Hamburg - Jason Lamy Chappuis hat für das zweite französische Olympia-Gold binnen zwei Stunden gesorgt. Der 23-Jährige gewann in der Nordischen Kombination im Whistler Olympic Park den Wettbewerb von der Normalschanze vor dem US-Amerikaner Johnny Spillane und dem Italiener Alessandro Pittin.
Vor Chappuis war im Biathlon-Sprint der Männer bereits Vincent Jay erfolgreich. Keine Rolle spielten wie schon beim Biathlon die deutschen Kombinierer. Bester des Quartetts war Eric Frenzel als Zehnter. Tino Edelmann, Björn Kircheisen und der Johannes Rydzek belegten die Plätze 18, 22 und 28.
Die Hoffnungen der deutschen Winterzweikämpfer waren schon im Springen dem Wetter zum Opfer gefallen. "Das Ding war schon nach dem Springen fast verloren. Das war einfach ein Lotteriespiel, und wir hatten mit unseren Leuten hinten heraus kein Glück", sagte Sprungtrainer Andreas Bauer. Auch Kircheisen war frustriert: "Da arbeitest du vier Jahre auf Olympia hin, und dann entscheidet der Wind. Das ist schon bitter."
Edelmann (98,5 Meter), Frenzel und Kircheisen (je 98) waren bei immer schlechter werdenden Windbedingungen gesprungen. So mussten sie im Zehn-Kilometer-Langlauf von den Positionen 16 bis 19 mit über einer Minute Rückstand auf die Jagd nach dem überlegenen Sprunglaufsieger Janne Ryynänen gehen. Nach 2,5 Kilometern war der Rückstand des deutschen Trios bereits auf 26 Sekunden geschrumpft, weil der führende Finne bei einer Abfahrt gestürzt war. Er wurde wenig später von einer siebenköpfigen Spitzengruppe überholt.
Kircheisen startet Aufholjagd - und bricht ein
Bei der Hälfte der Strecke hatte Kircheisen nur noch zehn Sekunden Rückstand auf die Besten, doch die Aufholjagd hatte zu viel Kraft gekostet und Kircheisen brach ein. Frenzel hatte im Ziel 36,1 Sekunden Rückstand auf Chappuis. Der Gesamtweltcup-Spitzenreiter und Mitfavorit überholte im Zielsprint noch Ex-Weltmeister Spillane und hatte am Ende 0,4 Sekunden Vorsprung.
Ein Olympia-Rennen ohne deutsche Medaille hatte es letztmals 2002 gegeben, als Ronny Ackermann zum Auftakt Vierter geworden war. Der viermalige Weltmeister Ackermann hatte die Qualifikation für die Winterspiele nicht geschafft, auch Olympiasieger Georg Hettich, der vor vier Jahren in Turin einen kompletten Medaillensatz gewonnen hatte, schaute nur zu: "Ich war nach den Vorleistungen klar der Ersatzmann. Immerhin bin ich aber kurz vor dem Ende meiner Karriere bei Olympia dabei."
luk/sid/dpa
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