Peiffer kritisiert Cas-Urteile "Ein Schlag ins Gesicht"

Der russische Skilangläufer Alexander Legkow darf sich nach den Cas-Urteilen wieder Olympiasieger nennen. Biathlet Arnd Peiffer findet die Entscheidungen ungerecht - und erhebt Vorwürfe gegen das IOC.

Arnd Peiffer
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Arnd Peiffer


Arnd Peiffer hat die Urteile des Internationalen Sportgerichtshofs Cas im russischen Dopingskandal kritisiert. Es sei "eine Farce, dass Leute wie der Skilangläufer Legkow oder der Skeletonfahrer Tretjakow nach dem Cas-Urteil wieder als Olympiasieger zählen. Für die, die nachgerückt wären, ist das ein Schlag ins Gesicht", sagte der ehemalige Sprint-Weltmeister im Biathlon der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Peiffer, der mit der deutschen Männerstaffel vor vier Jahren in Sotschi Olympia-Silber gewonnen hatte, beschäftigt sich "sehr viel mit diesem Thema". Ihm sei klar, dass die russischen Athleten, deren Sperren vom Cas aufgehoben worden seien, nicht als unschuldig gelten: "Es kann nur nicht der Beweis für eine individuelle Schuld erbracht werden. Bewiesen ist aber letzten Endes, dass in Sotschi ein systematisches Doping beziehungsweise ein systematisches Austauschen von Dopingproben stattgefunden hat."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei viel zu blauäugig in Sotschi gewesen und habe sich hinters Licht führen lassen. "Die Russen sind ja schon in der Vergangenheit durch Doping aufgefallen - auch im Biathlon, und da bedarf es schon eines gewissen Grades an Naivität, zu glauben, dass da bei Heimspielen nichts passiert, wo die doch alle ihre Leute vor Ort hatten", sagte der 30-Jährige. Er wundere sich, dass man da nicht sensibler gewesen sei.

mru/dpa

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christoph.giehl 07.02.2018
1. Typisch Bach
Das IOC ist inzwischen auf einen Thomas Bach reduziert, und der hat noch nie etwas getan, was Putin missfallen könnte, ist er doch nur OIC Chef von Putins Gnaden. Ein Trauerspiel, aber ändert wird sich unter Bach nichts.
trabajador5 07.02.2018
2. Herr Peiffer und der Spiegel
Beide haben wesentliche Rechtsgrundsätze unseres Rechtssystems nicht verstanden. Z.B.: 1. Kollektivhaftung ist mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht vereinbar 2. Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention: „Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.“ Was berechtigt den Spiegel oder Herrn Peiffer, diese Rechtsgrundsätze fortsetzend zu ignorieren, sobald es sich um russische Sportler handelt? Natürlich passt es Herrn Peiffer sehr gut, wenn russische Sportler, die im Wettbewerb vor ihm gelandet sind, gesperrt werden und er nachträgliche eine Medaille am grünen Tisch bekommt. Die Argumentationskette von Korruption bei Funktionären auch in Russland auf systematisches Staatsdoping zu schließen ist an sich schon lückenhaft. Russische Funktionäre sind korrupt, genau wie in vielen anderen Ländern. Sie lassen sich bestechen und drücken bei Dopingvorwürfen gerne mal ein Auge zu, wenn die Kasse stimmt. Aber warum bedeutet das automatisch ein systematisches Vorgehen? Das wurde nie erklärt. Genauso gut könnte man behaupten, die Fifa würde systematisch gegen Gesetze verstoßen, weil fast alle ihrer Funktionäre korrupt sind. Noch wackeliger ist dann die Schlussfolgerung, von systematischem Staatsdoping eine Kollektivstrafe über alle Sportler mit russischem Pass zu verhängen.Diese Entscheidung ist rein politisch motiviert und hat nichts mit rechtsstaatlichen Prinzipien zu tun. Man sieht es an den erfolgreichen Klagen einiger Sportler, die es zum größten Teil wohl erst nach Beendigung der Spiele geben wird. Warum wird z.B. ein Viktor An gesperrt, der nie Teil des russischen Sportsystems war? Er lebt und trainiert doch nach wie vor in Südkorea. Sein einziger Fehler, dass er die russische Staatsbürgerschaft beantragt hat.
Emil Peisker 07.02.2018
3. Claqueure für Putin...
Zitat von trabajador5Beide haben wesentliche Rechtsgrundsätze unseres Rechtssystems nicht verstanden. Z.B.: 1. Kollektivhaftung ist mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht vereinbar 2. Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention: „Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.“ Was berechtigt den Spiegel oder Herrn Peiffer, diese Rechtsgrundsätze fortsetzend zu ignorieren, sobald es sich um russische Sportler handelt? Natürlich passt es Herrn Peiffer sehr gut, wenn russische Sportler, die im Wettbewerb vor ihm gelandet sind, gesperrt werden und er nachträgliche eine Medaille am grünen Tisch bekommt. Die Argumentationskette von Korruption bei Funktionären auch in Russland auf systematisches Staatsdoping zu schließen ist an sich schon lückenhaft. Russische Funktionäre sind korrupt, genau wie in vielen anderen Ländern. Sie lassen sich bestechen und drücken bei Dopingvorwürfen gerne mal ein Auge zu, wenn die Kasse stimmt. Aber warum bedeutet das automatisch ein systematisches Vorgehen? Das wurde nie erklärt. Genauso gut könnte man behaupten, die Fifa würde systematisch gegen Gesetze verstoßen, weil fast alle ihrer Funktionäre korrupt sind. Noch wackeliger ist dann die Schlussfolgerung, von systematischem Staatsdoping eine Kollektivstrafe über alle Sportler mit russischem Pass zu verhängen.Diese Entscheidung ist rein politisch motiviert und hat nichts mit rechtsstaatlichen Prinzipien zu tun. Man sieht es an den erfolgreichen Klagen einiger Sportler, die es zum größten Teil wohl erst nach Beendigung der Spiele geben wird. Warum wird z.B. ein Viktor An gesperrt, der nie Teil des russischen Sportsystems war? Er lebt und trainiert doch nach wie vor in Südkorea. Sein einziger Fehler, dass er die russische Staatsbürgerschaft beantragt hat.
Auch wenn Sie hier mit dem Strafrecht oder dem Zivilrecht kommen, der Sport entscheidet nach eigenen Kriterien. Das ist allgemein anerkannt. Das IOC ist durch den Deutschen IOC-Präsidenten weichgeklopft und putinfreundlich getrimmt. Sie sind ein offensichtlicher Petersburger Lobbyist und haben politische Motive für Ihre Posts. Wenn man den Umstand, dass eine politische Führung Staatsdoping unterstützt, belegt vom ehemaligen Leiter des russischen Antidopingeinrichtung, und bei klarer Beleglage, dass der ehemalige russische Sportminister tonangebend involviert war, die dopenden Sportler freisprechen will, und trotz klar vorliegenden Belegen, dass deen Dopingproben ausgetauscht wurden, als Beleg für die fehlenden Beweise bezeichnen will, dann ist das perfide und hätte frühere IOC-Präsidenten zu anderen Erkenntnissen geführt. Was sich Bach hier leistet, ist nicht weniger als der verabscheuungswürdige Kotau vor seinem "Freund" Putin.
felidae1970 07.02.2018
4. Mal ehrlich...
... welcher halbwegs vernünftige Mensch opfert Jahre seiner Freizeit und sicher auch ein gutes Stück seiner Gesundheit (denn Leistungssport ist NICHT gesund) für einen Sport und ein System und eine Organisation, wo NUR das Geld zählt, sonst nichts? Man muss schon ziemlich naiv sein, sich auf so was einzulassen, sorry.
ptb29 07.02.2018
5. Evi Sachenbacher Stehle
War eine deutsche Biathletin, die beim Dopen erwischt wurde, auch wenn versucht wird, das als Mißverständnis abzuttun. Herr Peiffer muss natürlich gegen die Russen sein, denn das sind starke Gegner, aber so tun, als wären alle anderen Sportler sauber, ist schon etwas naiv.
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