Olympia 2018 kompakt Das war der Tag in Pyeongchang

Biathletin Dahlmeier landet mal nicht unter den ersten drei, Skispringer Wellinger schon. Die Überraschung am achten Olympiatag: Snowboarderin Ledecká schlägt Top-Skifahrerinnen im Super G.

Super-G-Siegerin Ester Ledecká
AFP

Super-G-Siegerin Ester Ledecká


Ski alpin, Super G, Frauen

Ester Ledecká stand im Ziel, sie zeigte keine Regung, kein Lachen. Es vergingen mehrere Sekunden, dann sagte sie "No". Sie konnte nicht fassen, was gerade passiert war.

Die Snowboarderin hat als klare Außenseiterin Gold im Ski alpin bei den Winterspielen in Pyeongchang gewonnen. Die Tschechin schlug im Super-G die Skifahrerinnen Anna Veith aus Österreich und Tina Weirather aus Liechtenstein, ihr Vorsprung auf die bereits als Siegerin gefeierte Zweite: eine Hundertstel. Im Ziel angekommen, dachte die 22-Jährige, die Stadionanzeige mit der Nummer eins sei ein Fehler.

Sie war kein Fehler. Ledeckás Erfolg ist die bisher größte Überraschung der Spiele. (Mehr zum historischen Rennen lesen Sie hier.)

Die weiteren Entscheidungen des Tages:

Skispringen, Großschanze, Männer

Richard Freitag gilt als die Nummer eins im deutschen Skispringen, bisher sind es aber die Winterspiele seines Teamkollegen Andreas Wellinger. Nach seinem Gold-Triumph auf der Normalschanze holte der 22-Jährige nun die Silbermedaille von der Großschanze. Weiter sprang nur Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen. Bronze gewann wie schon bei der kleinen Schanze der Norweger Robert Johansson.

Biathlon, 12,5 Kilometer Massenstart, Frauen

Eine enttäuschte Laura Dahlmeier hat man bei diesen Winterspielen noch nicht gesehen - bisher: Die 24-Jährige blieb in Pyeongchang erstmals ohne Medaille, sie kam im Massenstart nur als Nummer 16 ins Ziel. Über die 12,5 Kilometer leistete sich Dahlmeier zwei Fehlschüsse und war am Ende drittbeste Deutsche hinter Denise Herrmann (elfter Platz) und Franziska Preuß (zwölfter Platz). Der Sieg ging an die für die Slowakei startende Russin Anastasiya Kuzmina vor der laufstarken Weißrussin Darja Domratschawa und Tiril Eckhoff aus Norwegen.

Skeleton, Frauen

Bäuchlings, mit dem Kopf voran und dem Gesicht für bestmögliche Aerodynamik nur Zentimeter über dem Eis bei bis zu 145 Stundenkilometern durch den Eiskanal: Das ist Skeleton - und Jacqueline Lölling sicherte sich in dieser Disziplin die Silbermedaille.

Jacqueline Lölling
AP

Jacqueline Lölling

Schneller als die 23-Jährige war nur die Britin Lizzy Yarnold (0,45 Sekunden Vorsprung), die damit ihren Triumph von Sotschi wiederholte. Das war zuvor noch keiner Fahrerin gelungen.

Skilanglauf, Staffel, Frauen

Sie hat es schon wieder getan: Skilangläuferin Marit Bjørgen hat mit der norwegischen Frauenstaffel die 13. olympische Medaille ihrer Karriere gewonnen (darunter sind sieben goldene) und ist in der ewigen Rangliste der Winterspiele mit Rekordhalter und Landsmann Ole Einar Bjørndalen gleichgezogen. Mit einem weiteren Triumph in Südkorea würde die 37-Jährige Biathlon-Star Bjørndalen auch als Nummer eins im Ranking der erfolgreichsten Teilnehmer bei Winterspielen ablösen.

Medaillenspiegel 2018
Platz
Land
Gesamt
1
Norwegen
14
14
11
39
2
Deutschland
14
10
7
31
3
Kanada
11
8
10
29

Und sonst?

Eiskunstlauf, Kür, Männer

Der japanische Eiskunstläufer Yuzuru Hanyu hat seinen Olympiasieg von 2014 wiederholt. Zwei Erfolge nacheinander gelangen zuletzt nur dem Amerikaner Dick Button 1948 und 1952. Der Sieg von Hanyu war nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees die 1000. Goldmedaille in der Geschichte der Winterspiele. Paul Fentz verbesserte sich in der Kür zur Titelmusik der US-Serie "Game of Thrones" - und als Jaime Lannister gekleidet - um zwei Plätze auf Rang 22. Hier sehen Sie die Fotos zum Wettbewerb.

Diese Highlights kommen am Sonntag

Biathlon, 15 Kilometer Massenstart, Männer

Die deutschen Frauen sind im Massenstart ohne Medaille geblieben, wie schlagen sich die Männer? Von 12.15 Uhr MEZ an kämpfen Arnd Peiffer, Simon Schempp und Co. um Medaillen. Die Favoriten im 15-Kilometer-Rennen sind Martin Fourcade aus Frankreich und der Norweger Johannes Thingnes Bø.

Eishockey, Vorrunde, Männer

Zwei Pleiten bisher, möglich ist noch alles: Für die deutsche Mannschaft geht es in der letzten Vorrundenpartie (4.10 Uhr) gegen Norwegen um Platz drei in Gruppe C und damit um eine gute Ausgangsposition für das K.-o.-Spiel um den Viertelfinaleinzug am Dienstag.

Bobsport, Zweierbob (1. und 2. Lauf), Männer

Der viermalige Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich startet mit seinem Anschieber Thorsten Margis bei Olympia. Das Duo will nach den medaillenlosen Spielen der deutschen Bobs vor vier Jahren wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Die ersten beiden Läufe beginnen um 12.05 Uhr. Die Entscheidung fällt im 3. und 4. Lauf am Montag.

jan

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
spontandemo 17.02.2018
1. Chapeau!
"Die Snowboarderin hat als klare Außenseiterin Gold im Ski alpin bei den Winterspielen in Pyeongchang gewonnen." Das sind so Dinge, die die olympischen Spiele von anderen Sport-Events abheben: Das vollkommen verdutzte Gesicht der Siegerin war alleine Gold wert!
Wolfgang Porcher 17.02.2018
2. dummer Medaillen Spiegel.
dieser wird den Leistungen nicht gerecht und gibt ein falsches Bild zu sportlichen Leistungen. Richtig wäre es ein Punktesystem ähnlich der F1, vom 1. bis 10. Platz. Da hat ein Land 2 X Gold 1x Bronze, das andere Land 10x Silber und 10x Bronze und steht hinten an obwohl es 20 Top Sportler hat. Das zu Sendern würde auch dazu führen, dass die anderen der Top 10 mehr verdiente Anerkennung bekommen würden
ichliebeeuchdochalle 17.02.2018
3.
Zitat von Wolfgang Porcherdieser wird den Leistungen nicht gerecht und gibt ein falsches Bild zu sportlichen Leistungen. Richtig wäre es ein Punktesystem ähnlich der F1, vom 1. bis 10. Platz. Da hat ein Land 2 X Gold 1x Bronze, das andere Land 10x Silber und 10x Bronze und steht hinten an obwohl es 20 Top Sportler hat. Das zu Sendern würde auch dazu führen, dass die anderen der Top 10 mehr verdiente Anerkennung bekommen würden
Alles richtig was Sie sagen ... die Diskussion gibt es seit Jahrzehnten. Andererseits wissen wir alle, daß man sich an den Zweitplatzierten bereits nach ein paar Wochen nicht mehr erinnert.
ichliebeeuchdochalle 17.02.2018
4.
Kleine Info an den Autor: Kamil Stoch ist nicht weiter gesprungen als Andreas Wellinger. Tipp: Anfahrtslänge, Windpunkte, Haltung ... die Suchmaschine des Vertrauens kennt sich da aus.
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