Olympische Winterspiele 2018 Deutsches Duo Savchenko und Massot holt Eiskunstlauf-Gold

Was für ein Drama: Aljona Savchenko und Bruno Massot hatten nach dem Kurzprogramm eigentlich nur noch Außenseiterchancen. Doch dank eines Weltrekordlaufs holte das deutsche Paar doch noch den Olympiasieg.

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Sie gingen als Vierte in die Kür - und konnten sich mit einem Weltrekord den Olympiasieg sichern. Die deutschen Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot haben die Goldmedaille im Paarlauf gewonnen. Mit insgesamt 235,9 Punkten landeten sie vor Sui Wenjing und Han Cong aus China (235,47 Punkte). Bronze ging an die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford (230,15 Punkte).

Dabei hatten Savchenko und Massot vor der abschließenden Kür nur Außenseiterchancen. Im Kurzprogramm hatte sich Massot einen Patzer erlaubt, beim eigentlich dreifachen Salchow fehlte ihm eine Umdrehung. "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte", hatte der 29-Jährige gesagt. Savchenko, die ihre Enttäuschung kaum zurückhalten konnte, sagte: "Es war ein Fehler, da kann man nix machen."

Doch in der abschließenden Kür legte das Duo dann eine beeindruckende Performance hin. 159,31 Punkte bedeuteten Weltrekord. Den bis dahin gültigen Bestwert von 157,25 Punkten hatten ebenfalls Savchenko und Massot aufgestellt. Die Konkurrenten schienen beeindruckt und zeigten einige Fehler in ihren Routinen - an dem deutschen Duo konnten sie nicht mehr vorbeiziehen.

Eiskunstlauf-Legende Christopher Dean entwarf die Kür

"Das ist der Moment meines Lebens. Es ist eine unglaubliche Geschichte", sagte Savchenko zum Triumph. Massot war nach seinem Patzer im Kurzprogramm glücklich und erleichtert. "Das war gestern ein harter Tag nach dem Fehler. Von Platz vier zu Gold, das ist unglaublich." Es war das erste olympische Paarlauf-Gold für Deutschland seit 66 Jahren, 1952 hatte das Ehepaar Ria und Paul Falk gewonnen.

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Aljona Savchenko und Bruno Massot: Mit Weltrekordkür zum Gold

Die gebürtige Ukrainerin Savchenko ist bereits zum vierten Mal bei Olympischen Winterspielen dabei. Mit ihrem langjährigen Partner Robin Szolkowy holte sie sowohl in Vancouver 2010 als auch in Sotschi 2014 die Bronzemedaille. Die beiden holten bis zum Rücktritt von Szolkowy 2014 fünf Weltmeister- und vier Europameistertitel.

Trotz des Rücktritts ihres Partners machte Savchenko weiter - mit dem gebürtigen Franzosen Massot. Sie engagierte einen neuen Trainer, ließ eine neue Kür vom britischen Eislauf-Guru Christopher Dean entwerfen, der bei den Spielen von Sarajewo 1984 mit Jayne Torvill die unvergessene Kür zu "Bolero" gezeigt hatte. Mit Erfolg: Nun hat die 34-Jährige ihr lang ersehntes Olympiagold.

bka/sid/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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fantin-latour 15.02.2018
1. Absolut verdient
Traumhaft, zauberhaft, perfekt, ohne langweilig zu sein. Mit Abstand die beste Vorstellung.
okav 15.02.2018
2. Einfach schön,
wie sich der jahrelange Fleiß und die jahrelange Leidenschaft in solch einem Finale belohnt wird.
steueragent 15.02.2018
3. Herzliche Gratulation!
Ich habe einen riesen Respekt vor dieser Leistung. Im dritten Anlauf nach fast aussichtslosem Rückstand noch Gold zu holen. Wow!
mvp81 15.02.2018
4. Beeindruckend!
Ich muss zugeben Eiskunstlauf interessiert mich eigentlich gar nicht. Allerdings habe ich die Kür gesehen und diese hat mich doch schwer beeindruckt. Glückwunsch an die Beiden und Hut ab für diese tolle Leistung!
apfelkorn 15.02.2018
5. Das grenzenlose Glück des Eiskunstlaufpaares.
Selten zuvor lagen Enttäuschung und Triumph so nahe beieinander. Man möchte vor Freude über das Glück der beiden heulen.
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