Gegner, die sich im Bündnis "NOlympia" formiert haben. Sie warnen die Bürger vor Knebelverträgen, Umweltzerstörung, steigenden Mieten und Schuldenbergen. Das Volk entscheidet Sonntag, der Ausgang ist völlig offen. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/muenchen-olympia-gegner-warnen-vor-schulden-und-umweltschaeden-a-932566.html
Ach, ja ... unsere lieben "Wir-sind-gegen-alles-und-haben-dafür-auch-jede-Menge-dröger-Argumente"-Miesepeter. Wären die immer schon da gewesen, gäbe es heute weder den Kölner Dom noch Schloss Neuschwanstein noch hätte hierzulande je ein sportliches Großereignis stattgefunden.
3. ich kann nur hoffen,
ollux 09.11.2013
daß die Münchner sich besinnen und diejenigen in die Schranken weisen, die der Mehrheit der Bürger ein wahnsinniges Kostendilemma für drei Wochen schönen Schein hinterlassen wollen.
4. Kleingedrucktes
calvin-13 09.11.2013
Die Vertragsklauseln und Garaniteerklärungen welche im Falle eines Zuschlags für München gelten, könnten der Region teuer zu stehen kommen. Dem Risiko sollte sich jeder Bewußt sein. Ich persönlich befürworte dennoch eine Teilnahme. Wir sollten unsere CHANCE nutzen die Spiele verträglich zu gestalten....
5. das ist
sitiwati 09.11.2013
Zitat von sysopDPAOlympische Spiele in München? Nicht mit uns, sagen die Gegner, die sich im Bündnis "NOlympia" formiert haben. Sie warnen die Bürger vor Knebelverträgen, Umweltzerstörung, steigenden Mieten und Schuldenbergen. Das Volk entscheidet Sonntag, der Ausgang ist völlig offen. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/muenchen-olympia-gegner-warnen-vor-schulden-und-umweltschaeden-a-932566.html
klar, dass Promis wie Beckenbauer für München sind, meist zahlen sie in D keine Steuern, oder haben, wie Beckenbauer -Kitzbühl, einen Wohnsitz im Ausland-die Lasten tragen halt nur die Münchner und andere Steuerzahler!
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2010 Vancouver (Kanada)
2006 Turin (Italien)
2002 Salt Lake City (USA)
1998 Nagano (Japan)
1994 Lillehammer (Norwegen)
1992 Albertville (Frankreich)
1988 Calgary (Kanada)
1984 Sarajevo (Jugoslawien)
1980 Lake Placid (USA)
1976 Innsbruck (Österreich)
1972 Sapporo (Japan)
1968 Grenoble (Frankreich)
1964 Innsbruck (Österreich)
1960 Squaw Valley (USA)
1956 Cortina d'Ampezzo (Italien)
1952 Oslo (Norwegen)
1948 St. Moritz (Schweiz)
1936 Garmisch-Partenkirchen (Deutschland)
1932 Lake Placid (USA)
1928 St. Moritz (Schweiz)
1924 Chamonix (Frankreich)

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