Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Eishockey: NHL-Star zieht sich Zahn - und spielt weiter

Islanders-Center Tavares (r.), Teamkollege Grabner: Spiel verloren, Zahn weg Zur Großansicht
AP/dpa

Islanders-Center Tavares (r.), Teamkollege Grabner: Spiel verloren, Zahn weg

Bodychecks, Prügeleien, fiese Fouls - Eishockeyspieler sind hart im Nehmen. NHL-Star John Tavares hat dies nun unter besonderen Umständen bewiesen: Als er einen Puck ins Gesicht bekam, zog er sich den lädierten Zahn kurzerhand selbst, wie ein Video zeigt.

Hamburg - Eishockey ist ein harter Sport, das weiß auch der Deutsche Jochen Hecht, der jahrelang in der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL gespielt hat: "Es gibt keinen Profi, der noch nie eine Verletzung davongetragen hat", sagt Hecht: "Das Spiel ist so schnell, die Schüsse so hart, wenn man den Puck gegen den Fuß oder ein anderes Körperteil bekommt, dann passiert schon mal was."

John Tavares wird diese Einschätzung sicherlich teilen: Der 23-Jährige, bei den New York Islanders unter Vertrag, ist ein zäher Spieler. Das bewies er nun einmal mehr im Spiel gegen die Chicago Blackhawks (2:3). Im Zweikampf mit Andrew Shaw bekam er plötzlich den Puck ins Gesicht. Als er später auf der Bank saß, bemerkte er, dass sich ein Zahn gelockert hatte.

Tavares ist schon längst der wichtigste Spieler seines Teams. Bei der "NHL Entry Draft" 2009, der Auswahl der neuen Spieler, war er als erster Spieler ausgesucht worden. Damit steht er in einer Reihe mit den Superstars Sidney Crosby und Alexander Ovetschkin. Einfach aufhören ging also nicht.

Deshalb wurde Tavares kurzerhand sein eigener Zahnarzt. Er griff beherzt zu und zog den lädierten Zahn mit einem Ruck aus dem Kiefer. Danach legte er ihn dem Athletik-Trainer in die Hand - und ging zurück aufs Eis.

bka/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Was soll ich sagen..
eishockeyoma 13.10.2013
das sind Jungs, die Ihren Sport/Profession ernst nehmen. Und dann wird im Fussball über die Doppelbelastung zwischen Bundesliga und Nationalelf diskutiert... Eishockeyspieler bekommen leider nciht die Medienaufmerksamkeit, die sie und ihr Sport verdient hätten.
2.
tütata 13.10.2013
Er wird schon vor dem Spiel genügend Schmerzmittelchen getankt haben. Kennt man ja aus der Bundesliga oder vom Radsport. Scheint sich aber auch auf den Verstand auszuwirken. Hat also eher nichts mit "Härte" zu tun.
3.
de-be 13.10.2013
Irgendwie scheint der schon in jungen Jahren recht weich in der Birne zu sein ... nen Zahnarzt hätte den Zahn möglicherweise retten können!
4.
LK1 13.10.2013
Zitat von sysopAP/dpaBodychecks, Prügeleien, fiese Fouls - Eishockeyspieler sind hart im Nehmen. NHL-Star John Tavares hat dies nun unter besonderen Umständen bewiesen: Als er einen Puck ins Gesicht bekam, zog er sich den lädierten Zahn kurzerhand selbst, wie ein Video zeigt. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/nhl-john-tavares-zieht-sich-zahn-und-spielt-weiter-a-927592.html
Alles nur eine Frage des Schockzustandes. Ich habe mir mal nach einem ziemlich blutigen Radcrash mit unzähligen offenen Verletzungen, den Schotter robotterartig aus den Wunden gepuhlt. Und das, obwohl ich bei körperlichen Schmerzen der typisch männlichen Vorzeigemimose entspreche. Nichts gegen die körpereigenen Drogen. Die funktionieren bei Bedarf immer wieder super.
5.
gorchus 13.10.2013
Schmerzmittel ja klar.. So ein Schmarrn. Der Zahn war vermutlich schon halb durch... Ansonsten ziehst du den nicht mit der hand. Das Adrenalin was der hatte wirkte sicher wie ein Schmerzmittel.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Die Stanley-Cup-Sieger seit 2000*
Jahr Gewinner Saison-MVP
2015 Chicago Carey Price
2014 Los Angeles Sidney Crosby
2013 Chicago A. Owetschkin
2012 Los Angeles Jewgeni Malkin
2011 Boston Corey Perry
2010 Chicago Henrik Sedin
2009 Pittsburgh A. Owetschkin
2008 Detroit A. Owetschkin
2007 Anaheim Sidney Crosby
2006 Carolina Joe Thornton
2004 Tampa Martin St. Louis
2003 New Jersey Peter Forsberg
2002 Detroit José Théodore
2001 Colorado Joe Sakic
2000 New Jersey Chris Pronger
*2004/2005 fiel die komplette Saison wegen eines Tarifstreits zwischen Team-Besitzern und Spielern aus

Eishockey-Glossar
DPA
Ein Torwart, zwei Verteidiger und drei Angreifer stehen zeitgleich auf dem Eis. Die Stürmer sind in einen Center, der die Bullys spielt, und zwei Flügelstürmer aufgeteilt - eine sogenannte Reihe. Jede Mannschaft verfügt über je drei bis vier Sturm- und Verteidigungsreihen, die abwechselnd zwischen etwa 30 und 60 Sekunden auf dem Eis stehen.

Gängig ist dabei, dass einzelne Reihen besondere Aufgaben haben und daher in speziellen Situationen eingesetzt werden. So sollen die ersten beiden Reihen vorwiegend die Tore schießen und spielen deshalb auch in Überzahl. Die dritte, oft als "checking line" bezeichnet, ist dagegen eher defensiv orientiert und soll die Top-Reihen des Gegners ausschalten. Eine ähnliche Aufgabe hat Reihe vier, die oft auch deshalb aufs Eis geschickt wird, um den Top-Spielern eine Verschnaufpause zu ermöglichen.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: