Olympia-Morgen-Update Was schon war - und was noch kommt

Eine Snowboarderin fährt zu Super-G-Gold, Laura Dahlmeier jagt die vierte Medaille und Andreas Wellinger hofft auf die nächste Punktlandung: Was in der Nacht geschehen ist, und was der Tag noch bringt - der Überblick.

Laura Dahlmeier
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Laura Dahlmeier


Das geschah in der Nacht:

Ski alpin, Damen, Super-G, Finale

Was für ein verrücktes Rennen, das mit einem Patzer von Superstar Lindsey Vonn begann - und mit Gold für eine 22 Jahre alte Snowboard-Weltmeisterin endete. Als schon alle Experten den Sieg für die Österreicherin Anna Veith notiert hatten, ging mit der Nummer 26 die Tschechin Ester Ledecká an den Start - und schnappte Veith das zweite Olympiagold nach 2014 vor der Nase weg. Die übrigen Favoritinnen Lara Gut aus der Schweiz und Sofia Goggia aus Italien fuhren am Podium vorbei. Tina Weirather wiederum holte mit Bronze die erste Olympiamedaille für Liechtenstein seit 30 Jahren. Beste Deutsche in diesem historischen Rennen war Viktoria Rebensburg auf Rang zehn.

Freestyle-Skiing, Damen, Slopestyle, Finale

Viele Probleme, drei strahlende Medaillengewinnerinnen: Sarah Höfflin setzte sich vor ihrer Teamkollegin Mathilde Gremaud und der Britin Isabel Atkin durch. Für die 18 Jahre alte Gremaud war es der erste Wettkampf nach einem Kreuzbandriss. Auf dem anspruchsvollen Kurs waren viele Sportlerinnen gestürzt. Sotschi-Olympiasiegerin Dara Howell aus Kanada und Weltmeisterin Tess Ledeux aus Frankreich etwa hatten das Finale der besten Zwölf verpasst. Auch für die Deutsche Kea Kühnel endete der Olympia-Auftritt in der Qualifikation mit dem 18. Platz.

Eiskunstlauf, Herren, Kür

Yuzuru Hanyu macht's noch einmal: Der 23 Jahre alte Japaner hat seinen Olympiasieg von 2014 wiederholt. Klingt einfach? Ist es aber offenbar nicht. Zwei Erfolge nacheinander gelangen zuletzt dem Amerikaner Dick Button 1948 und 1952. Der 23 Jahre alte Hanyu bezwang mit 317,85 Punkten seinen Landsmann Shoma Uno (306,90) und den Spanier Javier Fernandez (305,24), mit dem sich Hanyu übrigens Trainer und Trainingshalle teilt. Paul Fentz verbesserte sich in der Kür zur Filmmusik von "Game of Thrones" - und als Jaime Lannister gekleidet - um zwei Plätze auf Rang 22.

Das bringt der Tag:

Biathlon, Damen, 12,5 Kilometer Massenstart, Finale

Vier Medaillen bei einer Olympia-Ausgabe - das ist bisher noch keiner Biathletin gelungen. Herausforderung angenommen, sagt Laura Dahlmeier - und peilt also nach Gold im Sprint, Gold in der Verfolgung und Bronze im Einzel den nächsten Rekord an. Beim Massenstart, der Titel sagt es, starten die Sportler gleichzeitig. Es wird viermal geschossen - zweimal liegend, dann zweimal stehend. Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig schont Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand und nominierte neben Dahlmeier Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Denise Herrmann für das Rennen, das um 12.15 Uhr startet (SPIEGEL ONLINE berichtet von allen Wettkämpfen live).

Skeleton, Damen, Finale

Die deutschen Skeleton-Pilotinnen peilen ihr erstes olympisches Gold an. Weltmeisterin Jacqueline Lölling liegt zur Halbzeit vorn, doch die Österreicherin Janine Flock und die Britin Lizzy Yarnold folgen ganz dicht dahinter. Der dritte Lauf startet um 12.20 Uhr. Ab 13.30 Uhr geht es im vierten Lauf um die Medaillen.

Was ist eigentlich Skeleton?
    Bäuchlings, mit dem Kopf voran und dem Gesicht für bestmögliche Aerodynamik nur Zentimeter über dem Eis bei bis zu 145 Stundenkilometern durch den Eiskanal: das ist Skeleton. Klingt beängstigend, sieht beängstigend aus. Doch im Vergleich zum Rodeln und Bobfahren gleiten Skeleton-Piloten durch den niedrigen Körperschwerpunkt durchaus ruhiger durch den Eiskanal. Seinen Ursprung hat der Sport in der Schweiz. 1885 wurde das erste der legendären Cresta-Rennen, das "Grand National", in St. Moritz ausgetragen. 1887 wagte der erste Fahrer die Abfahrt liegend mit dem Kopf voran.

Skispringen, Herren, Großschanze

Polnisch-deutsche Duelle haben gute Schanzentradition: Einst hießen die Duellanten Adam Malysz und Sven Hannawald, später Kamil Stoch und Severin Freund - nun also Stoch und Andreas Wellinger. Stoch hat zwar bereits so ziemlich alles gewonnen, war Olympiasieger, Weltmeister, Weltcupsieger, Tourneesieger. Wellinger aber ist zur richtigen Zeit in Hochform, gewann bereits Gold von der Normalschanze. Sotschi-Sieger Stoch blieb nur Blech. Oder fliegt von der Großschanze (13.30 Uhr) am Ende doch Richard Freitag an allen vorbei?

sak/sid/dpa



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