Vor Start der Nordischen Ski-WM Russisches Team genervt vom Dopingthema

Die Nordische Ski-WM steht vor dem Auftakt - und das Thema Doping begleitet vor allem die russischen Athleten. Die reagieren mittlerweile dünnhäutig auf die Nachfragen.

Sergej Ustjugow
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Sergej Ustjugow


Die Präsidentin des russischen Skilanglauf-Verbands hat sich vor dem Auftakt der Nordischen Ski-WM gegen einen kollektiven Dopingverdacht gegen ihre Athleten gewehrt. "Wenn Sie etwas Respekt vor den Sportlern haben, sollten Sie dieses Thema beenden. Hier sitzen junge Athleten mit guten Ergebnissen. Lassen Sie uns auf die WM konzentrieren", sagte die 14-malige Weltmeisterin Jelena Wälbe auf einer Pressekonferenz einen Tag vor dem WM-Start in Seefeld in Tirol. Den Zeitplan zum Wettbewerb finden Sie hier.

Neben Wälbe saß unter anderem der zweimalige Weltmeister Sergej Ustjugow. Der 26-Jährige war 2018 wegen des russischen Dopingskandals von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen worden, obwohl ihm nie Doping nachgewiesen worden war. "Es ist noch immer ein Geheimnis, warum ich nicht eingeladen wurde. Ich habe noch immer keine Antworten. Ich kenne die Gründe nicht", sagte Ustjugow.

Auch Wälbe erklärte, den Grund für den Olympia-Ausschluss nicht zu kennen. Die vergangenen Jahre beschrieb die 50-Jährige als äußerst belastend. "Es war für mich wie ein Krieg, und ich war an vorderster Front", sagte Wälbe.

Ustjugow war von der Kandidatenliste für einen Start unter neutraler Flagge gestrichen worden, weil er in den Skandal um das russische Staatsdoping verwickelt gewesen sein soll. Der ehemalige Tour-de-Ski-Sieger Alexander Legkow beendete mittlerweile entnervt seine Karriere, obwohl er wie Maxim Wylegschanin oder Alexander Bessmertnich nie des Dopings überführt worden war.

aha/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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juba39 19.02.2019
1. Ist wohl wahr
Man ist es nämlich langsam leid, zu brisanten Themen nie Korrespondenten- nur Agenturmeldungen zu lesen. Die Mehrzahl der russischen Sportler weiß tatsächlich bis heute nicht, auf welchen JUSTIZIABLEN Gründen ihre Sperre erfolgte. Nicht einmal die Freisprüche des obersten Sportgerichts, des CAS interessierten den Juristen Dr. Bach. Im Gegenteil, eine Einmaligkkeit in einem Rechtssystem. Er drohte auch noch einem Gericht mit Auflösung, sollte es mehr Freisprüche geben. Warum also liest man hier nichts von den Freisprüchen. Nichts von den Millionenklagen einer deutschen(!) Anwaltskanzlei gegen McLaren (Hajo Seppelt wird auch noch kommen). BEIDE haben sich in ihren Vernehmungen vor dem CAS dermaßen blamiert, daß man sich wundert, daß nicht auch noch Meineidsklagen folgten. Auch davon hier nichts. Und als wenn das nicht reicht. Nachdem die Russen am Beginn der Wintersaison noch mal so richtig abgebürstet wurden, stellen sich ausgerechnet 2 deutsche Sportler vor die Kameras, und fordern, daß es aufhören muß, Blutanomalien ständig mit Doping zu verbinden. Und daß jeder Fall als Einzelfall untersucht werden muß. Und das nach 20 min Russlandbashing. Da zuckt man erst einmal zusammen, dann fragt man sich, oha, da bauen nicht schon mal Sportler vor? Und nein, zu solcher Meinung kommt man nicht als Putinist, sondern als deutscher Normalo nach 200 Strafverfahren als Schöffe an Amts- und Landgerichten.
ex_Kamikaze 19.02.2019
2. Vielleicht sollten
die Dopingjäger mal mehr Norwegen ins Visier nehmen. Da gibt es ständig Vorfälle und niemand stellt einen Generalverdacht. Und im Gegensatz zu den Russen gewinnen die auch ständig. Dieses lächerlich kleine und kaum besiedelte Land hat sogar bei Olympia den Medaillenspiegel gewinnen. mit 6000 Asthma-Sprays für 121 Athleten an 16 Tagen. Alles schwer kranke Hochleistungssportner. Als Asthmatiker kommen ich mir von denen verhöhnt vor! Norwegens Sportbetrieb hat meine volle persönliche Verachtung.
ralfsroessler 19.02.2019
3. @juba39
Keine Ahnung was der Quatsch soll, den Sie da von sich geben. Aber ein kurzer Check Ihres Accounts zeigt, daß es offenbar kaum ein Thema gibt, zu dem Sie nicht eine sehr dezidierte Haltung hätten. 10+ Kommentare am Tag, da sag ich Respekt. Und was machen Sie sonst so?
r-bolter 20.02.2019
4. Dopingrecherche differenzieren
Dass die Russen und andere im jeweils eigenen Land mit eigenen Labors gefalscht/vertuscht haben, scheint gesichert.Doch in einer Reihe Sportarten wie Biathlon zieht der Sport-Zirkus durch die Welt, die Sportler* werden ständig weltweit untersucht und in versch. Labors getestet ... da wäre Doping kaum zu vertuschen ... Zudem haben die Sportler kaum Einfluss - sie geben Blut/Urin ab, auf das weitere Verfahren oder das Labor haben sie keinen Einfluss! Allenfalls auf die Präparate, die sie zu sich nehmen. Aber gerade in totalitären Regimen musst du folgen und schlucken ... oder zuhause bleiben.
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