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Lochs Olympia-Triumph: Eiskalt zum Auftragsgold

Aus Krasnaja Poljana berichtet

Rodler Loch (M.) mit Demchenko (l.) und Zöggeler: "Zwei Tage Wahnsinn" Zur Großansicht
AP/dpa

Rodler Loch (M.) mit Demchenko (l.) und Zöggeler: "Zwei Tage Wahnsinn"

Der Rodler Felix Loch ist 24 Jahre alt - und bereits zweifacher Olympiasieger. In Sotschi gewann der Zögling von Altmeister Georg Hackl die erste deutsche Goldmedaille der Spiele. Er wusste, dass das von ihm erwartet wurde. Beeindruckt hat es ihn nicht.

Olympische Winterspiele
Sotschi 2014
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Wer sich die Nerven von Felix Loch bildlich vorstellen möchte, der sollte wohl am besten ein unterarmdickes Seil aus Draht vor Augen haben oder irgendetwas von ähnlich robuster Art. Eine Selbstverständlichkeit ist es nicht, dass ein 24-Jähriger zu Olympia reist, von allen als haushoher Goldfavorit gehandelt wird - und dann einfach vollbringt, was so viele von ihm erwartet haben: zu Gold zu rodeln. Zum ersten für Deutschland auch noch bei diesen Spielen in Sotschi.

Es gibt ähnliche Fälle, in denen Sportler an so einem Druck gescheitert sind. Felix Loch indes ballte im Ziel der schnellen Rodelbahn des Sanki Sliding Centers in Krasnaja Poljana beide Fäuste und schrie aus voller Kehle seine Freude heraus, bevor er zu seiner Freundin Lisa eilte, um sie zu herzen.

Später, nachdem man ihm die Medaille um den Hals gehängt hatte, zeigte sich der junge Deutsche angetan vom eigenen Werk: "Überwältigend. Das ist die Krönung einer perfekten Saison", sagte Loch strahlend und befand: "Die letzten zwei Tage waren Wahnsinn."

Zwei Durchgänge mit Bahnrekord

Sie waren vor allem eine Demonstration seiner Überlegenheit und Stärke. Drei der vier Durchgänge hatte Loch in Bestzeit absolviert, den zweiten und dritten gar mit Bahnrekord. Lediglich den ersten Durchgang hatte der 24-Jährige mit der Winzigkeit von 15 Hundertstelsekunden Rückstand auf Albert Demchenko beenden müssen. Verrückt machen ließ er sich davon nicht.

Wie cool Loch seinen Gold-Auftrag verfolgte, zeigte er auch kurz vor dem vierten und entscheidenden Durchgang, in den er bereits mehr als drei Zehntel Vorsprung mitnahm: Der junge Deutsche alberte sichtlich entspannt mit seinen Teamkollegen herum, während Demchenko und der Italiener Armin Zöggeler, Lochs ärgste Verfolger, sich längst in einen Tunnel der Konzentration geflüchtet hatten.

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Rodeln: Felix Loch und eine Legende aus Italien
Genutzt hat es ihnen nichts. Loch blieb kühl - und fehlerlos. Am Ende standen insgesamt 3:27,526 Minuten für die vier Rodelpartien zu Buche. Damit war er 0,476 Sekunden schneller als der 42-Jährige Demchenko und gar 1,271 als Zöggeler, dem Altmeister aus Italien. Auf Platz vier kam Andi Langenhan (+1,829 Sekunden), enttäuschender 14. wurde David Möller (+ 2,713).

Als Fünfjähriger durch den Eiskanal von Königssee

"Es ist unglaublich, wie cool der Hund ist" - so hat Georg Hackl Felix Loch einmal beschrieben. Hackl ist eine Art Rodelgott, dreimal hat er Gold bei Olympia gewonnen. Und der 47-Jährige ist Mentor und Trainer von Loch. Die beiden hat man in diesen Tagen von Sotschi oft zusammen gesehen, die passenden Fotos hat Loch ins Netz gestellt. "Zwei Bayern im Kaukasus" hat er dazu getwittert.

Schon in der Kindheit war der Alte das große Vorbild des Jungen. "Er wollte damals immer mithelfen und die Kufen anfassen", verriet Hackl einmal. Mittlerweile hilft der Alte dem Jungen. "Wir haben im Sommer viel gearbeitet. Es war zwar nicht immer ganz einfach, aber es hat sich ausbezahlt. Ich muss mich bei ihm bedanken", sagte Loch nach seinem Sieg. Das Vorbild ist ihm längst zum väterlichen Freund geworden. Nun basteln die beiden gemeinsam an Lochs Schlitten - und an seiner Form.

Die ist seit langem schon überragend. Dreimal in Folge gewann er zuletzt den Gesamt-Weltcup, viermal wurde er Weltmeister, nun zum zweiten Mal Olympiasieger. Und das alles mit 24 Jahren. Manchmal scheint es, als sei Loch schon als Rodler auf die Welt gekommen, was so falsch gar nicht ist: Sein Vater Norbert ist Bundestrainer und rodelte selbst schon bei Olympischen Spielen. Wegen ihm zog die Familie einst vom thüringischen Sonneberg ins Berchtesgadener Land, bereits im zarten Alter von fünf Jahren, so die Legende, soll der kleine Felix im roten Plastikschlitten den Eiskanal in Königssee hinuntergerast sein.

Aus dem rodelnden Steppke ist nun Felix Loch, der zweifache Olympiasieger geworden, ein 1,91 Meter großer Modellathlet mit überragender Physis, außergewöhnlichem Fahrgefühl, perfekt abgestimmtem Material - und Nerven, so dick wie Drahtseile.

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Freude statt Schmollen
walter_de_chepe 09.02.2014
Endlich Bilder der Freude, Freude strahlt aus dem Gesicht eines Deutschen! Endlich! Die deutschen Journalisten dürfen gerne weiterhin schmollen, über tropfende Wasserhähne berichten und völlig politisch korrekt nach veganen, homosexuellen Menschenrechtler suchen, die ihnen von Haaren in der Suppe berichten.
2. Schmollen?
widower+2 09.02.2014
Zitat von walter_de_chepeEndlich Bilder der Freude, Freude strahlt aus dem Gesicht eines Deutschen! Endlich! Die deutschen Journalisten dürfen gerne weiterhin schmollen, über tropfende Wasserhähne berichten und völlig politisch korrekt nach veganen, homosexuellen Menschenrechtler suchen, die ihnen von Haaren in der Suppe berichten.
Hier schmollen doch eher Sie über eine Berichterstattung, die Ihnen irgendwie aus irgendwelchen Gründen, die im Verborgenen bleiben, nicht passt. Freuen wir uns mit Felix Loch; und ansonsten: "Tut mir leid, mein kleiner Schmollbraten."
3. Eiskalt zum Gold-Medallien-Auftragsmord? Athleten, die an solchen Spielen teilnehmen,
IsaDellaBaviera 09.02.2014
Zitat von sysopAP/dpaDer Rodler Felix Loch ist 24 Jahre alt - und bereits zweifacher Olympiasieger. In Sotschi gewann der Zögling von Altmeister Georg Hackl die erste deutsche Goldmedaille der Spiele. Er wusste, dass das von ihm erwartet wurde. Beeindruckt hat es ihn nicht. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/olympia-felix-loch-gewinnt-gold-im-rodeln-a-952427.html
nur weil sie sich soooo lange darauf vorbereitet haben, kann ich absolut nicht mehr respektieren und achten. Deshalb schalte ich meinen Fernseher JETZT für die kommenden 14 Tage ab.
4. Die völlig kritikfreie Spaßwelt
hgri 09.02.2014
wird zunehmend zum allgemeinen Zeitgeist. Das ist genauso unerfreulich wie die zugegebenermaßen überkritische deutsche bzw. westeuropäische Olympia-Berichterstattung im Vorfeld der Spiele. Das der Herr Altkanzler sich dazu nun auch noch äußern musste ist mehr als geschenkt. Aus rein sportlicher Sicht: Hurra, eine verdiente Goldmedaille! Zu blöd, dass alles immer zwei Seiten hat.
5.
oberfrange 10.02.2014
Glückwunsch an den jungen Mann, aber mal ehrlich, warum ist das relevant? Außer aus der Zeit gefallenem Nationalstolz fällt mir da rein gar nix ein...
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Rodeln: Alle Einzel-Olympiasieger der Männer
Jahr Ort Gold
2014 Sotschi Felix Loch (GER)
2010 Vancouver Felix Loch (GER)
2006 Turin Armin Zöggeler (ITA)
2002 Salt Lake City Armin Zöggeler (ITA)
1998 Nagano Georg Hackl (GER)
1994 Lillehammer Georg Hackl (GER)
1992 Albertville Georg Hackl (GER)
1988 Calgary Jens Müller (DDR)
1984 Sarajevo Paul Hildgartner (ITA)
1980 Lake Placid Bernhard Glass (DDR)
1976 Innsbruck Dettlef Günther (DDR)
1972 Sapporo Wolfgang Scheidel (DDR)
1968 Grenoble Manfred Schmidt (AUT)
1964 Innsbruck Thomas Köhler (DDR)
Rodel-Glossar
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Die insgesamt je vier Läufe im Einzel werden bei Olympischen Winterspielen auf zwei Tage verteilt. Sieger ist der Rennrodler, der insgesamt am schnellsten war. Beim Zweisitzer gibt es zwei Durchgänge, auch hier zählt die Gesamtzeit. Im Staffel-Wettbewerb, der 2014 erstmals olympisch ist, besteht jedes Team aus einem Mann und einer Frau (für die Einzelläufe) sowie einem Doppelsitzer. Die einzelnen Teilnehmer starten jeweils hintereinander weg: Sobald das erste Teammitglied eine spezielle Markierung berührt hat, öffnet sich am Start das Tor für den nächsten.


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