"Gold - ein Traum. Ich war am Start komischerweise gar nicht mehr nervös und habe einfach einen guten Lauf runtergebracht", sagte Rebensburg, die den deutschen Alpinen nach dem Kombi-Triumph von Maria Riesch die zweite Goldmedaille bei den Spielen in Vancouver bescherte. Damit wiederholte Rebensburg den Coup von Hölzl, die vor einem Jahr WM-Gold holte - ohne zuvor ein Weltcuprennen gewonnen zu haben.
"Es war nicht unsere Zielsetzung, drei auf dem Podest zu haben, Ziel war eine Medaille", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Damen-Cheftrainer Mathias Berthold hatte die Medaille von der einmaligen Weltcup-Podest-Fahrerin fast erwartet. Der Hang würde "Vicky" liegen, hatte Berthold prophezeit - und recht behalten. "Ganz überraschend ist es nicht, aber man muss es beim Großereignis erst einmal runterbringen und das hat sie geschafft", sagte Olympiasiegerin Riesch über Olympiasiegerin Rebensburg.
"Es schaut schlimmer aus, als es ist"
Das Rennen wurde erstmals seit 1980 im amerikanischen Lake Placid an zwei Tagen ausgefahren. Was damals noch so geplant war, hat in Whistler der berüchtigte "Mid mountain fog" verursacht. Der hatte sich am Mittwoch hartnäckig über der Piste festgesetzt, so dass der Final-Durchgang verschoben werden musste. Am Donnerstag hing der Nebel zunächst erneut über dem Gelände, lichtete sich aber pünktlich zum Rennstart deutlich.
Nebel im oberen Abschnitt erzwang aber eine Verkürzung der Strecke um zehn Tore, was den nach Lauf eins zurückliegenden Fahrerinnen die Aufholjagd etwas erschwerte. Doch Rebensburg, nach dem ersten Durchgang nur Sechste, fuhr dennoch unbeirrt zu Gold. In der Gesamtzeit von 2:27,11 Minuten hatte sie 0,04 Sekunden Vorsprung auf Maze. Görgl lag 0,14 zurück. Hölzl verpasste Bronze um 0,33 Sekunden, Riesch um 0,72.
Die Athletinnen hatten schon im ersten Lauf mit Schneeregen und dichtem Nebel zu kämpfen. "Ich weiß nicht, ob die frühe Nummer ein Vorteil war", sagte Hölzl, die das Rennen eröffnet hatte und vor dem Finale 0,69 Sekunden hinter der Führenden Görgl lag. Rebensburg, mit Nummer zwei unterwegs sagte, der Nebel habe sie nicht sehr behindert. "Es schaut schlimmer aus, als es ist." Riesch als Siebte (0,48) sprach von einem "extrem schwierigen Lauf".
Am zweiten Tag nicht mehr am Start war Abfahrtsolympiasiegerin Lindsey Vonn. Die Amerikanerin war im ersten Lauf mit überlegener Bestzeit unterwegs, als sie in Zielnähe stürzte, in den Fangzaun krachte und sich den kleinen Finger der rechten Hand brach. "Aber mein Körper ist soweit okay", sagte Vonn, deren Start im Slalom am Samstag (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht gefährdet ist. Dann greift das deutsche Frauen-Team mit Weltmeisterin Riesch an der Spitze nochmal nach Edelmetall.
mig/sid/dpa
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