Olympia 2010: Krupp bleibt Nationaltrainer, deutsche Frauen auf Platz eins
Der Deutsche Eishockey-Bund vertraut seinem Trainer: Trotz Platz elf bei Olympia soll Uwe Krupp das DEB-Team auch bei der Heim-WM im Mai betreuen. Die deutschen Frauen haben im Nationenvergleich am besten abgeschnitten. Skilangläufer Axel Teichmann denkt an Rücktritt.
Hamburg - Bundestrainer Uwe Krupp soll die Deutsche Eishockey-Mannschaft auch bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land vom 7. bis zum 23. Mai betreuen. "Uwe Krupp wird definitiv bei der WM unser Trainer sein. Er leistet sehr gute Arbeit", sagte Verbandspräsident Uwe Harnos. Kontakt zum bisherigen Schweizer Trainer Ralph Krueger gebe es nicht, so Harnos. Krueger gilt als möglicher Nachfolger von Krupp und hatte zu den Spekulationen in Vancouver selbst beigetragen. Trotz des elften Platzes nach vier Niederlagen ist Harnos zufrieden. "Das war das am stärksten besetzte olympische Eishockey-Turnier aller Zeiten", sagte der DEB-Präsident.
Deutschlands Frauen sind spitze: Im nach Geschlechtern getrennten Medaillenspiegel steht das deutsche Frauen-Team nach Abschluss der Olympischen Winterspiele mit acht Goldmedaillen (sechs Silber, vier Bronze) auf Platz eins. Zweiter wurde Gastgeber Kanada (5/6/3) vor Norwegen (4/2/1) und China (4/1/3). Bei den Männern gewann Kanada (8/1/2) vor den USA (7/9/8) und der Schweiz (6/0/2). Deutschland ist in dieser Wertung nur Siebter (2/7/1).
In einer Umfrage des Sportinformationsdienstes haben 22 deutsche Medaillengewinner angegeben, bis zu den Winterspielen 2014 in Sotschi (Russland) weiterzumachen. Fünf Athleten kündigten ihren Rücktritt an. Die Olympiasieger Magdalena Neuner (Biathlon), Maria Riesch (Alpin), Felix Loch, Tatjana Hüfner (beide Rodeln), Stephanie Beckert, Katrin Mattscherodt (beide Eisschnelllauf) und Viktoria Rebensburg (Riesenslalom) wollen allesamt weitermachen. Die Bob-Olympiasieger André Lange und Kevin Kuske, Kerstin Szymkowiak (Skeleton) sowie die Rodler Patric Leitner und Alexander Resch hören hingegen auf.
Skilangläufer Axel Teichmann denkt ebenfalls über einen Rücktritt nach. "Ob ich nächsten Winter noch dabei bin, weiß ich nicht", sagte Teichmann. "Erstens habe ich ständig Wehwehchen, und außerdem muss ich erstmal schauen, was das Leben neben dem Sport sonst noch so bietet." Nach seiner Pechsträhne bei den Olympischen Spielen 2002 und 2006 hatte Teichmann überraschend über 50 Kilometer Silber gewonnen. "Ich habe meinen Frieden mit Olympia gemacht. Ich werde das Flair mein Leben lang in Erinnerung behalten", sagte Teichmann.
Auch Jacques Rogge glaubt nicht an dopingfreie olympische Winterspiele. "Ich bin nicht naiv. Ich werde mein endgültiges Urteil 2018 fällen", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Hinweis auf die achtjährige Lagerung der Proben. "Nachtests auf das Blutdopingmittel Cera haben nach Peking 2008 sechs Athleten überführt. Wir haben genügend Zeit, um derzeit nicht nachweisbare Mittel aufzuspüren." Am Schlusstag der Spiele waren 1750 Analysen der gut 2000 Tests seit dem 4. Februar negativ. Die beiden Eishockeyspieler Swetlana Terentewa (Russland) und Lubomir Visnovsky (Slowakei) wurden wegen leichter Stimulanzen verwarnt, aber nicht disqualifiziert.
Russlands Staatspräsident Dmitrij Medwedew hat nach dem Olympia-Desaster der Russen alle verantwortlichen Funktionsträger zum Rücktritt aufgefordert. Die Staatsführung verspricht sich davon offenbar einen Neuaufbau vor den Olympischen Winterspielen 2014 im heimischen Sotschi. Die einstige Wintersport-Supermacht Russland hatte in Vancouver lediglich dreimal Gold sowie zwölf weitere Medaillen gewonnen - mit Platz elf im Medaillenspiegel das schlechteste Ergebnis in Russlands Olympia-Historie. Im "ewigen" Medaillenspiegel verloren die Russen die Führung an Deutschland.
klu/dpa/sid
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| Olympia 2010: Medaillenspiegel der Frauen | ||||
| Platz | Land | Gold | Silber | Bronze |
| 1. | Deutschland | 8 | 6 | 4 |
| 2. | Kanada | 5 | 6 | 3 |
| 3. | Norwegen | 4 | 2 | 1 |
| 4. | China | 4 | 1 | 3 |
| 5. | USA | 2 | 5 | 5 |
| 6. | Schweden | 2 | 2 | 1 |
| 7. | Korea | 2 | 1 | 2 |
| 8. | Niederlande | 2 | 1 | 1 |
| 9. | Tschechien | 2 | 0 | 2 |
| 10. | Australien | 2 | 0 | 0 |
| 11. | Österreich | 1 | 2 | 3 |
| 12. | Russland | 1 | 2 | 1 |
| Die gemischten Wettbewerbe Paarlauf und Eistanz sind nicht erfasst. | ||||
| Olympia 2010: Medaillenspiegel der Männer | ||||
| Platz | Land | Gold | Silber | Bronze |
| 1. | Kanada | 8 | 1 | 2 |
| 2. | USA | 7 | 9 | 8 |
| 3. | Schweiz | 6 | 0 | 2 |
| 4. | Norwegen | 5 | 6 | 5 |
| 5. | Südkorea | 4 | 5 | 0 |
| 6. | Schweden | 3 | 0 | 3 |
| 7. | Deutschland | 2 | 7 | 2 |
| 8. | Österreich | 2 | 4 | 3 |
| 9. | Russland | 2 | 3 | 5 |
| 10. | Niederlande | 2 | 0 | 2 |
| 11. | Frankreich | 2 | 1 | 3 |
| 12. | Italien | 1 | 1 | 2 |
| Die gemischten Wettbewerbe Paarlauf und Eistanz sind nicht erfasst. | ||||
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