Cas-Entscheidung 47 Russen scheitern mit Klage gegen Olympia-Ausschluss

Weiteren 45 russische Athleten und zwei Betreuern bleibt die Olympia-Teilnahme verwehrt. Der Internationale Sportgerichtshof wies ihre Klage gegen den Ausschluss ab.

Cas-Generalsekretär Matthieu Reeb
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Cas-Generalsekretär Matthieu Reeb


Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat die Klage von 45 weiteren russischen Sportlern und zwei Betreuern gegen ihren Ausschluss von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zurückgewiesen. Schon am Vortag hatte die Ad-hoc-Kommission des Cas bei 13 russischen Athleten und Offiziellen ein ähnliches Gesuch abgelehnt und sich als nicht zuständig erklärt.

Die Russen hatten Klage eingereicht, weil sie vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wegen Doping-Verstößen und -Verdächtigungen keine Einladung für Pyeongchang erhalten hatten. In seiner Urteilsbegründung sah der Cas dies als gerechtfertigt an. Die Entscheidung des IOC sei in keiner Weise diskriminierend oder auf unfaire Weise getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung. Die russische Regierung hatte angekündigt, die Cas-Entscheidung auf jeden Fall akzeptieren zu wollen.

Zu den betroffenen Sportlern gehören die Sotschi-Olympiasieger Alexander Legkow (Skilanglauf), Xenia Stolbowa (Eiskunstlauf), Alexander Tretjakow (Skeleton), Wiktor Ahn (Shorttrack) sowie Anton Schipulin und Alexej Wolkow (Biathlon).

Damit bleibt es bei 169 Sportlern aus Russland, die für die 23. Winterspiele vom IOC zugelassen worden sind. Die Eisschnellläuferin Olga Graf hatte bereits angekündigt, auf ihre Teilnahme aus Protest zu verzichten. Diese Sportler starten unter neutraler Flagge und ohne Hymne als Olympische Athleten aus Russland.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, nannte die Cas-Entscheidung eine "hocherfreuliche Mitteilung". Damit bleibe "die Hoffnung, dass Betrüger von Sotschi nicht in Pyeongchang um Medaillen kämpfen."

Das IOC hatte in einem aufwendigen Prüfverfahren eine Selektion für russische Sportler getroffen. Aufgrund der Belege für organisierte Dopingmanipulationen bei den Winterspielen in Sotschi 2014 hatte das IOC im Dezember vergangenen Jahres das Nationale Olympische Komitee Russlands gesperrt. Demnach konnten russische Sportler nur per IOC-Einladung zu den Spielen nach Pyeongchang gelangen. In vielen Fällen hatte das IOC den Athleten eine Einladung verweigert, obwohl aktuell kein positiver Dopingbefund vorliegt.

max/dpa/sid

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neutralfanw 09.02.2018
1.
Jetzt bin ich mal gespannt, in wie vielen Kommentare diese CAS Entscheidung verurteilt wird. Es muss endlich Schluss sein mit allen Doping-Varianten. Ob Nutzung oder Manipulation, ob bewusste Einnahme oder politische Propaganda (egal von welchem Staat), Doping sollte gnadenlos bestraft werden. Die Sponsoren oder Zuschauer haben kein Interesse mehr. Gedopte Medalliengewinner verdienen 2-3 Jahre Geld mit ihrem Sieg, um dann 2 Jahre später gesperrt zu werden. Das ist Betrug am Zuschauer und an Sponsoren.
AntiMonetarist 09.02.2018
2.
Zitat von neutralfanwJetzt bin ich mal gespannt, in wie vielen Kommentare diese CAS Entscheidung verurteilt wird. Es muss endlich Schluss sein mit allen Doping-Varianten. Ob Nutzung oder Manipulation, ob bewusste Einnahme oder politische Propaganda (egal von welchem Staat), Doping sollte gnadenlos bestraft werden. Die Sponsoren oder Zuschauer haben kein Interesse mehr. Gedopte Medalliengewinner verdienen 2-3 Jahre Geld mit ihrem Sieg, um dann 2 Jahre später gesperrt zu werden. Das ist Betrug am Zuschauer und an Sponsoren.
Sagen Sie das Mal der WADA und anderen Sportverbänden. Warum bei Chris Froome schon wieder ein ähnlicher Fehler gemacht wird wie bei Lance Armstrong. Warum Simone Biles (3x Gold Turnen) und Marit Bjoergen (16x WM Gold) von der WADA Genehmigung schon vor Jahren bekamen legal Doping einzunehmen, während bei anderen Athleten nicht einmal der geringste Beweis erbracht wurde und diese Athleten dennoch gesperrt wurden. Unglaublich! In WADA,CAS und IOC sitzen nur noch korrupte Funktionär.
simonweber1 09.02.2018
3. Ich
Zitat von neutralfanwJetzt bin ich mal gespannt, in wie vielen Kommentare diese CAS Entscheidung verurteilt wird. Es muss endlich Schluss sein mit allen Doping-Varianten. Ob Nutzung oder Manipulation, ob bewusste Einnahme oder politische Propaganda (egal von welchem Staat), Doping sollte gnadenlos bestraft werden. Die Sponsoren oder Zuschauer haben kein Interesse mehr. Gedopte Medalliengewinner verdienen 2-3 Jahre Geld mit ihrem Sieg, um dann 2 Jahre später gesperrt zu werden. Das ist Betrug am Zuschauer und an Sponsoren.
weiß nicht, ob ,man diese Entscheidung verurteilen kann,oder sogar muss. Ich stimme Ihnen völlig zu, dass alle Doping Varianten verboten werden müssten.Es ist nur nach westlichen Rechtsprinzipien sehr ungewöhnlich, dass Sportler ausgeschlossen werden, denen man kein individuelles Doping nachweisen kann. Glauben Sie aber ernsthaft, dass Doping und die Einnahme von Verbandsärzten verordneter Mittelchen, die zufällig auch leistungsfördernd sind, moralisch unterschiedlich bewertet werden muss? Die Norweger haben 6000 Ampullen Asthmamittel im Gepäck, für die angeblich chronisch Kranken Sportler, die ja angeblich alle an Winterasthma leiden.Meinen Sie nicht auch, dass solche Manipulationen ebenfalls verboten gehören?. Wenn die alle chronisch krank sind, hätten sie doch eine Startberechtigung bei den Paralympiks. Insgesamt betrachtet muss man wohl zugeben, dass hier sowohl vom IOC als auch durch CAS sehr unterschiedlich gewertet wird.
Robert_Rostock 09.02.2018
4.
Zitat von neutralfanwJetzt bin ich mal gespannt, in wie vielen Kommentare diese CAS Entscheidung verurteilt wird. Es muss endlich Schluss sein mit allen Doping-Varianten. Ob Nutzung oder Manipulation, ob bewusste Einnahme oder politische Propaganda (egal von welchem Staat), Doping sollte gnadenlos bestraft werden. Die Sponsoren oder Zuschauer haben kein Interesse mehr. Gedopte Medalliengewinner verdienen 2-3 Jahre Geld mit ihrem Sieg, um dann 2 Jahre später gesperrt zu werden. Das ist Betrug am Zuschauer und an Sponsoren.
Ich fang mal an. Ich finde es entsetzlich, wie mit diesem Vorgehen die grundlegensten rechtsstaatlichen Prinzipien außer Kraft gesetz werden. Für eine Verurteilung reicht es jetzt also bereits, aus demselben Land zu kommen. Persönliche Schuld muss nicht mehr nachgewiesen werden. Toll. Sollten wir auf alle Bereiche anwenden. Wenn wieder jemand mit einem getunten BMW auf dem Kudamm bei einem illegalen Rennen jemanden über den Haufen fährt, werden alle BMWs bundesweit zwangsverschrottet und den Besitzern der Führerschein entzogen. Wenn ein Dunkelhaariger einen Einbruch oder ein Gewaltverbrechen verübt, werden alle Dunkelhaarigen eingeknastet.
taglöhner 09.02.2018
5. Alte Weisheiten für Sportneulinge
Zitat von Robert_RostockIch fang mal an. Ich finde es entsetzlich, wie mit diesem Vorgehen die grundlegensten rechtsstaatlichen Prinzipien außer Kraft gesetz werden. Für eine Verurteilung reicht es jetzt also bereits, aus demselben Land zu kommen. Persönliche Schuld muss nicht mehr nachgewiesen werden. Toll. Sollten wir auf alle Bereiche anwenden. Wenn wieder jemand mit einem getunten BMW auf dem Kudamm bei einem illegalen Rennen jemanden über den Haufen fährt, werden alle BMWs bundesweit zwangsverschrottet und den Besitzern der Führerschein entzogen. Wenn ein Dunkelhaariger einen Einbruch oder ein Gewaltverbrechen verübt, werden alle Dunkelhaarigen eingeknastet.
Das zieht hier nicht, wir befinden uns nicht im Strafrecht. Das weltweite Anti-Doping-System baut darauf, dass Sportler zu jeder Zeit an jedem Ort neutral getestet werden können und getestet werden. Wer dich dem Test entzieht, oder dessen Probe vertauscht wird, von dem gibt es keine positive Probe, klar. Trotzdem ist er damit 'raus. Das wurde nicht für die Russen erfunden, sondern ist bereits viele Jahre so und hat eine Unzahl an Sperren nach sich gezogen. Ein lückenloser negativer Testbogen ist die Eintrittskarte zu den (Privat)Veranstaltungen, die sich diesem System unterwerfen. Dazu gehört Olympia. Dazu gehört nicht die Wrestling-WM. Dort können die Russen teilnehmen. Dass das so schwer zu begreifen ist, verstehe ich nicht.
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