Goldmedaille im Slopestyle Redmond Gerard, 17 Jahre, Olympiasieger

Er war der jüngste Teilnehmer im Feld: Snowboarder Redmond Gerard hat den USA das erste Gold der Spiele beschert - mit gerade mal 17 Jahren.

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Es ist noch nicht so lange her, da bauten Redmond Gerard und seine Brüder im Garten ihres Elternhauses in einem kleinen Ort in Colorado ihre ersten eigenen Snowboardparcours. Dort feilten sie an improvisierten Hindernissen an ihren Tricks. Nun hat sich der erst 17-jährige "Red" seinen Traum erfüllt: Gerard holte das erste Gold für die USA bei den Spielen in Südkorea - und kürte sich zudem zum ersten Olympiasieger, der nach dem Jahr 2000 geboren wurde.

Der Snowboarder setzte sich im Slopestyle-Finale im letzten der drei Läufe mit 87,16 Punkten an die Spitze des Feldes. "Es fällt mir etwas schwer, das zu glauben", sagte Gerard. "Ich bin absolut überwältigt. Ich kann nicht glauben, dass es geklappt hat." Silber holte der Kanadier Max Parrot (86,00 Punkte), Bronze ging an dessen Landsmann Mark McMorris (85,20). Top-Favorit Marcus Kleveland aus Norwegen ging als Sechster leer aus.

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Olympiasieger Gerard: Ein perfekter Lauf

In seinen ersten beiden Läufen hatte Gerard noch große Probleme, belegte den letzten Platz. Doch er hatte noch eine Chance, der beste Versuch zählt, und im finalen Lauf über den Hindernisparcours gelang ihm nahezu alles, er nutzte Elemente, die die anderen Fahrer ignoriert hatten, und schloss mit einem Backside Triple Cork 1440 ab. "Ich glaube, ich war am Anfang ein wenig nervös", sagte der Olympiasieger später. Am Ende musste er aber noch zittern: Als letzter startete Parrot, der den Backside Triple ebenfalls stand. Doch die Kampfrichter entschieden zugunsten des jüngsten Teilnehmers im Wettbewerb. Mit Gerard jubelten 17 mitgereiste Familienmitglieder.

Gerard ist trotz seines Alters kein Unbekannter in der Szene. Er führt sowohl die Slopestyle-Weltrangliste als auch den Weltcup an. Ihm winken nun 37.500 Dollar, die die USA als Prämie für olympisches Gold ausgerufen haben. Und Gerard hat noch eine weitere Medaillenchance, wie auch Parrot und McMorris startet er in der zweiten Olympia-Woche im Big-Air-Wettbewerb.

Für McMorris war es die zweite Bronzemedaille. In Sotschi, als Slopestyle erstmals Teil der Winterspiele war, wurde er ebenfalls Dritter. Allerdings hätte vor elf Monaten wohl kaum jemand damit gerechnet, dass der 24-Jährige in Pyeongchang an den Start würde gehen können. "Es ist schon sehr besonders, auf diesem Podium zu stehen, nach allem, was passiert ist", sagte McMorris.

Bei einem Snowboard-Ausflug mit Freunden fuhr er gegen einen Baum und erlitt lebensgefährliche Verletzungen: McMorris brach sich seinen Kiefer und seinen linken Arm, erlitt Rippenbrüche, eine Beckenfraktur, eine Milzruptur und sein linker Lungenflügel kollabierte. Zunächst war unklar, ob er seine Karriere würde fortsetzen können.

sak/sid/Reuters/AP



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