Olympia-Vergabe Pyeongchangs Sieg im Minutenprotokoll

Bereits nach dem ersten Wahlgang hat das IOC-Komitee über die Vergabe entschieden: Pyeongchang ist der große Gewinner und darf die Olympischen Spiele 2018 austragen. München und Annecy sind hingegen leer ausgegangen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

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+++ Pyeongchang bekommt die Spiele 2018 zugesprochen +++

[17.21 Uhr] And the winner is: Pyeongchang. IOC-Präsident Jacques Rogge hat die Entscheidung bekanntgegeben und für enttäuschte deutsche Gesichter in Durban gesorgt.

+++Rogge beginnt seine Rede +++

[17.20 Uhr] IOC-Präsident Jacques Rogge beginnt seine Rede und bedankt sich für die Gastfreundschaft.

+++ IOC-Präsident Jacques Rogge betritt die Bühne +++

[17.15 Uhr] Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees ird auf die Bühne gebeten. Die Olympische Hymne wird gespielt und die Anwesenden werden noch länger auf die Folter gespannt.

+++ In zehn Minuten wird die Entscheidung bekanntgegeben +++

[17.00 Uhr] Das IOC lässt sich viel Zeit. Es läuft ein Einspieler nach dem nächsten. Doch die Welt will endlich das Ergebnis wissen.

+++ Es geht los +++

[17.00 Uhr] In Durban beginnt die Anmoderation zum großen Finale. In rund zwanzig Minuten ist es soweit. Bis dahin werden noch ein paar Kurzfilme gezeigt.

+++ Spekulationen zufolge soll Annecy nur eine Stimme erhalten haben +++

[16.51 Uhr] Es kursieren Gerüchte, dass der französische Bewerber Annecy nur eine Stimme bekommen haben soll. Das wäre eine bittere Enttäuschung für die Franzosen. In Annecy ist die Stimmung gedrückt, einzig die Gegner der Olympischen Spiele dürfen sich freuen.

+++ Laut Wasmeier und Neureuther Pyeongchang Sieger +++

[16.27 Uhr] Die Gerüchte, dass Pyeongchang die Wahl gewonnen hat, verdichten sich. Die ehemaligen deutschen Skistars Markus Wasmeier und Christian Neureuther erklärten in Durban am Mikrofon des Bayerischen Rundfunks. "Man hört ja so, was die IOC-Leute sich erzählen, und da heißt es, dass Pyeongchang ganz klar im ersten Wahlgang gewonnen hat", sagte Wasmeier, und Neureuther schickte 'herzliche Glückwünsche an Pyeongchang" hinterher.

+++ "Liebe Kollegen, Sie haben gewählt" +++

[16.10 Uhr] Für einen Sieg im ersten Durchgang musste ein Kandidat die absolute Mehrheit von mindestens 48 Stimmen erreichen. Das war im Vorfeld des Votums selbst von den Vertretern der Münchner Bewerbungsgesellschaft eigentlich nur Pyeongchang zugetraut worden.

"Liebe Kollegen, Sie haben den Gastgeber gewählt", sagte Rogge nach dem ersten Wahlgang.

95 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) konnten abstimmen. Die Südkoreaner hatten sich um die Winterspiele 2010 und 2014 zweimal vergeblich beworben. Der letzte Sieger im ersten Wahlgang war Salt Lake City für die Winterspiele 2000.

+++ Bereits im ersten Wahlgang ist die Entscheidung gefallen! +++

[15.47 Uhr] Das ist eine Riesenüberraschung: Bereits nach dem ersten Wahlgang ist in Durban eine Entscheidung gefallen. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass Pyeongchang das Rennen gemacht hat und Münchens Olympiatraum geplatzt ist. Dennoch wird der Gewinner erst nach 17 Uhr bekanntgegeben.

+++ Die Wahl in Durban hat begonnen +++

[15.45] Nun stimmen die Mitglieder des IOC-Komitees im ersten Wahlgang ab.

+++ Generaldirektor de Kepper erklärt den weiteren Ablauf +++

[15.42 Uhr] IOC-Generaldirektor Christophe de Kepper erklärt nun die Wahlmodalitäten. Kurz nach 17 Uhr wird die juristische Kommission Jacques Rogge einen Umschlag mit dem Namen des Siegers übergeben.

+++ In Durban fällt die Entscheidung, Deutschland fiebert mit +++

[15.15 Uhr] In Südafrika schreiten die IOC-Mitglieder in Kürze zur Probeabstimmung. In Deutschland fiebern die Menschen vielerorts mit, vor allem auf dem Münchner Marienplatz warten die Zuschauer auf die Entscheidung. Begeistert vom Auftritt der Münchner Delegation waren die Sportbotschafter Heiner Brand und Dieter Thoma. Der langjährige Handball-Bundestrainer Brand sagte: "Ich denke, dass die emotionale Bewerbung sehr gut angekommen ist, und verfolge die Entscheidung mit vorsichtigem Zittern."

Auch Skisprung-Olympiasieger Thoma hoffte: "Ich würde mich extrem freuen, wenn von der Neujahrsschanze in Garmisch gesprungen wird. Da habe ich meine ersten Weltcup-Punkte geholt und meinen letzten Sprung gemacht."

+++ München reichen 48 Stimmen zum Sieg +++

Es werden nur 95 der insgesamt 110 IOC-Mitglieder abstimmen. Nötig ist die absolute Mehrheit der Stimmen, nach derzeitigem Stand wären das 48. Es fehlen sieben Mitglieder bei der Vollversammlung. Neben IOC-Präsident Jacques Rogge wird auch der Schweizer Denis Oswald nicht abstimmen, um Vorwürfen der Befangenheit aus dem Weg zu gehen. Zudem dürfen die sechs Mitglieder aus den Bewerberländern zumindest in der ersten Abstimmungsrunde nicht mitvotieren. Für Deutschland sind das IOC-Vizepräsident Thomas Bach und Claudia Bokel, für Frankreich Jean-Claude Killy und Guy Drut und für Südkorea Lee Kun-Hee und Moon Dae-Sung. Wenn eine Bewerberstadt in der ersten Runde ausscheidet, dürfen die Mitglieder des betreffenden Landes am zweiten und entscheidenden Wahlgang teilnehmen. Bei dann 97 Stimmberechtigten würde sich die absolute Mehrheit auf 49 Stimmen erhöhen.

Im ersten Wahlgang waren die Olympischen Winterspiele zuletzt 1995 (Salt Lake City, 2002) und 1999 (Turin, 2006) vergeben worden. Der Großteil der Entscheidungen der Olympia-Geschichte fiel in späteren Wahlgängen oder Stichwahlen.

+++ Die Präsentationen im Überblick +++

Mit emotionalen Bildern und eindringlichen Worten warb Münchens Delegation um das Jawort der IOC-Mitglieder. "Schenken Sie uns Ihr Vertrauen", sagte Bundespräsident Christian Wulff. Er versprach "fröhliche" und "enthusiastische" Winterspiele: "Deutschland steht hinter München 2018." München garantiere volle Stadien und ein Fest über den Sport hinaus. Nach dem Fußball-Sommermärchen 2006 lud Franz Beckenbauer die ganze Welt "zum Wintertraum 2018" ein.

Eingerahmt in Bilder des schneebedeckten Mont-Blanc-Massivs hat der französische Außenseiter Annecy um die Stimmen der IOC-Mitglieder geworben. "Die Annecy-Bewerbung ist in die Bergwelt eingepasst", sagte Frankreichs Skilegende Jean-Claude Killy. Die Hauptbotschaft lautete, dass die Winterspiele in eine Bergwelt zurückkehren sollten, die "weltweit das Wintersportziel Nummer eins" sei.

Pyeongchang hat das Internationale Olympische Komitee bei seiner finalen Präsentation nochmals eindringlich an seinen langen Atem im Streben nach Olympischen Winterspielen erinnert. "Wir sind jetzt wirklich bereit", erklärte Bewerbungschef Cho Yang Ho nach den zwei gescheiterten Anläufen für 2010 und 2014. "Pyeongchang 2018 ist eine nationale Priorität der koreanischen Regierung - und das schon seit zehn Jahren", betonte Südkoreas Staatspräsident Lee Myung Bak. Er verbürgte sich für die Erfüllung aller Versprechen.

insgesamt 120 Beiträge
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RobWe, 06.07.2011
1. Aussenseiterchance
Zitat von sysopWer darf die Olympischen Winterspiele 2018 ausrichten? In Durban wählt das IOC heute zwischen München, dem südkoreanischen Pyeongchang und Annecy in Frankreich. Alle drei Bewerber werben in einer letzten Präsentation um Stimmen.*Verfolgen Sie den*Entscheidungstag im Liveticker.* http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,772628,00.html
Ja, jetzt wird es ernst. Ich glaube immer noch an ein Photo-Finish und die Aussenseiterchance Münchens - auch wenn es sehr schwer wird, da die Interessen des Hauptsponors andere sind. Wie immer es auch ausgehen mag - die Bewerbung war richtig!
medienspektakel 06.07.2011
2. Es wird klappen,
habe es gestern schon im Forum gelesen, mache Foristen sind wahre Hellseher. Respekt!
kellitom, 06.07.2011
3. Kaum Interesse in der Bevölkerung!
Ob München 2018 nun die Winterspiele bekomt oder nicht, das ist den meisten Menschen hierzulande völlig egal. Dsa zeigt auch die geringe Beteiligung an diesem Forum!
realpirate 06.07.2011
4. daumen druecken fuer korea
Ab jetzt feste die daumen druecken fuer Pyeongchang, damit wir die irren vom ioc nicht in muenchen haben muessen. Ausser ein paar bayern will den zirkus doch niemand haben.
namachschon, 06.07.2011
5. Richtig!
Zitat von realpirateAb jetzt feste die daumen druecken fuer Pyeongchang, damit wir die irren vom ioc nicht in muenchen haben muessen. Ausser ein paar bayern will den zirkus doch niemand haben.
Hoffentlich geht dieser Kelch an uns vorbei. Zwar wohne ich nicht südlich von München, aber muß wahrscheinlich mitlöhnen, wenn der Steuerzahler ins Boot geholt wird. Und das passiert doch 100%prozentig. Außerdem darf man nicht vergessen, unser Land ist pleite. Wir können uns Olympia nicht mehr leisten! Weg damit in reichere Länder. Grüße...
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