Olympia Oslos Bevölkerung stimmt für Winterspiele 2022

Kampf um die Olympischen Winterspiele 2022: Die Menschen in Oslo haben sich mehrheitlich für eine Bewerbung ihrer Stadt ausgesprochen, nun muss noch das Parlament finanzielle Garantien geben. Damit hätte München einen starken Konkurrenten - wenn sich die bayerische Landeshauptstadt wieder bewirbt.

Norwegischer Wintersport-Fan: Mehrheit für eine Bewerbung Oslos
DPA

Norwegischer Wintersport-Fan: Mehrheit für eine Bewerbung Oslos


Hamburg - Die Mehrheit der Einwohner von Oslo unterstützt die Bewerbung der Stadt um die Austragung der Olympischen Winterspiele und der Winter-Paralympics 2022. Das ist das vorläufige Ergebnisse einer Volksabstimmung, die parallel zur norwegischen Parlamentswahl am Sonntag und Montag stattgefunden hatte.

Demnach sprachen sich 173.000 Einwohner (53,5 Prozent) für eine Kandidatur aus, 141.000 (43,6) waren dagegen. "Das ist ein großer Sieg für die Befürworter. Ich bin wirklich glücklich", sagte Inge Andersen, Generalsekretär des norwegischen Sportbundes, dem Fernsehsender NRK. Oslo muss für eine offizielle Bewerbung nun noch eine Hürde nehmen: Das Parlament, in dem es seit der Wahl eine neue Mehrheit gibt, muss die für eine Bewerbung notwendigen finanziellen Garantien geben.

Sollte es diese Zusagen geben, hätte München für den Fall einer eigenen Bewerbung für die Winterspiele 2022 einen starken Konkurrenten. Auch in Bayern ist eine Befragung geplant. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte, er hoffe mit Blick auf den geplanten Olympia-Bürgerentscheid am 10. November in München und den anderen beteiligten Orten darauf, dass die Menschen besonders zahlreich ihre Haltung zu einer Bewerbung "klar zum Ausdruck bringen". Bei der Vergabe der Winterspiele 2018 war München gescheitert, den Zuschlag bekam das südkoreanische Pyeongchang.

Auch Barcelona und Krakau haben Interesse

Einziger bislang offizieller Kandidat ist die kasachische Stadt Almaty. Neben Oslo und München haben auch Barcelona (gemeinsam mit den Pyrenäen), das polnische Krakau und Lwiw in der Ukraine ihr Interesse bekundet. Die Pläne für eine Kandidatur des Schweizer Wintersport-Kantons Graubünden hingegen waren Anfang März beim Wahlvolk durchgefallen. Fast 53 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich gegen Olympia in ihrer Region aus.

Oslo muss - ebenso wie München - eine mögliche Bewerbung bis zum 14. November dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell unterbreitet haben. Wer die Spiele im Jahr 2022 austragen darf, entscheidet das IOC bei seiner 127. Session am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur (Malaysia).

Oslo war bereits 1952 Gastgeber der Winterspiele. Der Vorteil der norwegischen Hauptstadt wäre die Tatsache, dass viele Anlagen schon vorhanden sind, etwa die berühmte Skisprungschanze am Holmenkollen. Sollte Oslo den Zuschlag bekommen, sollen die meisten Disziplinen in der Stadt selbst ausgetragen werden. Die alpinen Ski-Rennen sowie die Rodel-, Bob- und Skeleton-Wettkämpfe könnten in Lillehammer, rund 180 Kilometer nördlich von Oslo, stattfinden. Auch dort gibt es bereits zahlreiche Anlagen: In Lillehammer fanden die Winterspiele 1994 statt.

ham/sid/dpa



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Seite 1
Robert_Rostock 10.09.2013
1.
Zitat von sysopDPAKampf um die Olympischen Winterspiele 2022: Die Menschen in Oslo haben sich mehrheitlich für eine Bewerbung ihrer Stadt ausgesprochen, nun muss noch das Parlament finanzielle Garantien geben. Damit hätte München einen starken Konkurrenten - wenn sich die bayerische Landeshauptstadt wieder bewirbt. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/oslos-bevoelkerung-stimmt-fuer-olympische-winterspiele-2022-a-921371.html
So sehr ich -auch als Fischkopp und Saupreiß- Sympathien für die Münchner Bewerbung habe (u.a. deshalb, weil alle relevanten Sportstätten bereits fertig sind): An Oslo kommt München nicht vorbei, und wenn man sich die Begeisterung der Norweger bei den jährlichen Holmenkollenspielen oder ansieht, wenn man sich an die (nach meiner bescheidenen Meinung) schönsten Winterspiele aller Zeiten in Lillehammer erinnert: München sollte zugunsten von Oslo verzichten. Die einzige(n) Fragen, die ich bezüglich Oslo hätte: Wo soll die Bob- und Rodelbahn hin, braucht die Welt wirklich noch eine solche Bahn? Weniger wichtig die Frage, ob und wieviele neue Eislaufhallen gebaut werden müssen.
leser_4711 10.09.2013
2. Begeisterung und Öl-Dollars
Zitat von Robert_RostockSo sehr ich -auch als Fischkopp und Saupreiß- Sympathien für die Münchner Bewerbung habe (u.a. deshalb, weil alle relevanten Sportstätten bereits fertig sind): An Oslo kommt München nicht vorbei, und wenn man sich die Begeisterung der Norweger bei den jährlichen Holmenkollenspielen oder ansieht, wenn man sich an die (nach meiner bescheidenen Meinung) schönsten Winterspiele aller Zeiten in Lillehammer erinnert: München sollte zugunsten von Oslo verzichten. Die einzige(n) Fragen, die ich bezüglich Oslo hätte: Wo soll die Bob- und Rodelbahn hin, braucht die Welt wirklich noch eine solche Bahn? Weniger wichtig die Frage, ob und wieviele neue Eislaufhallen gebaut werden müssen.
Nicht nur wegen der Begeisterung sollten die Münchner/Bayern auf die Winterspiele verzichten, sondern auch aus ökonomischen Gründen: Wenn die Schuldenbremse kommt, ist das kaum zu stemmen. Das kleine Land Norwegen kann das Event allerdings mit den Öl-Dollars aus der Nordsee aus der Portokasse zahlen.
Robert_Rostock 10.09.2013
3.
Zitat von leser_4711Nicht nur wegen der Begeisterung sollten die Münchner/Bayern auf die Winterspiele verzichten, sondern auch aus ökonomischen Gründen: Wenn die Schuldenbremse kommt, ist das kaum zu stemmen. Das kleine Land Norwegen kann das Event allerdings mit den Öl-Dollars aus der Nordsee aus der Portokasse zahlen.
Die Frage ist, ob die Spiele wirklich so irre teuer werden, wenn die wesentlichen Sportanlagen bereits vorhanden sind. Sowohl in München/Garmisch/Königssee als auch (wie ich inzwischen gelesen habe) auch in Oslo/Lillehammer. Wenn irgendwo auf der Welt Wintersportanlagen olympiawürdig sind, dann ja wohl der Holmenkollen, die Garmischer Schanzen, die Bobbahnen in Königsee und Lillehammer, die Olympiahallen in München und Lillehammer, die Eisschnellaufhallen in Hamar und Inzell. Es geht doch nicht um Sotschi, Turin oder Salt Lake City wo alle diese Anlagen erst völlig neu aus dem Boden gestampft werden mussten.
winkler.gerald 10.09.2013
4. Olympia - NEIN DANKE
Ich wohne in München - und es wäre der reine Wahnsinn in eine völlig aus allen Nähten krachende Stadt ohne günstige freie Wohnungen Zehntausende von Leuten wegen Olympia herziehen zu lassen. Wie in allen Olympiastädten wäre das für Mieter, die von einer billigen Wohnung abhängig sind, eine Katastrophe. Geplant sind in München deswegen sogar Zwangsumsiedelungen.
aurichter 10.09.2013
5. Norwegen
passt doch. Und wenn dann die Bevölkerung dahintersteht und die Bewerbung unterstützt voila
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