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Interview mit Andrea Henkel: "Ich möchte ja nicht überrannt werden"

Ein Interview von

Sie war Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin - nur im Mittelpunkt stand Andrea Henkel nie. Vor ihren letzten Olympischen Spielen spricht sie über eine Karriere im Schatten anderer, den Biathlon-Boom in Deutschland und ihre Chancen in Sotschi.

Andrea Henkel: Goldene Karriere Fotos
AFP

SPIEGEL ONLINE: Frau Henkel, Sie lächeln ja!

Henkel (lächelt nicht mehr): Warum sollte ich nicht?

SPIEGEL ONLINE: Sie galten lange Zeit als wenig überschwänglich.

Henkel (lächelt wieder): Ach, dieses Image. Wenn ich von Journalisten gefragt worden bin, habe ich immer eine Antwort gegeben. Nur dass sie eben manchmal etwas kürzer ausgefallen ist.

SPIEGEL ONLINE: Sind Sie denn im Laufe der Karriere lockerer geworden?

Henkel: Ich bin erwachsener geworden, immerhin bin ich mehr als doppelt so alt wie bei meinem Weltcup-Debüt 1995.

SPIEGEL ONLINE: Sotschi sind Ihre vierten Olympischen Spiele. Empfinden Sie da noch Druck?

Henkel: Sagen wir es so: Ich weiß mit 36 Jahren sehr genau, dass es überhaupt nichts bringt, sich etwas vorzunehmen. Man gibt alles und schaut am Ende, was es wert ist. Wobei das gelassener klingt, als es ist.

SPIEGEL ONLINE: Wie meinen Sie das?

Henkel: Ich lasse mich zwar nicht mehr von außen unter Druck setzen, aber ich lege ihn mir selbst auf.

SPIEGEL ONLINE: Was muss passieren, damit Sie nach den Wettbewerben in Sotschi zufrieden sind?

Henkel: Nach einer Medaille oder nach guten Ergebnissen in Podiumsnähe wäre ich sicher glücklich. Es ist ein starkes Feld, und es wird nicht selbstverständlich, vorn dabei zu sein. Ich will mich auf keinen Fall ärgern, ich möchte zum Beispiel keine vermeidbaren Fehler machen.

SPIEGEL ONLINE: Was braucht es, um in einem so homogenen Feld vorn dabei zu sein?

Henkel: Der Schießstand ist sehr gut machbar, es wird also viele gute Schießergebnisse geben.

SPIEGEL ONLINE: Weil die äußeren Bedingungen so gut sind?

Henkel: Richtig, im Stadion weht wenig Wind. Das Schießen ist also keine große Herausforderung, was es zu einer großen Herausforderung macht, weil man wirklich keinen Fehler schießen darf. Außerdem muss das Material stimmen und in meinem Fall wohl auch noch Glück dazukommen, dass eine der schnelleren Konkurrentinnen die Herausforderung am Schießstand nicht meistert.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben Ihre Erfahrung als Faktor vergessen.

Henkel: Nein, denn ich bin überzeugt, dass es ein Vorteil ist, wenn man nicht erfahren ist. Ich bin in meinem ersten olympischen Rennen Olympiasiegerin geworden, das habe ich danach in einem Einzelrennen nie wieder geschafft. Es ist toll, wenn man nicht weiß, worum es geht, diese Unbekümmertheit kann sehr nützlich sein.

Steckbrief Andrea Henkel
  • DPA
    Name
    Andrea Henkel
    Geburtstag
    10. Dezember 1977
    Geburtsort
    Illmenau (Thüringen)
    Größte Erfolge
    Olympische Goldmedaille 2002 (Einzel und Staffel)
    Olympische Silbermedaille 2006 (Staffel)
    Olympische Bronzemedaille 2010 (Staffel)
    Weltmeisterin 2005 (Einzel), 2007 (Massenstart, Staffel), 2008 (Sprint, Verfolgung, Staffel), 2011 (Staffel), 2012 (Staffel)
    WM-Zweite 2000 (Staffel), 2001 (Staffel), 2005 (Staffel), 2009 (Staffel), 2011 (Mixed-Staffel), 2013 (Einzel)
    WM-Dritte 2009 (Mixed-Staffel), 2012 (Mixed-Staffel)
    Weltcup-Siege: 46 (davon 22 Einzelsiege)
    Gesamt-Weltcup-Sieg: 2007
SPIEGEL ONLINE: Ihre jungen Kolleginnen Laura Dahlmeier und Franziska Preuß sprechen sehr respektvoll von Ihnen, und sie sagen: "Beide Seiten können profitieren". Was kann man von der Jugend lernen?

Henkel: Zumindest kann man von einem gesunden Konkurrenzkampf profitieren, ich als ältere Athletin möchte ja schließlich nicht überrannt werden.

SPIEGEL ONLINE: Man hat Sie als die "letzte Mohikanerin" der großen, alten Biathlonzeit bezeichnet. Können Sie damit etwas anfangen?

Henkel: Die letzte ihrer Art? (lacht). Aber es stimmt schon, alle anderen sind ja weg…

SPIEGEL ONLINE: …Uschi Disl, Martina Glagow, Kati Wilhelm, Katrin Apel, Magdalena Neuner. Lassen Sie uns doch kurz mal in diese große Zeit reisen, als der Biathlon-Boom in Deutschland begann.

Henkel: Ich erinnere mich an einen Feldwebellehrgang 1998, da wurde ich noch gefragt, was denn dieses Biathlon eigentlich sei, Radfahren und Laufen? Damals war im Weltcup alles noch sehr überschaubar, es gab sogar fast leere Stadien. Doch nach und nach wurde der Sport populärer, plötzlich mussten für uns Athleten Absperrungen in den Arenen aufgebaut werden, damit wir rechtzeitig zum Anschießen kamen oder wieder zur Wachskabine zurück.

SPIEGEL ONLINE: Welche Rolle spielten die Spiele 2002 in Salt Lake City für die Entwicklung des Sports?

Henkel: Salt Lake City war super für das Biathlon, durch die Zeitverschiebung liefen die Wettbewerbe in Deutschland zur Primetime, so konnten wahnsinnig viele Menschen unseren Sport im Fernsehen sehen. Danach ging der Boom richtig los.

SPIEGEL ONLINE: Sie wurden 2002 Olympiasiegerin im Einzel und in der Staffel. Trotzdem hat man Sie noch zehn Jahre später als Nachfolgerin von Magdalena Neuner bezeichnet. Das ist doch paradox.

Henkel: Das hat mich auch gewundert. Es gibt in Bezug auf meine Person offenbar dieses Wahrnehmungsproblem, die Andrea Henkel, heißt es, stand immer im Schatten. Aber wissen Sie, was ich auch ulkig finde?

SPIEGEL ONLINE: Na?

Henkel: Dass Sie mir diese Frage stellen. Es sind doch die Journalisten, die dieses Bild in der Öffentlichkeit zeichnen. Das ist das Paradoxe. Sie wundern sich im Prinzip über eine Situation, die Sie selbst geschaffen haben. Irgendeiner fängt mal an, und die anderen schreiben es auch.

SPIEGEL ONLINE: Sie stehen da drüber.

Henkel: Man lernt, damit zu leben. Ich bin eben nicht der Typ, der mit den Armen wedelt und ruft, guckt mal, ich bin auch noch da!

SPIEGEL ONLINE: Warum fasziniert Biathlon die Deutschen so?

Henkel: Die Menschen lieben den Erfolg, und in keiner anderen Wintersportart hat Deutschland mehr Medaillen gesammelt. Dazu kommt die dem Biathlon eigene Dramatik mit den ständigen Wechseln, es kann immer was passieren. Und die Stimmung bei uns ist auch nicht die schlechteste.

SPIEGEL ONLINE: Ich glaube, es hängt vor allem mit dem Schießen zusammen.

Henkel: Das sicher auch, ja.

SPIEGEL ONLINE: Wenn Laura Dahlmeier vom Schießen spricht, hat sie dieses Leuchten in den Augen. Hat Sie das Schießen als Kind auch so fasziniert, als Sie mit dem Biathlon anfingen?

Henkel: Nein. Aber ich habe mir Biathlon ja auch nicht ausgesucht. Ich war Langläuferin in meinem Geburtsort Großbreitenbach, und als es plötzlich keinen Langlauf mehr gab, weil alle zum Biathlon delegiert wurden, da war ich eben Biathletin.

SPIEGEL ONLINE: Das "Delegieren" war typisch für das Leistungssportsystem der DDR. Wie fühlte sich das als Kind an?

Henkel: Ich wollte immer an die Sportschule. Aber meine Mutter war gar nicht begeistert. Meine Schwester Manuela (2002 Langlauf-Olympiasiegerin - d. Red.) und ich durften das nur machen, weil wir gut in der Schule waren. Sobald die Noten schlechter geworden wären, wäre es mit dem Sport auch vorbei gewesen. Bei meiner Schwester brauchte es diesen Druck eigentlich nicht, die war sehr gut in der Schule. Aber ich war eher die Minimalistin, wenn auch auf einem guten Niveau.

SPIEGEL ONLINE: Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag.

Henkel: Genau. Als der Wechsel zur Sportschule anstand, musste ich mich noch mal ein bisschen steigern, das war ein gutes Druckmittel. Aber unsere Eltern haben uns immer unterstützt, auch wenn meine Mama sich den Leistungssport nicht für ihre Kinder ausgesucht hätte.

SPIEGEL ONLINE: Sie sind jetzt in Ihrer letzten Saison. Werden Sie froh sein, wenn es vorbei ist?

Henkel: Das weiß ich jetzt noch nicht. Was ich weiß ist, dass ich den Sport vermissen werde, ich habe das sehr genossen, auch wenn es nicht immer leicht ist. Ich wollte ja nicht nur dabei sein, sondern eine der Besten der Welt. Aber es lohnt sich. Viele sagen, man muss Opfer bringen. Ich sehe die Entbehrungen nicht als Opfer, man kriegt so viel zurück. Aber ich merke, dass es langsam Zeit wird.

SPIEGEL ONLINE: Was kommt nach Sotschi?

Henkel: Ich habe eine Ausbildung zur Lehrerin für Fitness gemacht, irgendwann möchte ich als Personal Coach arbeiten. Mir war wichtig, dass ich auch nach meiner Karriere etwas habe, das mich ausfüllt, ich brauche Beschäftigung. Ich werde auch mal einen halben Tag gar nichts machen. Aber sicher keinen ganzen.

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insgesamt 7 Beiträge
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    Seite 1    
1. Klasse Andrea
skynet77 09.02.2014
viel viel Glück aus Thüringen.Wir stehen zu dir und halten für dich Daumen.Du bist immer auf dem Boden geblieben.Bleib wie bist und versuch garnicht erst,etwas an dir zu ändern.Übrigens im Schatten stehen,das steht dir ganz gut.Alles gute und Glück für deine letzte Saison.
2. Frau Henkel,
kahabe 09.02.2014
ich treibe mich zwar mehr in der Mittenwalder Gegend herum (mit dem ehrfurchtsgebietenden Trainingsstrecken auch der Biathleten dort) als am Kickelhahn und am Rennsteig. Aber für die nächsten 14 Tage drücke ich ganz fest die Daumen. Sie sind einfach eine sympathische Sportlerin, ob nun mit oder ohne Medaille. Gruß aus Westfalen.
3. Es Neunert nicht ...
spmc-122226439819235 09.02.2014
So spricht eine Sportlerin mit Charakter und Können ,denn Jounalisten sogar noch etwas zum nachdenken ,aber es wird nicht helfen bei diesen Typen.Der FRau auf allen Wegen das Beste,dies Art von Sportle4r gehört bald ganz der Vergangenheit an und wir werden es merken !
4. endlich mal gesagt
noalk 09.02.2014
"Es sind doch die Journalisten, die dieses Bild in der Öffentlichkeit zeichnen. Das ist das Paradoxe. Sie wundern sich im Prinzip über eine Situation, die Sie selbst geschaffen haben. Irgendeiner fängt mal an, und die anderen schreiben es auch." --- Genau so ist es. Sehr gut auf den Punkt gebracht.
5. Viel Glück Andrea!
derandersdenkende 09.02.2014
Zitat von sysopDPASie war Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin - nur im Mittelpunkt stand Andrea Henkel nie. Vor ihren letzten Olympischen Spielen spricht sie über eine Karriere im Schatten anderer, den Biathlon-Boom in Deutschland und ihre Chancen in Sotschi. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/olympische-spiele-sotschi-andrea-henkel-ueber-den-biathlon-boom-a-951645.html
Wir drücken Dir ganz fest die Daumen! Wir wissen, was der deutsche Biathlonsport an Dir hatte und immer noch hat! Die Schmalspurjournaile kann dies nicht kaputtmachen!
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Biathlon: Die Einzel-Olympiasieger der Frauen
Jahr Ort Gold
2010 Vancouver Tora Berger (NOR)
2006 Turin Swe. Ischmuratowa (RUS)
2002 Salt Lake City Andrea Henkel (GER)
1998 Nagano Ekaterina Dafowska (BUL)
1994 Lillehammer Myriam Bédard (CAN)
1992 Albertville Antje Misersky (GER)
Distanz: 15 Kilometer
Fotostrecke
Biathlon in Sotschi: Skijäger auf Abschiedstour

Biathlon: Die Staffel-Olympiasieger der Frauen
Jahr Ort Gold
2010 Vancouver Russland
2006 Turin Russland
2002 Salt Lake City Deutschland
1998 Nagano Deutschland
1994 Lillehammer Russland
1992 Albertville Frankreich
Distanz: 4x6 Kilometer (seit 2006), 4x7,5 Kilometer (1994 bis 2002), 3x7,5 Kilometer (1992)
Biathlon-Disziplinen
Einzel
Der älteste Biathlon-Wettkampf ist mit 15 Kilometern bei den Frauen sowie 20 Kilometern bei den Männern der längste. Viermal wird geschossen, zweimal liegend, zweimal stehend - im Wechsel. Pro Fehlschuss gibt es eine Strafminute, der Zeitschnellste gewinnt.
Sprint
Mit 7,5 Kilometern bei den Frauen und 10 Kilometern bei den Männern der kürzeste Wettkampf. Erst wird liegend geschossen, dann stehend. Pro Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Der Zeitschnellste gewinnt.
Verfolgung
Auch Jagdrennen genannt. Der Sieger des Sprints geht als Erster in die Loipe. 10 (Frauen) beziehungsweise 12,5 (Männer) Kilometer sind zu absolvieren. In den Zeitabständen aus dem Sprintrennen jagt das restliche Feld den Führenden. Viermal wird geschossen, erst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Pro Fehler gibt es eine Strafrunde. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.
Massenstart
Die 30 Starter ergeben sich anhand der Weltcupwertung. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen sind zudem alle Medaillengewinner der vorherigen Wettbewerbe automatisch qualifiziert. Vier Schießeinlagen (liegend, liegend, stehend, stehend) stehen auf dem Programm, die Laufstrecke beträgt 12,5 (Frauen) beziehungsweise 15 (Männer) Kilometer. Geht ein Schuss daneben, wartet die Strafrunde (150 Meter). Sieger ist, wer zuerst die Ziellinie überquert.
Staffel
Gestartet wird im Quartett - die Frauen müssen 4x6 Kilometer laufen, die Männer 4x7,5 Kilometer. Jeder Läufer hat bei seinen zwei Schießeinlagen (liegend und stehend) jeweils drei Nachlader (Zusatzschüsse). Reichen diese nicht aus, muss pro nicht getroffener Scheibe eine Strafrunde absolviert werden. Beim Wechsel muss es zwischen den Teamgefährten in der 30 Meter langen Wechselzone einen eindeutigen Körperkontakt geben, sonst droht die Disqualifikation. Die schnellste Staffel gewinnt.
Mixed-Staffel
Das Quartett besteht aus zwei Frauen und zwei Männern. Erst laufen die Frauen jeweils 6, dann die Herren jeweils 7,5 Kilometer. Jeder Starter muss zweimal schießen (liegend und stehend). Es gibt drei Nachlader pro Starter, sonst droht die Strafrunde. Sieger ist das Quartett, welches als erstes im Ziel ist. Das Mixed-Rennen ist 2014 erstmals olympisch.

Quellen: dpa und sid

Erfolgreichste Athleten bei Olympischen Winterspielen
  • Getty Images
    1. Ole Einar Björndalen (Norwegen), Biathlon
    8 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze (1998-2014)
  • 2. Björn Daehlie (Norwegen), Langlauf
    8 x Gold, 4 x Silber, 0 x Bronze (1992-1998)
  • 3. Marit Björgen (Norwegen), Langlauf
    6 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze (1992-1998)
  • 4. Ljubow Jegorowa (Russland), Langlauf
    6 x Gold, 3 x Silber, 0 x Bronze (1992-1994)
  • 5. Lidija Skoblikowa (Russland), Eisschnelllauf
    6 x Gold, 0 x Silber, 0 x Bronze (1960-1964)
  • 6. Claudia Pechstein (GER), Eisschnelllauf
    5 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze (1992-2006)
  • 7. Larissa Lazutina (Russland), Langlauf
    5 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze (1992-2002)
    7. Clas Thunberg (Finnland), Eisschnelllauf
    5 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze (1924-1928)
  • 9. Thomas Alsgaard (Norwegen), Langlauf
    5 x Gold, 1 x Silber, 0 x Bronze (1994-2002)
10. Bonnie Blair (USA), Eisschnelllauf
5 x Gold, 0 x Silber, 1 x Bronze (1988-1994)
Erfolgreichste Deutsche bei Olympischen Winterspielen
  • DPA
    1. Claudia Pechstein, Eisschnelllauf
    5 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze (1992-2006)
  • 2. Ricco Groß, Biathlon
    4 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze (1992-2006)
  • 3. Sven Fischer, Biathlon
    4 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze (1994-2006)
  • 4. André Lange, Bob
    4 x Gold, 1 x Silber, 0 x Bronze (2002-2010)
    4. Kevin Kuske, Bob
    4 x Gold, 1 x Silber, 0 x Bronze (2002-2010)
  • 6. Karin Kania-Enke, Eisschnelllauf
    3 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze (1980-1988)
    6. Gunda Niemann-Stirnemann, Eisschnelllauf
    3 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze (1992-1998)
  • 8. Kati Wilhelm, Biathlon
    3 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze (2002-2010)
  • 9. Georg Hackl, Rodeln
    3 x Gold, 2 x Silber, 0 x Bronze (1988-2002)
10. Bernhard Germeshausen, Bob
3 x Gold, 1 x Silber, 0 x Bronze (1976-1980)
10. Jens Weißflog, Skispringen
3 x Gold, 1 x Silber, 0 x Bronze (1984-1994)
10. Mark Kirchner, Biathlon
3 x Gold, 1 x Silber, 0 x Bronze (1992-1994)

Olympische Winterspiele
Jahr Austragungsort (Land)
2022 Peking (China)
2018 Pyeongchang (Südkorea)
2014 Sotschi (Russland)
2010 Vancouver (Kanada)
2006 Turin (Italien)
2002 Salt Lake City (USA)
1998 Nagano (Japan)
1994 Lillehammer (Norwegen)
1992 Albertville (Frankreich)
1988 Calgary (Kanada)
1984 Sarajevo (Jugoslawien)
1980 Lake Placid (USA)
1976 Innsbruck (Österreich)
1972 Sapporo (Japan)
1968 Grenoble (Frankreich)
1964 Innsbruck (Österreich)
1960 Squaw Valley (USA)
1956 Cortina d'Ampezzo (Italien)
1952 Oslo (Norwegen)
1948 St. Moritz (Schweiz)
1936 Garmisch-Partenkirchen (Deutschland)
1932 Lake Placid (USA)
1928 St. Moritz (Schweiz)
1924 Chamonix (Frankreich)
Reisetipps für Olympia-Gäste in Sotschi
Tickets für die Wettbewerbe
Über die offizielle Ticketseite können nur in Russland wohnende Olympia-Fans Karten kaufen. In Deutschland bucht man bei dem offiziellen Ticketverkäufer Dertour, der auch eine Übersicht über alle Wettbewerbe und Eintrittspreise anbietet. Zusätzlich zum Ticket braucht jeder Zuschauer einen "Spectator Pass", den er im Vorfeld der Veranstaltung online über die Website pass.sochi2014.com beantragen kann oder in einem der Registrierungszentren, wo man ihn auch abholen und aktivieren lassen muss. Eine Übersicht der Adressen mit Lageplan ist ebenfalls auf pass.sochi2014.com abrufbar.
Anreise mit dem Auto
Fast 3000 Kilometer trennen Berlin und Sotschi. Entsprechend beschwerlich gestaltet sich die Anreise, wenn man nicht das Flugzeug nimmt. Etwa 34 Stunden dauert eine Autofahrt durch Polen und die Ukraine nach Russland. Aber Achtung: Auch der Verkehr in Sotschi selbst war zuletzt wegen der vielen olympiabedingten Baustellen stark beeinträchtigt - das Aufkommen während der Olympischen Spiele wird kaum geringer sein. Um die Lage auf den Straßen zur Zeit des Großereignisses etwas zu entspannen, darf der offizielle Olympia-Verkehr auf gesonderten Spuren fahren - wie in London im Sommer 2012.
Anreise mit der Bahn
Wer mit der Bahn nach Sotschi fahren möchte, muss von Berlin aus etwa 56 Stunden im Zug verbringen - das ist die kürzeste Verbindung, die die Deutsche Bahn und die russische Eisenbahn RZD anbieten. Mit dem Nachtreisezug EuroNight aus Paris (Halt unter anderem auch in Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda, Hannover und Frankfurt (Oder)) gelangt man in etwa 24 Stunden nach Moskau. Je nach Verbindung geht es dann mit teils zwei- bis dreimal Umsteigen weiter nach Sotschi. Informieren kann man sich auf der Serviceseite der Deutschen Bahn, buchen nur in den Reisezentren.
Anreise mit dem Flugzeug
Lufthansa bietet vom 24. Januar bis zum 17. März Direktflüge von Frankfurt am Main aus an, die dreieinhalb Stunden dauern. Die russische Airline Orenair fliegt von Ende Januar bis Anfang März von Frankfurt am Main, München und Düsseldorf nach Sotschi. Eine Alternative ist der Umweg über Moskau: Unter anderem Air Berlin, Lufthansa und German Wings fliegen einen der drei internationalen Flughäfen der russischen Hauptstadt von Deutschland aus an, unter anderem von Hamburg, Berlin, München und Frankfurt am Main. Vom Flughafen Sotschi, der im 30 Kilometer entfernten Adler liegt, gelangt man per Zug, Taxi oder Shuttle ins Zentrum, zu den olympischen Stätten und zu den Unterkünften.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung Dresden-Krasnodar, die Hamburg Airways einmal wöchentlich anbietet. Von Krasnodar aus gelangt man per Zug oder mit dem Auto nach Sotschi.
Anreise mit dem Schiff
Auch eine Anreise per Schiff ist möglich, schließlich liegt Sotschi am Schwarzen Meer. Direkte Seeverbindungen gibt es von Noworossijsk etwas weiter nördlich an der Küste (circa dreieinhalb Stunden) sowie vom südlich gelegenen Trabzon in der Türkei (je nach Boot viereinhalb bis zwölf Stunden). Informationen zu möglichen Verbindungen gibt es auf der offiziellen Seite des Hafens von Sotschi.
Unterkünfte
Man sollte sich gut überlegen, wo man unterkommt: In Sotschi herrscht schon ohne Olympia-Gäste großes Verkehrschaos. Die Stadt ist mit 147 Kilometern der längste Kurort der Welt, und die beiden Wettkampf-"Cluster" in den Bergen und an der Küste nahe dem Flughafen liegen 48 Kilometer auseinander.

Sotschi ist ein beliebter Kur- und Badeort mit vielen Hotels, Pensionen und andere Unterkünften, die auch über Plattformen wie Booking , HRS oder Hotels.com im Internet buchbar sind. Die offizielle Website der Olympischen Spiele bietet ebenfalls eine Zimmervermittlung an.

Unterkünfte auf sieben schwimmenden Hotels sind direkt beim Veranstalter reservierbar: Die Kreuzfahrtschiffe der russischen TUI-Travel-Tochteragentur Svoy TT liegen vom 5. bis zum 24. Februar vor Sotschis Schwarzmeerküste. Jeweils bis zu tausend Passagierplätze liefern sie laut der Nachrichtenagentur Ria Novosti. Komplettpakete aus Übernachtungen auf dem Schiff plus Flug bietet Dertour an.
Benötigte Papiere
Wichtig bei Russland-Reisen: Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein, zudem braucht man ein Visum. Das Russische Visazentrum in Berlin braucht zwischen vier und 20 Kalendertagen für die Bearbeitung. Bei einer erhöhten Gebühr (95 statt 60 Euro) verkürzt sich die Zeit auf ein bis drei Arbeitstage. Auch spezielle Visaagenturen können ein Visum beantragen. Informationen gibt es bei der russischen Botschaft und über das Auswärtige Amt. Vor der Einreise muss man zudem eine "Migration Card" ausfüllen, von der man einen Abschnitt für die Dauer des Aufenthalts zurückerhält und bei der Ausreise wieder abgeben muss.
Kleidung und Wetter
Sotschi wirbt mit einem "milden subtropischen Klima, hohen Bergen mit viel Grün, einem warmen azurblauen Meer, heilenden mineralischen und Matsesta-Quellen". Die Stadt sei "einer der besten Küsten- und balneologischen Erholungsorte weltweit" - und aufgrund der umgebenden Berge zudem ideal für Wintersport. Die Durchschnittstemperatur liegt im Winter bei acht bis zehn Grad Celsius. Besucher der Olympischen Spiele sollten darauf achten, sich richtig anzuziehen, heißt es auf der offiziellen Olympia-Seite. Das Wetter könne schnell umschlagen, und besonders in den Bergen sollte man sichergehen, warme und wasserdichte Kleidung zu tragen, um sich vor großen Mengen Schnee zu schützen.

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