Trotz positiver B-Probe Russischer Curler Kruschelnizki bestreitet Doping

Das suspendierte Nationale Olympische Komitee Russlands hat eine positive B-Probe des Curlers Alexander Kruschelnizki bestätigt. Die Einnahme sei jedoch "unwissentlich und nicht systematisch" erfolgt.

Alexander Kruschelnizki (rechts)
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Alexander Kruschelnizki (rechts)


Der mutmaßlich wegen Dopings überführte Curler Alexander Kruschelnizki hat die Einnahme illegaler Substanzen zur Leistungssteigerung bestritten. "Ich sage ganz offen, dass ich im Laufe meiner Sportlerkarriere niemals verbotene Präparate oder andere unehrliche Methoden benutzt habe", sagte der Athlet einer Mitteilung des russischen Curlingverbands zufolge. "Ich bin strikt gegen Doping."

Zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas das Dopingvergehen eines russischen Sportlers bei den Winterspielen in Pyeongchang bestätigt. Der russischen Delegation zufolge wurde der Gewinner der Bronzemedaille im Curling-Mixed in der B-Probe der Einnahme von Meldonium überführt.

Die Nachricht sei ein Schock für ihn gewesen, sagte Kruschelnizki weiter. "Es ist ein herber Schlag für meinen Ruf und auch für meine Karriere." Es tue dem 25-Jährigen leid, dass "der historische Sieg im russischen Curling jetzt Gegenstand im Dopingskandal ist".

ROC bringt vermeintlich entlastende Argumente

Das momentan suspendierte russische Nationale Olympische Komitee (ROC) bestätigte die positive B-Probe. "Wir bedauern den Vorfall sehr", schrieb das ROC in seiner Stellungnahme, bevor es mehrere vermeintlich entlastende Argumente vorbrachte. Die Meldonium-Konzentration bei Kruschelnizki sei "absolut bedeutungslos für jedweden Effekt auf den menschlichen Körper" gewesen, hieß es. Zudem seien vorangehende Tests des Athleten negativ gewesen.

Daraus schloss das ROC, dass die Einnahme "unwissentlich und nicht systematisch" erfolgt sei. Man habe keine Erklärung dafür, wie die Substanz in den Körper des Athleten gelangt sein könnte, schrieb das ROC und kündigte eine "umfassende" strafrechtliche Untersuchung der Umstände des Vorfalls an. Kruschelnizki selbst hatte gemutmaßt, dass ihm ein Teamrivale im Trainingslager Meldonium ins Getränk geschüttet hat.

mru/dpa/sid



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kraus.goennebek 20.02.2018
1. Unwissentlich, unerheblich..
Man kann es schon nicht mehr hören/lesen, das Gestammele überführter Doper - Kann nicht sein...nie gemacht...immer schon strikt gegen Doping gewesen, muß ein Fehler sein...vielleicht ein Konkurrent..etc. etc. pp. Nun fehlt nur noch das „Argument“ russischer Offizieller, es handele sich um eine Verleumdung unschuldiger russischer Sportler, wahrscheinlich von den USA, oder generell dem Westen, initiiert. Russland und staatliches Doping - ein Synonym. Russland und ehrlicher Sport - ein Ausschluß.
quark2@mailinator.com 20.02.2018
2.
Zitat von kraus.goennebekMan kann es schon nicht mehr hören/lesen, das Gestammele überführter Doper - Kann nicht sein...nie gemacht...immer schon strikt gegen Doping gewesen, muß ein Fehler sein...vielleicht ein Konkurrent..etc. etc. pp. Nun fehlt nur noch das „Argument“ russischer Offizieller, es handele sich um eine Verleumdung unschuldiger russischer Sportler, wahrscheinlich von den USA, oder generell dem Westen, initiiert. Russland und staatliches Doping - ein Synonym. Russland und ehrlicher Sport - ein Ausschluß.
Tja, kann sein, muß aber nicht. Ich wäre übrigens vorsichtig mit dem Nationalismus. Kann da nur auf die Freiburger Sportmedizin verweisen. Oder auf die Tour de France, etc. Die ganze Szene ist ziemlich undurchsichtig und wer weiß, was manche Länder vielleicht können, was andere nicht können. Ich würde heutzutage nicht mehr Sportler sein wollen. Ewig der Verdacht, ewig die Nachprüfungen, das Hinterlegen von Aufenthaltsorten. Ein halbes Leben der Zirkus und wenn man Pech hat, ist man trotzdem positiv und keiner glaubt einem, daß man es nicht wußte. Und wenn man verliert, weiß man nicht, ob der Gewinner nicht was genommen hat ...
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