Olympia in Sotschi US-Star Miller kritisiert Russland und das IOC

Beschämend, peinlich, scheinheilig: Mit deutlichen Worten hat Bode Miller das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland verurteilt. Der Skistar greift aber auch das IOC und das Olympische Komitee der USA an.

US-Star Miller: "Es ist absolut beschämend"
REUTERS

US-Star Miller: "Es ist absolut beschämend"


Hamburg - Es sind nur noch rund vier Monate bis zum Start der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi und die Proteste der Sportler werden immer lauter. Jetzt hat US-Skistar Bode Miller das umstrittene Homosexuellen-Gesetz des Gastgeberlandes scharf kritisiert. "Es ist absolut beschämend, dass es Länder und Völker gibt, die so intolerant und ignorant sind. Das ist peinlich", sagte der 35 Jahre alte Vancouver-Olympiasieger in der Super-Kombination.

Zugleich griff der mit insgesamt fünf Olympiamedaillen dekorierte Amerikaner das Nationale Olympische Komitee seines Landes (USOC) sowie das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Vorwurf an, sich nicht stark genug für die in ihren Grundsätzen verankerten Ideale stark zu machen. "Die Athleten werden irgendwo hingeschickt und sollen diese Philosophien vertreten, und dann dürfen sie ihre Einstellungen und Meinungen nicht zum Ausdruck bringen. Das ist ziemlich scheinheilig", sagte Miller.

Das Gesetz, das auch während der Spiele gelten soll, stellt seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe. Das von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz hatte international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen und Proteste von Athleten wie jüngst bei der Leichtathletik-WM in Moskau nach sich gezogen.

Zuletzt hatte sich unter anderem auch Eishockey-Olympiasieger Sidney Crosby auf die Seite homosexueller Athleten gestellt und sich gegen das umstrittene Gesetz ausgesprochen. Diese Entscheidungen und Gesetze seien etwas, mit dem er persönlich nicht übereinstimme, sagte der kanadische Superstar.

tpr/sid

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
no-panic 01.10.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSBeschämend, peinlich, scheinheilig: Mit deutlichen Worten hat Bode Miller das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland verurteilt. Der Skistar greift aber auch das IOC und das Olympische Komitee der USA an. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/olympia-in-sotschi-bode-miller-kritisiert-anti-homosexuellen-gesetz-a-925653.html
Daumen hoch für Sportler mit Format und Stil!
michelinmännchen 01.10.2013
2. dann
sollten die Athleten mal konsequent sein und die verlorenen Einnahmen beim IOC einklagen. Konsequenz gibt es aber nicht mehr. Wer so etwas sagt und dann an den Spielen teilnimmt, ist ebenso scheinheilig wie die Organisation.
Sentimenta 01.10.2013
3.
Zitat von sysopREUTERSBeschämend, peinlich, scheinheilig: Mit deutlichen Worten hat Bode Miller das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland verurteilt. Der Skistar greift aber auch das IOC und das Olympische Komitee der USA an. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/olympia-in-sotschi-bode-miller-kritisiert-anti-homosexuellen-gesetz-a-925653.html
Danke Bode Miller und danke auch alle anderen Sportlern, die bereit sind, für ihre Meinung einzustehen!
medicus22 01.10.2013
4.
Zitat von no-panicDaumen hoch für Sportler mit Format und Stil!
Daumen hoch, wenn sich die Ö-Rechtlichen die Übertragung verweigern. Daumen hoch, wenn westliche Firmen in Sotchi auf Werbung verzichten. Aber stattdessen wird allen Sportlern ein Maulkorb vom IOC verpasst. Ich bin für ein Boykott. Dann treten eben nur Nord Korea, Iran, etc an. Die Terrorgefahr dürfte aufgrund von Desinteresse auch gebannt sein.
joner78 01.10.2013
5.
Konsequent wäre es diese Olympischen Spiele zu boykottieren. Kritik zu äußern verdient Respekt aber es wird nicht zu einer Veränderung führen.
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