Damit gelang Riesch die Revanche für ihr enttäuschendes Abfahrtsrennen einen Tag zuvor, als sie nur Achte wurde und Vonn triumphierte. Riesch ist die dritte deutsche Kombinationsolympiasiegerin nach Christl Cranz 1936 und Katja Seizinger 1998.
"Gold - das ist der Hammer, eine starke Wiederauferstehung. Ich bin jetzt einfach nur noch glücklich", sagte Riesch nach ihrem Gold-Coup. "Ich wusste, dass ich gut drauf bin, kein Vergleich zu gestern. Ich hatte eine innere Ruhe, weil ich wusste, dass mir der Lauf liegt und dass ich eine Medaille gewinnen würde, wenn ich einfach nur fahre, was ich kann", so die 25-Jährige, die Julia Mancuso (USA) und Anja Pärson (Schweden) auf die Plätze zwei und drei verwies.
Schrecksekunde in der Abfahrt
Dabei hatte die Super-Kombination für Riesch gar nicht gut begonnen. Bei der Abfahrt konnte sie nach 18 Sekunden beim zweiten Sprung nur mit Mühe einen Sturz verhindern und kam weit von der Ideallinie ab. "Das war eine Schrecksekunde, da habe ich mich in der Luft verdreht und bin blöd aufgekommen. Das hat Zeit und Speed gekostet, danach wusste ich: Jetzt muss ich Vollgas geben", sagte Riesch, die sich mit einer couragierten Fahrt noch auf Platz zwei kämpfte. Im Gegensatz zur Spezialabfahrt war Riesch in der Kombinationsabfahrt deutlich aggressiver und besser unterwegs und lag mit 1:24,49 Minuten nur 0,33 Sekunden hinter der führenden Vonn (1:24,16).
Im Slalom spielte Riesch dann ihre technische Klasse aus, zeigte ein hervorragendes Rennen und setzte sich an die Spitze. Im Ziel riss sie die Arme hoch, Silber war ihr zu diesem Zeitpunkt sicher. Doch Vonn stand noch oben. Die US-Amerikanerin hatte bereits bei der ersten Zwischenzeit ihren Vorsprung auf Riesch fast aufgebraucht. Sie musste alles riskieren - und stürzte. Riesch jubelte im Zieleinlauf, am Ende lag sie mit 2:09,14 Minuten vor Julia Mancuso aus den USA (2:10,08), die Silber in der Spezialabfahrt gewonnen hatte, und der Schwedin Anja Pärson (2:10,19). Die zweite deutsche Starterin Gina Stechert, nach der Abfahrt noch aussichtsreich auf Platz sechs liegend, schied im Slalom aus. Ihre Trauer hielt sich jedoch in Grenzen. "Wir werden heute noch feiern", sagte sie an.
Strecke verkürzt, Zielsprung abgetragen
Die Abfahrtsstrecke wurde für die Super-Kombination gegenüber der Spezialabfahrt verkürzt, zudem der Zielsprung abgetragen. Weil es bei der Spezialabfahrt zu mehreren schweren Stürzen gekommen war, gab es viel Kritik an den Verantwortlichen. Am spektakulärsten war dabei die Schwedin Pärson gestürzt. Obwohl sie etliche Prellungen davongetragen hatte, ging sie keine 24 Stunden später in der Kombinationsabfahrt an den Start. "Ich hatte nicht nur die Abfahrt, sondern einen ganzen Berg zu bezwingen. Ich bin mit viel Wut und jeder Menge Schmerzmittel gefahren. Ich hatte trotzdem die ganze Zeit Schmerzen, vor allem bei den Sprüngen", sagte Pärson.
ham/sid
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