"Die Bahn ist schnell, aber nicht zu schnell oder unsicher." (Josef Fendt, Präsident des Internationalen Rodelverbands Fil)
Josef Fendt sagte den vielleicht bedrückendsten Satz der Spiele. Er klang dabei wie der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht, der zwei Monate vor der deutschen Teilung behauptete, dass niemand die Absicht habe, "eine Mauer zu errichten". Alles sprach dagegen und Ulbricht wusste das auch.
Die Bahn in Whistler war nicht sicher, das konnte jeder sehen und jeder spüren, der dort hinunterfahren musste. Es gab ungezählte Stürze beim Rodeln und Bobfahren und es gab den Schock dieser Spiele: Nodar Kumaritaschwili, 21, kam im Eiskanal des Whistler Sliding Centre ums Leben.
Kumaritaschwili wurde zum tragischen Opfer der Bahn, Daniel Schmid wurde zum Helden. Der Schweizer Bobfahrer setzte ein so mutiges wie seltenes Zeichen und verzichtete auf seinen ersten Olympiastart. Es war ein Statement gegen die Bahn aber auch gegen verantwortungslose Funktionäre, die die Sicherheit der Athleten riskierten. "Ich bin nicht lebensmüde", sagte Schmid und nannte die Bob-Bosse "Pappnasen".
Die Reaktion der Attackierten macht nicht unbedingt Mut. Schmid sagten sie: "In Sotschi 2014 wird es noch schlimmer."
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