Olympia 2018 kompakt Das war der Tag in Pyeongchang

Die sensationelle Kür von Aljona Savchenko und Bruno Massot, der nächste Erfolg der Rennrodler - Deutschland hat seine Gold-Bilanz von Sotschi bereits übertroffen. Der sechste Olympia-Tag im Überblick.

Goldchampions Aljona Savchenko und Bruno Massot
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Goldchampions Aljona Savchenko und Bruno Massot


Die Serie geht weiter: Die Athleten des deutschen olympischen Sportbunds (DOSB) haben auch am sechsten Tag der Olympischen Winterspiele von Pyeongchang mindestens eine Goldmedaille gewonnen. Mit bisher neun Olympiasiegen führt das Team den Medaillenspiegel weiter an - die Bilanz von Sotschi (acht Goldmedaillen) wurde bereits übertroffen.

"Das ist für alle Athleten beflügelnd, wenn wir über die komplette Mannschaft so tolle Erfolge erzielen", sagte Kombinations-Olympiasieger und Fahnenträger Eric Frenzel: "Als ich die ersten Medaillen gesehen habe, konnte ich es kaum erwarten, meinen Teil dazu beizutragen."

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Olympia - Tag sechs in Bildern: Heftiger Schneefall

Tränen bei Aljona Savchenko, Tränen bei ihrem Partner Bruno Massot - die sensationelle Kür der beiden deutschen Eiskunstläufer war der Moment des Tages. Die Belohnung ihres Weltrekordauftritts war die Goldmedaille im Paarlauf (hier lesen Sie einen Text zu ihrem perfekten Lauf). Diese und weitere Entscheidungen des Tages im Überblick.

Medaillenspiegel 2018
Platz
Land
Gesamt
1
Norwegen
14
14
11
39
2
Deutschland
14
10
7
31
3
Kanada
11
8
10
29

Die Entscheidungen des Tages:

Biathlon, Frauen, 15 Kilometer, Einzelrennen

Laura Dahlmeier darf sich freuen: Auch im dritten Rennen hat die 24-Jährige eine Medaille geholt. Nach zuvor zweimal Gold reichte es im Rennen über 15 Kilometer zu Bronze. Die Biathletin erwischte beim Erfolg der fehlerfreien schwedischen Überraschungs-Olympiasiegerin Hanna Öberg vor Anastasiya Kuzmina (2 Fehler) aus der Slowakei einen schlechten Start mit einem Schießfehler. Dahlmeier kann noch im Massenstart über 12,5 Kilometer (Samstag) und in der Mixed- (Dienstag) sowie Frauenstaffel (Donnerstag, hier finden Sie eine Übersicht zum Zeitplan) weitere Medaillen gewinnen.

Rennrodeln, Mixed, Staffel

Die deutschen Rodler haben auch im letzten olympischen Rennen aufgetrumpft und die Teamstaffel gewonnen. Natalie Geisenberger, Johannes Ludwig sowie die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt wiederholten damit den Olympiasieg von der Premiere in Sotschi 2014. Für die deutschen Rodler war es die sechste Medaille in Südkorea.

Eiskunstlauf, Mixed, Paarlauf, Kür

Die Sensation des Tages: Die deutschen Eiskunstläufer Savchenko und Massot holten sich mit einer Klasse-Kür den ersten Platz im Paarlauf und machten nach dem verpatzten Kurzprogramm gleich drei Ränge gut - auch weil die Konkurrenten patzten. Das Duo setzte sich gegen die Weltmeister Sui Wenjing und Han Cong aus China sowie die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford durch. Es war das erste olympische Paarlauf-Gold für Deutschland seit 66 Jahren, als das Ehepaar Ria und Paul Falk 1952 gewann.

Biathlon, Männer, 20 Kilometer, Einzelrennen

Sechstes Biathlonrennen der Winterspiele, erstmals blieb Deutschland ohne Medaille: Im Einzel über 20 Kilometer war Norwegens dreimaliger Weltmeister Johannes Thingnes Bø nicht zu stoppen. Er siegte vor dem Slowenen Jakov Fak und Dominik Landertinger aus Österreich (14,2 Sekunden Rückstand). Martin Fourcade verpasste nach späten Fehlschüssen das Podium, Sprint-Olympiasieger Peiffer die Top 20.

Ski alpin, Männer, Abfahrt

Keine Medaille für den Kitzbühel-Sieger: Thomas Dreßen ist in der Abfahrt Fünfter geworden - zuletzt war aus deutscher Sicht Markus Wasmeier als Abfahrtsvierter bei den Winterspielen 1992 in ähnliche Sphären gefahren. Den Olympiasieg sicherte sich der Norweger Aksel Lund Svindal vor seinem Teamkollegen Kjetil Jansrud und dem Schweizer Favoriten Beat Feuz. Für den 35-jährigen Svindal war es sein zweites Gold nach dem Super-G-Triumph von 2010 - kein Skirennläufer war älter bei seiner Fahrt zu Gold als er.

Ski alpin, Frauen, Riesenslalom

Sie ging als Goldkandidatin ins Rennen, am Ende blieb Viktoria Rebensburg ohne Medaille. Die beste deutsche Skirennfahrerin landete im Riesenslalom beim Sieg der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin auf Rang vier. Auf die drittplatzierte Federica Brignone aus Italien fehlten Rebensburg nur zwölf Hundertstelsekunden. Shiffrin setzte sich vor Ragnhild Mowinckel aus Norwegen durch.

Eisschnelllauf, Männer, 10.000 Meter

Gold für die Niederlande? Von wegen! Das Top-Team um Superstar Sven Kramer (nur Sechster) verpasste über 10.000 Meter eine Goldmedaille. Der Sieger hieß Ted-Jan Bloemen. Der Kanadier durchbrach mit seinem Lauf in olympischer Rekordzeit (12:39,77 Minuten) die niederländische Siegesserie. Sotschi-Olympiasieger Jorrit Bergsma aus dem Oranje-Team (12:41,99) holte Silber vor dem Italiener Nicola Tumolero (12:54,32).

Skilanglauf, Frauen, 10 Kilometer, Skating

Als erste Frau zwölf Medaillen bei Winterspielen - die 37 Jahre alte Marit Bjørgen hat mit dem Gewinn der Bronzemedaille in der freien Technik für einen Rekord gesorgt. Die norwegische Langläuferin hat in ihrer Olympiageschichte bisher sechs Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen geholt. Der Erfolg über zehn Kilometer ging ebenfalls an Norwegen: Ragnhild Haga feierte den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere. Silber holte die Schwedin Charlotte Kalla, die am Samstag im Skiathlon noch Olympiasiegerin geworden war.

Diese Highlights erwarten Sie am Freitag:

Ski alpin, Frauen, Slalom

Folgt der nächste Streich von Shiffrin? Die Olympiasiegerin im Riesenslalom gilt im Slalom als große Favoritin (2/5.15 Uhr MEZ), bei den Winterspielen vor vier Jahren hatte sie diesen Wettbewerb bereits gewonnen. Für Deutschland gehen Lena Dürr, Christina Geiger und Marina Wallner an den Start.

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Pyeongchang 2018: Alle deutschen Medaillengewinner

Ski alpin, Männer, Super-G

Svindal startet zur nächsten Jagd nach Gold. Um 3 Uhr beginnt der Super-G der Männer, der Norweger hat diesen Wettbewerb bereits in Vancouver vor acht Jahren gewonnen. In Sotschi siegte Svindals Landsmann Jansrud, der auch in diesem Jahr Medaillenkandidat ist.

Eisschnelllauf, Frauen, 5000 Meter

In zwölfeinhalb Runden zum Sieg? Am Freitag kämpft Eisschnellläuferin Claudia Pechstein um ihre zehnte Medaille bei Winterspielen, im 5000-Meter-Rennen könnte die 46-Jährige zum sechsten Mal Olympiasiegerin werden. Nie zuvor hat eine Frau dieses Alters eine Einzelmedaille bei Olympia gewonnen. Der Wettkampf startet um 12 Uhr.

Skilanglauf, Männer, 15 Kilometer, Skating

Norwegen will den nächsten Erfolg im Langlauf - und die Chancen stehen gut. Im Freistil über 15 Kilometer gehen Johannes Kläbo (Gold im Sprint) und Martin Johnsrud Sundby (Silber im Skiathlon) als Favoriten ins Rennen.

jan

insgesamt 2 Beiträge
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chuckal 15.02.2018
1. Albern
Es ist ein derartig alberner Kreislauf, dass einen die damit verbundene Dummheit schon sehr wundern kann. Wir beklagen uns über Doping im Sport; wen soll denn das ernsthaft wundern, wenn die ganz große Marie nur denen winkt, die Medaillen vorweisen können. Nur dieser Medaillenspiegel zählt. Vielleicht kann man im vorliegenden Fall noch die Annäherung der beiden Korea als positiven Effekt hinstellen, aber da glaubt doch auch nicht wirklich jemand dran, dass das mal eben so spontan gefummelt wurde. Es winkt der Friedensnobelpreis und der ist ja nun auch ne dolle Medaille. Wie gesagt: Albern!
Yukichan 16.02.2018
2. Einfach nur bezaubernd!
Bravo - Ich beziehe mich jetzt wirklich nur auf "Die sensationelle Kür von Aljona Savchenko und Bruno Massot", bei der die "choreographische Handschrift" von Christopher Dean eindeutig zu bestaunen war; auch die Kür im Eistanz von den Kanadiern, die ebenfalls gewannen, habe ich mir zeitversetzt im Internet angeschaut und war ähnlich begeistert. Diese Gold-Medaillen waren einfach sowas von verdient, das hat man auch bei allen Zuschauern auf der Tribüne gemerkt. - Es ist schade, dass der Eiskunstlauf ansonsten kaum Beachtung findet, aber ich bin seit frühesten Kindertagen ein echter Fan (ungeachtet der Nation). Mal abgesehen von der techn. Perfektion war das ganz große Kunst und tänzerisches Können mit bezauberndem künstlerischen Ausdruck ("Whow" kann man da wirklich nur sagen)... Klar ist es schade, dass immer nur "die im Licht" die Aufmerksamkeit erlangen, aber hier war das jetzt etwas anders. Gewonnen haben wirklich diejenigen, bei denen Können und künstl. Ausdruck formvollendet präsentiert wurden. So kam es zu einer Sternstunde im Eissport, die ich das letzte Mal glaub ich nur 1984 bei Jane Torvill und Christopher Dean so empfunden habe - deren Kür bis heute ein Klassiker und immer noch atemberaubend!
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